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»Ich wünschte, Reddit wär so nett« - Vor dem Internet mussten verzweifelte Spielefans noch echte Menschen anrufen und die hatten ganz schön was auf dem Kasten

Was tun, wenn man in den 80ern bei einem Spiel festhängt? Archivaufnahmen von 1988 zeigen eine verlorene Kunst der Gaming-Branche.

In den 80ern waren Call-in-Mitarbeiter bei Nintendo so auf Zack, dass es sich auch um Link höchstselbst hätte handeln können. (Bild mit Gemini modifiziert) In den 80ern waren Call-in-Mitarbeiter bei Nintendo so auf Zack, dass es sich auch um Link höchstselbst hätte handeln können. (Bild mit Gemini modifiziert)

Das Internet hat eine Menge Dinge leichter gemacht. Oft vergessen wir dabei aber, dass es für viele der gleichen Probleme auch schon davor clevere Lösungen gab! Wenn ihr etwa heute bei einem Spiel festhängt und im Internet nach einem Wiki, einem Guide, einem Video oder einer KI-Antwort sucht, ist das nichts anderes, als in den 80er-Jahren bei einer Gaming-Hotline anzurufen!

Solche Service-Angebote waren damals ziemlich beliebt und verbreitet. Ein Archiv-Video der ABC wurde kürzlich von This Week in Gaming ausgegraben und zeigt, wie es bei einer solchen Hotline zuging:

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Anruf bei Nintendo

In dem Video sehen wir ein paar Minuten aus dem Alltag eines Call-in-Mitarbeiters und einer Mitarbeiterin, die für das Nintendo-Power-Magazin arbeiten. Das Heft wurde 1988 in den USA von Nintendo selbst veröffentlicht und bot als zusätzlichen Kundenservice eine sogenannte Powerline an.

Dort konnten Menschen anrufen, die bei einem Spiel, das auf dem NES lief, nicht weiterkamen. Was sehr leicht passieren konnte, schließlich waren Spiele in den 80ern oftmals noch deutlich unzugänglicher, schwerer oder verkopfter.

Ein Anruf bei der Nintendo-Hotline konnte helfen, und das passiert auch im Video. Die Mitarbeiter beantworten vor allem Fragen zu Zelda 2: The Adventure of Link, das im Dezember 1988 in den USA veröffentlicht wurde. Aber es werden auch Fragen zum originalen Punch-Out!! beantwortet.

Ein wandelndes Gaming-Lexikon

In den Kommentaren auf YouTube, aber auch bei TikTok zeigen sich viele davon fasziniert, wie die Mitarbeiter die Fragen der Anrufer beantworten. Insbesondere der gute Craig hat es den Leuten angetan.

Im Video wirkt der wie ein regelrechtes Zelda-Genie. Jede Frage kann er scheinbar sofort aus dem Kopf heraus beantworten, muss dafür nicht einmal lange nachdenken und schon gar nichts nachschlagen.

Dabei hatten diese Call-in-Angestellten durchaus Zugriff auf gewaltige Ordner voller Informationen zu den Spielen. Im Video greift die Call-in-Mitarbeiterin Shanon später auf einen solchen Ordner zurück. Aber Craig kommt nicht mal ins Schwitzen und spielt vor allem nebenbei problemlos selbst die ganze Zeit weiter.

Was hier aber so brillant wirkt, hat sicherlich auch mit der Struktur der Powerline zu tun. So war Craig wohl speziell für Zelda 2 eingestellt und beantwortete eine ganze Woche lang für mehrere Stunden sicherlich oftmals die immer selben Fragen. Irgendwann wären da wohl viele Leute sehr sattelfest.

Das Schwelgen in Erinnerung

Neben der Faszination für die Arbeit dieser Leute schwingt in den Kommentaren auch sehr viel Nostalgie mit und 80er-Romantik. Die Leute zeigen sich etwa erstaunt, wie freundlich die Mitarbeiter sind, und müssen jetzt nur daran denken, wie oft man heutzutage auf Reddit für manche Fragen angeätzt wird oder dass man nur noch mit KIs chattet.

Da sehnen sich einige Leute durchaus nach der Nintendo Power zurück. Das Magazin existiert übrigens nicht mehr und die Powerline schon gar nicht. Schon 2012 wurde das Heft von Nintendo eingestellt. Von 2017 bis 2023 gab es jedoch noch einen gleichnamigen Podcast.

Einige geben jedoch auch zu bedenken, dass ein solcher Anruf bei der Nintendo-Hotline nicht günstig war. Es gab in den 80ern wohl so einige Eltern, die plötzlich von der Telefonrechnung ihrer Kinder überrascht wurden.

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