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Seite 2: Der unterschätze Sci-Fi-Film Long Distance fühlt sich für mich wie ein Videospiel an

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Vier Schauspieler, viele Klischees

Stattdessen wirkt der Film oft wie ein Kammerspiel zwischen Andy und Naomi, zumal Letztere lange Zeit gar nicht zu sehen ist. Als Zuschauer bin ich daher lange Zeit mit Andy allein und lerne den Planeten so aus seiner Perspektive kennen - ein gelungener Kniff.

Es gibt nur zwei andere Charaktere, die hauptsächlich für die lustigen Momente in Distant verantwortlich sind: Kristofer Hivju (Tormund in Game of Thrones) spielt den scheinbar unverwundbaren Dwayne und Zachary Quinto (Spock in Star Trek) leiht Andys amüsanter Anzugs-KI L.E.O.N.A.R.D. seine Stimme.

Andy (Anthony Ramos) ist kein typischer Science-Fiction-Held. Er ist einfach nur ein ganz normaler Typ, der überleben und das Richtige tun will (Foto: Universal Pictures). Andy (Anthony Ramos) ist kein typischer Science-Fiction-Held. Er ist einfach nur ein ganz normaler Typ, der überleben und das Richtige tun will (Foto: Universal Pictures).

Das Drehbuch von Spenser Cohen (Moonfall, Extinction) ist dabei nicht immer trittfest und vertraut auf so manches überstrapaziertes Klischee. Ein deutlicher Schwachpunkt sind etwa die Monster, die interne Logik des Planeten und der größere Handlungsrahmen.

Aber Distant hat mich trotzdem gut unterhalten und hielt einige intime, lustige sowie inspirierende Momente bereit. Gerade Andys Charakter wirkt ungewöhnlich authentisch.

Peter Bathge
Peter Bathge

Peter spielt nicht nur Spiele und bewertet sie seit über 20 Jahren, er ist auch ein großer Fan von allem, was mit Science-Fiction zu tun hat. Dazu gehören empfehlenswerte Sci-Fi-Serien sowie natürlich Filme. Interstellar findet er prima, Arrival war großartig und die ersten beiden Alien-Streifen zieht er sich regelmäßig wieder rein. Dafür kann er mit 2001: Odyssee im Weltraum wenig anfangen und fühlt sich deswegen ganz cool und edgy. Ach ja: Science-Fiction-Lieblingsbücher hat Peter natürlich auch.

Solide Sci-Fi-Unterhaltung fürs Wochenende

Interessanterweise weist das Finale von Long Distance Parallelen zu James Camerons Aliens: Die Rückkehr (1986) auf. Ohne zu viel zu verraten: Es gibt Szenen, in denen der Überlebenskampf gegen die außerirdischen Kreaturen stark an die Konfrontationen in Aliens erinnern.

Diese Hommage an den Klassiker hat mir gut gefallen, auch wenn bei Qualität und Originalität natürlich Welten zwischen den beiden Action-Thrillern liegen.

Die Kritiken zu Long Distance sind gemischt. Bemängelt wird unter anderem das langsame Tempo und die minimalistische Handlung, während andere gerade diese Aspekte loben und die tiefgründige Charakterentwicklung hervorheben. Für mich persönlich überwiegen die positiven Eindrücke.

Firewatch erschien 2016 und war stilbildend für Walking-Simulatoren. Wie in Distant kommt dem Funkgerät des Protagonisten eine Schlüsselrolle zu. Firewatch erschien 2016 und war stilbildend für Walking-Simulatoren. Wie in Distant kommt dem Funkgerät des Protagonisten eine Schlüsselrolle zu.

Die Kombination aus schicker visueller Gestaltung, der intensiven Funkkommunikation und den subtilen Anspielungen auf Klassiker des Genres machen Long Distance für mich zu einem sehenswerten Erlebnis.

Ich empfehle Long Distance beziehungsweise Distant daher allen Science-Fiction-Fans, die sich auf eine entschleunigte Erzählweise einlassen können und die Atmosphäre von Walking-Simulatoren wie Firewatch schätzen. Aber Achtung: In Deutschland ist der Film aktuell nur mit einer VPN-Verbindung zu sehen, er fehlt hierzulande im Angebot von Amazon Prime Video.

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