Valorant-Spieler lassen den Feind gewinnen, um ihm zu schaden

In Valorant schenken manche Spieler dem Gegner mit Team-Kills runden und profitieren auch noch davon. Die Community fordert einen Fix.

von Mathias Dietrich,
17.05.2020 09:33 Uhr

Die Spieler von Valorant haben einen merkwürdigen Exploit entdeckt: Es macht mehr Sinn, dem Feind in manchen Runden durch Selbstmord den Sieg zu gewähren, als selbst zu gewinnen. Und die Spielmechaniken ermöglichen diese Taktik.

Ganz nach dem Motto »Du kannst mich nicht töten, wenn ich es selbst tue!« erledigen sie so mithilfe der Fähigkeiten von Brimstone oder Raze ihr gesamtes Team und verhindern damit, dass der Gegner es tut.

Was haben die Spieler davon?

Das feindliche Team verschwendet seine 3.000 Credits für den Sieg um sich Equipment zu kaufen, erhält jedoch nicht die regulären Credit-Boni für Kills, oder die Ultimate-Orbs, um ihre besten Fähigkeiten einsetzen zu können.

Der »Verlierer« hingegen erhält für die erste verlorene Runde 1.900 Credits und für jede weitere immer 500 mehr, bis sie ein Maximum von 2.900 Credits bekommen. Da sie davon ausgehen, die jeweiligen Runden sowieso nicht zu gewinnen, stören sie sich auch nicht an dem Siegespunkt für den Feind.

Zusammengefasst sieht die Situation folgendermaßen aus:

  • Team 1 gewinnt die Pistolenrunde und startet Runde 2 mit SMGs
  • Team 2 kauft nichts in Runde 2 und begeht Selbstmord. Team 1 bekommt so kein Bonusgeld für Kills und ähnliches.
  • Team 1 muss nun Runde 3 mit SMGs spielen.
  • Team 2 kauft Rüstung, Gewehre und Utilities in Runde 3.

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Macht das wirklich Sinn?

Auf Reddit diskutieren die Spieler darüber, ob es wirklich sinnvoll ist, diese Taktik umzusetzen. So merkt zum Beispiel der Nutzer Attica451 an, dass man für jeden Kill 200 Credits erhält. Wenn sich ein gesamtes selbst erledigt, fehlen dem Gegner also 1.000 Credits in der nächsten Runde. Schafft man es hingegen einen einzigen Feind mit einer Rüstung und Spectre zu erledigen, kostet man den Feind bereits 2.600 Credits.

Sehr viele andere Nutzer wie fluxty und SkitzoControl denken allerdings, dass es das wert sei. Der Schaden, den man dem Gegner zufüge, sei die weitere Niederlage wert. So könne man mit dieser Vorgehensweise trotz einer geschenkten Runde die Chancen wieder ausgleichen.

Gibt es potentielle Gegenmaßnahmen?

Die Community wünscht sich deswegen einen Fix. Ideen holt man sich dafür beim Vorbild Counter-Strike. Denn das litt einst unter einer ganz ähnlichen Problematik. Eine Reihe von Dingen sorgten bei dem Taktik-Shooter für Abhilfe:

  • Teamschaden wird zu Beginn der Runde multipliziert.
  • Wer seinem Team zu viel Schaden zufügt, wird temporär vom Matchmaking ausgeschlossen.
  • Das gegnerische Team erhält die übliche Killbelohnung für Selbstmorde.

Da es sich hierbei um einen Exploit handelt und keinen Cheat, hilft selbst Valorants Anti-Cheat-Tool Vanguard nicht weiter. Denn diese Taktik geschieht voll und ganz im Rahmen der Spielregeln. Sollte der Entwickler Riot Games es jedoch als unfaires Verhalten einstufen, dann könnte es trotzdem Banns geben.

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