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»Wir sind am Boden zerstört« - Fast 130 Entwickler bei Ubisoft entlassen, mehrere Studios betroffen

Neue Entlassungswelle bei Ubisoft: Innerhalb einer Woche mussten beim französischen Publisher rund 130 Mitarbeiter den Hut nehmen. Ein betroffenes Studio war erst seit Kurzem gewerkschaftlich organisiert.

Auch beim Ubisoft-Studio Massive Entertainment, dem Entwickler von Star Wars Outlaws, gibt es derzeit Entlassungen. Auch beim Ubisoft-Studio Massive Entertainment, dem Entwickler von Star Wars Outlaws, gibt es derzeit Entlassungen.

Bei Ubisoft geht erneut die Axt um. Nach einem desaströsen Geschäftsjahr 2024 hatte der französische Publisher Anfang 2025 ein rigoroses Sparprogramm im Umfang von rund 200 Millionen Euro angekündigt. Es folgen mehrere Wellen von Entlassungen, die Studios in San Francisco und Osaka und Leamington wurden komplett geschlossen.

Zwar ist es mittlerweile finanziell schon deutlich besser um Ubisoft bestellt – die kürzlich veröffentlichten Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2025/26 weisen einen Betriebsgewinn von 27 Millionen Euro aus. Dank einer Partnerschaft mit Tencent konnte sich Ubisoft frisches Kapital in Höhe von 1,16 Milliarden Euro an Land ziehen.

Doch über den Berg ist der Publisher damit noch nicht. Und so beginnt der Publisher auch das Kalenderjahr 2026 mit einer Entlassungswelle. Betroffen sind diesmal insgesamt 126 Mitarbeiter in zwei verschiedenen Niederlassungen. Besonders hart trifft es dabei das Team im kanadischen Halifax. Das Studio wird von der Konzernleitung komplett geschlossen; 71 Stellen fallen im Zuge dessen weg.

Entlassungen kurz nach Gewerkschaftsbeitritt

Besonders pikant: Kanadischen Medienberichten zufolge hatte die Mehrheit der Belegschaft nur wenige Wochen vor Bekanntgabe der Studioschließung mehrheitlich für den Beitritt zu einer Gewerkschaft gestimmt. Ubisoft selbst beteuerte gegenüber GamesIndustry.biz zwar, dass die Schließung als Teil konzernweiter Sparmaßnahmen bereits länger geplant war und nichts mit dem Gewerkschaftsbeitritt zu tun habe; einen bitteren Beigeschmack hinterlässt der Schachzug dennoch.

So muss sich GTA-Entwickler Rockstar Games in Großbritannien aktuell etwa mit dem Vorwurf auseinandersetzen, über 30 Mitarbeiter gezielt entlassen zu haben, um die Gründung einer Gewerkschaftssektion innerhalb des Unternehmens zu verhindern. Mit dem Vorwurf befasste sich kürzlich sogar das britische Parlament.

Gegenüber IGN sprachen einige der betroffenen Ubisoft-Mitarbeiter davon, am Boden zerstört zu sein, vor allem da man sich erst kürzlich entschieden habe, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Die Gewerkschaft CWA ließ verlauten: Wir prüfen alle Möglichkeiten, um für die Rechte unserer Mitglieder zu kämpfen.

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Streichungen auch bei den Outlaws-Entwicklern

Und auch in Schweden fallen Stellen weg. So kündigte Ubisoft nun an, beim Studio Massive Entertainment 55 Mitarbeiter zu entlassen. Das Stockholmer Team hatte für den Publisher zuletzt die Action-Adventures Star Wars: Outlaws und Avatar: Frontiers of Pandora entwickelt.

Mit deren durchwachsener finanzieller Performance sollen die Entlassungen laut einer internen Mail, die u. a. Insider Gaming vorliegt, allerdings nichts zu tun haben. Es gehe dabei viel mehr um eine strukturelle Maßnahme, um das Studio gut für die Zukunft aufzustellen.

Bereits im Oktober 2025 hatte Ubisoft für die Beschäftigten bei Massive ein Abfindungsprogramm aufgelegt, um möglichst viele Beschäftigte zu motivieren, freiwillig zu gehen. Scheinbar haben sich dabei allerdings nicht genügend Freiwillige gefunden, sodass die Geschäftsleitung jetzt zu Zwangsmaßnahmen greift.

Die längerfristige Ausrichtung des Studios soll sich durch die aktuellen Entlassungen derweil nicht ändern. So soll Massive Entertainment für Ubisoft auch weiterhin am The Division-Franchise arbeiten und neben einem Extraction-Shooter-Modus für den zweiten Serienteil auch The Division 3 verantworten.

Außerdem unterstützt Massive Ubisoft bei der Technik des Ubisoft Connect Clients und werkelt weiter an der hauseigenen Snowdrop Engine. Mit Singleplayer-Experimenten wie SW: Outlaws und Avatar dürfte aber fürs Erste Schluss in Schweden sein.

Ob die aktuelle Entlassungswelle indes die letzte bei Ubisoft war, ist unwahrscheinlich. Erst kürzlich kündigte die Geschäftsleitung an, auch 2026 am Sparprogramm festhalten zu wollen. Ein anvisierter Umfang von 100 Millionen Euro macht weitere Entlassungen leider sehr wahrscheinlich.

Mehr zu Ubisoft, aktuellen Problemen und den Geschäftszahlen des Unternehmens findet ihr in der obigen Linkbox.

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