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In Valheim steppt neuerdings der Bär und wir sind vor Ort - um ihn abzumurksen
Wenn in der echten Welt Leute ihren Müll auf die Straße schmeißen, Kinder mit Fieber in die Kita bringen, beim Einkaufen schulterzuckend mit einem Auto drei Parkplätze blockieren – kurz, wenn ich immer öfter so gar keinen Bock mehr auf Menschen habe, – denke ich an Valheim.
Das läuft bei mir in zwei Stufen ab: Ich stehe etwa im Supermarkt in der Schlange zur Kasse und merke langsam wie eine Geruchs-Sinfonie aus Menthol-Atem und Natur-Moschus aus viel zu geringer Entfernung vom aufgerückten Menschen hinter mir in meinen Nacken kriecht. Oder ich stelle »anerkennend« fest, dass die Person im Rückspiegel auf der Autobahn bei halsbrecherischer Geschwindigkeit wenigstens hier den Corona-Mindestabstand einhält.
In solchen Fällen zündet in meinem Kopf Stufe eins und ich male mir aus, wie ich mir mit unbegrenzten finanziellen Mitteln einen Teil von Nordschweden kaufe, Haus, Grundstück und Wald nach meinen Willen forme, und von anderen Exemplaren der »Krone der Schöpfung« verschont bleibe.
Weil sich das mit den unbegrenzten finanziellen Mitteln in der Praxis durchaus schwierig gestaltet, folgt unmittelbar auf diese eskapistische Träumerei Phase zwei: Ich starte Valheim und setze Phase eins um – nur in stilisierter Low-Poly-Optik mit Wikinger-Setting.
Bin ich dann erstmal in der Survival-Sandbox des schwedischen Entwicklers Iron Gate Studios angekommen, verfliegt jede schlechte Laune und das Spiel zieht mich wieder in seinen Bann. Maßgeblichen Anteil daran haben für mich aber nicht die sinnvollen Erweiterungen der letzten Monate wie neue Biome, Gegner und Herausforderungen, sondern eher unscheinbare Details.
Meine digitale einsame Insel
Kurzer Realitäts-Check, wie schnell die Zeit vergeht: Anfang Februar 2026 wird Valheim ganze fünf Jahre im Early Access gewesen sein. In diesen letzten fünf Jahren habe ich etwa 450 Stunden in den aus aktuell sieben Biomen bestehenden abwechslungsreichen Fantasy-Welten verbracht.
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