Seit Ewigkeiten heißt es in Warhammer 40.000: Der Imperator sitzt auf dem Goldenen Thron, ist irgendwie halb tot, halb lebendig, halb Leuchtturm, halb Leichnam und muss täglich mit den Seelen unzähliger Psioniker gefüttert werden, damit das Imperium nicht auseinanderfällt. Der Goldene Thron hält ihn am Leben, das Astronomican brennt weiter, die Menschheit überlebt.
Aber eine neue, sehr finstere Fan-Theorie des YouTubers Inquisitor Romanov dreht dieses Bild auf links: Was, wenn der Goldene Thron den Imperator gar nicht am Leben hält? Was, wenn er ihn tot hält?
Der Gedanke klingt erstmal nach astreiner Häresie, ergibt im Kontext der neueren Horus-Heresy-Romane von Ende 2024 aber erstaunlich viel Sinn.
Der Imperator als Dunkler König
Der wichtigste Baustein dieser Theorie stammt aus The End and the Death, dem großen Finale der Horus-Heresy-Saga von Dan Abnett. Dort wird der Dunkle König zu einer zentralen Idee: eine apokalyptische Gestalt, eine Art fünfter Chaosgott, dessen Geburt die Realität erschüttern könnte.
Lange lag der Verdacht nahe, Horus selbst könnte dieser Dunkle König sein. Immerhin ist er der Kriegsherr, der mit der Macht der vier Chaosgötter vollgepumpt wurde und Terra in einen Albtraum verwandelt.
Doch The End and the Death legt eine viel unheimlichere Antwort nahe: Der wahre Kandidat ist der Imperator. Er schöpft im Kampf mit Horus so tief aus dem Warp, dass er beinahe zu etwas aufsteigt, das selbst die Chaosgötter überragen könnte.
Genau hier setzt die Theorie an: Am Ende der Trilogie verwundet Horus den Imperator so schwer, dass dieser dem Tod nahe ist. Rogal Dorn, Constantin Valdor und weitere Überlebende finden ihn auf der Geist der Rachsucht und bringen ihn zurück nach Terra. Dort wird der Imperator auf den Goldenen Thron gesetzt, wo er seit 10.000 Jahren verharrt.
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Warum seine Heilung gefährlich wäre
Normalerweise klingt das wie Rettung in letzter Sekunde: Der Imperator ist schwer verletzt, also wird er an die gewaltigste Maschine der Menschheit angeschlossen. Seitdem hält der Goldene Thron ihn irgendwie zusammen.
Die Theorie sagt: Genau das ist vielleicht der große Irrtum.
Der Imperator ist schließlich kein normaler Mensch. Er gilt als Perpetual, also als Wesen, das selbst nach tödlichen Verletzungen zurückkehren kann. Wenn sein jetziger Körper also wirklich regenerieren würde, wäre das für das Imperium auf den ersten Blick ein Wunder. Der Imperator erhebt sich, die Menschheit jubelt. Denkste!
Denn genau dieser Moment könnte die eigentliche Katastrophe auslösen.
Denn wenn der Imperator wieder vollständig im Materium verankert wäre, hätte auch der Dunkle König wieder einen möglichen Weg in die Realität.
Die Grey Knights könnten plötzlich wichtig werden
Hier kommt das Terminus-Dekret der Grey Knights ins Spiel: Der Inhalt war lange mysteriös, doch 2025 wurde durch den neuen Grey-Knights-Codex bekannt, worum es wirklich geht.
Das Dekret enthält den letzten Befehl des Imperators an die Grey Knights: Er darf den Goldenen Thron niemals verlassen. Nicht durch Heilung, nicht durch Wiedergeburt in einem neuen Körper, nicht durch Aufstieg zu einer göttlichen Warp-Entität. Sollte genau das passieren, müssen die Grey Knights ihn zurück auf den Thron zwingen – koste es, was es wolle.
Das ist deshalb so heftig, weil die Grey Knights damit im äußersten Notfall gegen vermeintliche Freunde kämpfen müssten: gegen Custodes, gegen Terra, vielleicht sogar gegen eine zurückgekehrte Version des Imperators selbst.
Für die Theorie ergibt das aber Sinn: Wenn die Rückkehr des Imperators den Dunklen König freisetzen könnte, wären die Grey Knights die letzte Hoffnung, damit aus ihm nicht das Ende der Galaxis wird.
Am Ende macht diese Theorie den Imperator vor allem tragischer. Sein Opfer wäre größer als bisher gedacht, denn er rettet die Menschheit, indem er »tot« bleibt.
Der Goldene Thron wäre dann die wichtigste Maschine des Imperiums und zugleich seine grausamste. Er hält das Astronomican am Leuchten, versiegelt das Webway unter dem Imperialen Palast und frisst sich dabei durch Psioniker und auch durch das, was vom Imperator noch übrig ist.
Ob Games Workshop diesen Gedanken jemals eindeutig bestätigt, bleibt offen. Als Fan-Theorie passt er aber erschreckend gut zur düsteren Logik von Warhammer 40.000.
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