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Seite 2: Two Worlds im Test - Das Schwergewicht neben Oblivion und Gothic 3

Zweiundzwanzig Knüppel

Während Two Worlds die Balance verpatzt, glänzt es beim Inventar und den Reisen. Das Inventar erinnert nicht nur optisch an den Action-Rollenspiel- Klassiker Diablo 2, sondern auch im »Sockel«-System.

So können Sie Ihre Waffen mittels magischer Edelsteine aufwerten, die dann etwa bei jedem Schlag zusätzlichen Blitz- oder Feuerschaden austeilen. Aber Sie dürfen noch die Waffen untereinander sockeln. Wer zwei identische Waffen oder Rüstungsteile findet, kann sie quasi verschmelzen und verbessert so die Eigenschaften – unlogisch, aber hilfreich.

Jeder noch so schwächliche Knüppel kann daher wertvoll sein, wenn Sie genügend davon finden. 22 Holzkeulen können daher mächtiger werden als zwei Breitschwerter. Ähnlich funktioniert das Alchemiesystem: Kräuter und Mineralien, die Sie überall finden, können Sie jederzeit in einem Alchemietopf nach Ihrem Gusto mischen, heraus kommen Tränke, Fallen oder Edelsteine. Auch hier ist jeder gefundene Gegenstand potenziell wertvoll.

Wer es aber beim Brauen von Tränken mit dauerhafter Wirkung übertreibt, kann rasch zu mächtig werden – ein weiteres Balancing-Problem. Sehr komfortabel reisen Sie über die großzügig verteilten Teleporter in der Welt. Haben Sie einen entdeckt, aktiviert er sich, und Sie können augenblicklich zwischen allen aktiven Teleportern reisen. Zudem verfügen Sie über drei mobile Teleportersteine, mit denen Sie nach Lust und Laune überall neue Portale öffnen können. Besser geht es kaum. Als umständlich empfanden wir die indirekte Pferdesteuerung. Sie können zwar vom Pferd herab kämpfen, müssen aber gleichzeitig sich selbst und Ihr störrisches Reittier unter Kontrolle halten. Auch die verbesserte Steuerung nach dem ersten Patch machte das Pferd als Kampfgefährten nicht attraktiver.

Zwei Gesichter

Two Worlds sieht an veilen Stellen umwerfend aus. Bei näherem Betrachten fallen aber teils ungelenke Animationen, spät aufpoppende Objekte und gar nicht atmosphärische Nebelund Sandsturmeffekte auf. Am meisten stören aber die eher einfallslosen Dungeons sowie die Tatsache, dass Sie nur einen Teil der Häuser im Spiel betreten können. Da bereisen Sie imposante Städte, können aber bestenfalls ein oder zwei Zimmer in den mehrstöckigen Häusern begehen. Schade, aber das machen Oblivion und Gothic 3 wesentlich besser.

Ebenso wie die Konkurrenten kämpft auch Two Worlds zum Verkaufsstart mit vielen kleinen Bugs. Die ersten Patches beheben zwar viele Fehler, dennoch stören einige Kleinigkeiten den Spielfluss und die Atmosphäre, wie zum Beispiel störrische Gegner-KI, Clippingfehler oder verschwindende Personen. Bugs die, wie etwa bei der Ur-Fassung von Gothic 3, Spielstände zerstören oder das Programm komplett abstürzen lassen, haben Sie aber nicht zu befürchten.

Den kompletten Test lesen Sie in GameStar-Ausgabe 7/2007 oder online als pdf im Heftarchiv.

Nachtest zum Patch 1.4

Das gelungene Rollenspiel Two Worlds hatte auch nach zwei Patches noch mit Problemen zu kämpfen. So war es zum Beispiel möglich, einen Heilzauber zu entwickeln, der zwar kaum Mana kostet, doch das Zehnfache an Lebenspunkten regeneriert hat. Oder aber simple Banditenschwerter, die man so oft miteinander kombinieren konnte, dass selbst mächtige Elite-Gegner kein Problem mehr waren. Vieles davon behebt das gut 170 MByte große Update auf Version 1.4.

So wurden die Werte von Monstern, Nahkampfwaffen, Fallen und magischen Sprüchen überarbeitet sowie das Kämpfen zu Pferd etwas abgeschwächt. Zudem haben die Entwickler an den Charakterfertigkeiten und deren Mindestvoraussetzungen gefeilt - das belohnen wir mit einem Punkt bei der Balance.

Mit dem Patch geht das Team auch auf zahlreiche Rückmeldungen aus der Fan-Gemeinschaft ein. Beispielsweise wurde das Inventar etwas erweitert, eine optionale Zielhilfe für Bögen hinzugefügt sowie die Möglichkeit eingebaut, mehrere Objekte gleichzeitig verkaufen zu können. Reality Pump hat auch diverse Bugs und Absturzursachen entfernt und (laut offizieller Patch-Liste) die Performance in Verbindung mit Nvidia-Karten leicht verbessert. Aus unseren Test-Systemen war der Leistungszuwachs allerdings kaum spürbar. Immerhin gibt es nun zusätzliche Einstellungen (etwa die Option »Wasser-Reflexionen«), mit denen Sie die Grafik des Spiels besser anpassen können. So viele tiefgreifende Änderungen haben ihren Preis: Die Speicherstände der Verkaufsversion oder früherer Updates funktionieren zwar, enthalten aber nicht die Auswirkungen des Patch 1.4. Wer also ein besser ausbalanciertes Programm spielen will, muss die Kampagne zwangsläufig mit einem neuen Helden starten.

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