Drei Monate Plus im ersten Jahr sparen!

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Was gerade bei Call of Duty und Battlefield passiert, zeigt das ganze Ausmaß der Shooter-Krise

Shooter-Experte Phil ist überzeugt: Der aktuelle Weg vieler Entwickler führt in eine Sackgasse, bei der viele Fans auf der Strecke bleiben.

Phil glaubt: Eine Fahrt im Nostalgie-Zug allein wird das kriselnde Shooter-Genre nicht retten. Stattdessen brauchen auch Multiplayer-Titel wieder mehr Seele! Phil glaubt: Eine Fahrt im Nostalgie-Zug allein wird das kriselnde Shooter-Genre nicht retten. Stattdessen brauchen auch Multiplayer-Titel wieder mehr Seele!

Selten war es so schwer, Shooter-Fan zu sein. Vorbei scheinen die glorreichen Zeiten, in denen gefühlt jeden Monat ein neuer heißer Anwärter auf den Titel »Shooter des Jahres« auf den Markt kam.

Jetzt scheint die Rückbesinnung auf die gute alte Zeit höchstens noch ein Fluchtweg aus dem offenkundigen Mangel an Ideen zu sein, der im Genre vorherrscht.

In den Charts dominieren Titel, die auch vor sechs bis 10 Jahren bereits groß waren: Counter-Strike, PUBG, Rainbow Six: Siege, Team Fortress 2. Große Marken wie CoD oder Battlefield kennen da nur einen Weg: den zurück.

Zurück in die Shooter-Zukunft?

Man orientiert sich jetzt rückwärts: Call of Duty legt mit dem neuen Warzone-Update eine schier beispiellose Kehrtwende hin und versucht mit aller Kraft (und dem Map-Remaster von Verdansk), die legendäre Hochphase von Warzone im Jahr 2020 zurückzubringen:

Video starten 2:54 Warzone wie früher: Der Trailer zum Verdansk-Comeback knackt 20 Millionen Views an einem Tag

Und was ich bisher an Gameplay aus dem neuen Battlefield gesehen habe, mutet beinah wie eine originalgetreue Neuauflage von BF3 und BF4 in moderner Grafik an.

Wohin die Reise geht, ist also klar: Auch hier wird eine nostalgische Rückkehr zu den beliebtesten Ablegern ganz gezielt als Marketing-Instrument inszeniert werden.

Versteht mich nicht falsch: Als Battlefield-Anhänger klingt eine Heimkehr zu den alten Stärken der Reihe durchaus wie Musik in meinen Ohren!

Aber diese universale Nostalgie-Offensive in der Shooter-Landschaft ist dennoch ein klares und erschreckendes Symptom für gnadenlose Mutlosigkeit.

Philipp Elsner
Philipp Elsner

Phil kam 2013 zu GameStar und verstärkte das Team bereits als Content Manager, Autor, Community Manager und leitet heute die Nachrichtenredaktion. Wenn er nicht gerade Online-Shooter wie CoD Warzone, Hunt Showdown oder Rainbow Six Siege spielt, kundschaftet er gerade neue Craftbeer-Kreationen aus!

Gefangen in der Recycling-Spirale

Dabei bräuchte es genau diesen Mut, um echte Innovation voranzutreiben und uns von den längst ausgelatschten Pfaden in eine neue Shooter-Ära zu führen. Fest steht nämlich auch: Die bekannten Formeln sind ausgereizt, der Markt gesättigt.

Wer einen schnellen Movement-Shooter im 6v6 spielen will, zockt längst CoD und braucht kein XDefiant. Wer eher taktische Action im Runden-Format bevorzugt, ist mit CS2 oder Valorant bestens bedient und kann auf Spectre Divide gut verzichten.

Natürlich kann man neue Shooter nach altbekannten Schablonen entwickeln. Das klappt mal gut (Marvel Rivals), mal schlechter (Delta Force) und endet aber auch gern mal im Desaster (Concord). Aber der nächste Hero-Shooter wird garantiert nicht die Lösung sein, wenn es um die Zukunft des Genres geht.

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Trendwende dank Trend-Ende

Nachdem der große Battle-Royale-Hype der späten 2010er-Jahre langsam aber sicher abgeflacht war, wurde schnell der Extraction-Shooter zum vermeintlich heiligen Shooter-Gral ernannt.

Doch es wird schmerzhaft deutlich, dass bisher kaum einer der zahllosen Extraction-Hoffnungsträger nennenswerten Mainstream-Erfolg feiern konnte!

Im Gegenteil: Mit Spielen wie The Cycle, The Division: Heartland oder dem DMZ-Modus von CoD verschwinden ambitionierte Projekte mindestens genauso schnell, wie neue angekündigt werden.

Heute zuckt jedenfalls kein Shooter-Fan auch nur mit der Wimper, wenn es irgendwo heißt: Neuer Extraction-Shooter angekündigt. Noch einer? Ok.

Zugleich lässt die Branche riesige Zielgruppen einfach links liegen. Zielgruppen, die vielleicht nichts mit dem nächsten knallbunten Hero-Shooter für die Generation Tiktok anfangen können und an denen Spieletrends wie Fragpunk vielleicht einfach komplett vorbeigehen.

Mut zur Identität

Stattdessen muss es wieder Shooter geben, die ein klares und greifbares Szenario aufbauen – voller Atmosphäre, konkreter Identität und ohne lächerliche Crossover-Skins, mit denen jedes Spiel spätestens bei Season 2 aussieht wie Fortnite.

Spiele wie Battlefield 1, Hell Let Loose oder Ready or Not sind auch deshalb beliebt, weil sie eine kohärente Design-Sprache sprechen und ihrer Prämisse treu bleiben – ohne Kompromisse, dafür mit Seele.

Dazu braucht es auch keine auf E-Sport-Niveau gefeilte Balance und SBMM. Wenn ich mich zum Feierabend schwitzend mit Möchtegern-Pro-Gamern messen möchte, habe ich genug Auswahl am Markt.

Wovon wir dagegen wieder dringend mehr brauchen, sind diese magischen Shooter-Situationen – wie das nervenzerreißende Gefecht in Hunt Showdown, von dem wir Monate später noch erzählen. Oder der brüllend komische Friendly-Fire-Unfall in Helldivers 2, den wir per Discord unseren Freunden schicken.

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