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Wartales im Test: Maximale Rollenspiel-Freiheit – im Guten wie Schlechten

Wenn eure Söldnertruppe im Rollenspiel Aufträge erledigen und Rundenkämpfe überstehen soll, muss die Moral manchmal auf der Strecke bleiben.

von Sascha Penzhorn,
01.12.2021 11:30 Uhr

Wartales punktet auf Steam mit beschaulicher Mittelalter-Atmosphäre. Doch das Rollenspiel ist knallhart, wie der Test verrät. Wartales punktet auf Steam mit beschaulicher Mittelalter-Atmosphäre. Doch das Rollenspiel ist knallhart, wie der Test verrät.

Ich starte mein Abenteuer in Wartales mit einer Truppe von vier Söldnern, zusammengewürfelt auf Basis einer Handvoll Entscheidungen, die ich zu Spielbeginn treffe. Sie kommen mit (derzeit ausschließlich englischsprachigen) Bezeichnungen wie Swordsman, Warrior oder Brute, ohne Erklärung, wie sie sich spieltechnisch voneinander unterscheiden.

Ich finde mich auf einer stark ausgezoomten Weltkarte wieder, die mich an Might & Magic Heroes erinnert. Per Mausklick schicke ich meine kleine Truppe durch die Gegend, da wird sie plötzlich von Wegelagerern erspäht und angegriffen. Ein rundenbasierter Kampf geht los. Ich prügle meine Gegner mit recht simplen Befehlen und Spezialangriffen weg. Einer meiner Söldner hat Rundumschläge, die mehrere Feinde (und Freunde!) verletzten können, einer hämmert, einer dolcht, jemanden mit Bogen gibt es auch. Der Kampf ist rasch erledigt, dann muss ich meine lädierten Schilde und Rüstungsteile reparieren.

Passt zu euch, wenn ...
  • … ihr Masochisten seid.
  • … ihr auf Mittelalter-Szenarien ohne viele Fantasy-Elemente steht.
  • … ihr eine gewisse Portion Sandbox vertragt.
Passt nicht zu euch, wenn ...
  • … ihr ausführliche Erklärungen und Tutorials wollt.
  • … ihr auf Zauberei und mythische Kreaturen steht.
  • … euch eine gut erzählte Story wichtig ist.

Diese Bauern flüchten vor dem Krieg. Ich kann sie ignorieren, unterstützen, ausrauben oder angreifen. Wartales lässt mir diese Freiheit. Diese Bauern flüchten vor dem Krieg. Ich kann sie ignorieren, unterstützen, ausrauben oder angreifen. Wartales lässt mir diese Freiheit.

Rund eine Stunde später endet mein Abenteuer schon wieder. In den folgenden Kämpfen sind mir Feinde zahlenmäßig und ausrüstungstechnisch überlegen. Ich habe kein Material mehr zum Zusammenflicken von Rüstungen und Wunden, habe kein Gold zum Bezahlen meiner Söldner, die Nahrung wird bedrohlich knapp und die Stimmung meiner Truppe sinkt so tief, dass womöglich bald Mitstreiter dauerhaft den Dienst quittieren. Diesen ersten Anlauf habe ich voll versägt.

Zu meiner Verteidigung: Die Early-Access-Version von Wartales warf mich ohne jede Erklärung ins kalte Wasser. Meine ersten Spielversuche enden katastrophal, auf allen drei Schwierigkeitsgraden. Doch alles ändert sich, als mir endlich mein großer Fehler klar wird: Ich bin ganz einfach zu nett.

Der Autor
Rundenbasierte Kämpfe und das Zusammenstellen einer schlagkräftigen Party sind Sascha Penzhorns Steckenpferd. Egal ob XCOM, Solasta, Baldur’s Gate 3, Final Fantasy Tactics, Shining Force oder alles, was irgendwie mit Wizardry oder Might & Magic zu tun hat – Sascha spielt sie alle. Darum hatte er seit der ersten Early-Access-Ankündigung Lust auf Wartales. Doch hat das Spiel in seinem frühen, unfertigen Zustand schon das Zeug dazu, den Taktik-Veteranen anzusprechen oder solltet ihr von der Vorabversion noch eine Weile die Finger lassen?

Skrupellos zum Sieg

Als mir beim nächsten Spielstart Händler mit einem mächtigen Schwert und einer brauchbaren Rüstung im Angebot über den Weg laufen, ich aber nicht annähernd genug Gold besitze, klaue ich den Krempel einfach. Schon laufen die Kämpfe eine Ecke leichter.

In der ersten Stadt wiederhole ich das Spiel: Vorräte, Ausrüstung, Medizin – ich lasse alles mitgehen. Natürlich kriegen die Händler mit, dass ihr Zeug verschwindet, was Misstrauen erregt. Wenn ich nicht vorsichtig bin, habe ich künftig Wachen am Hals, die mir den Krempel wieder abnehmen und Bußgelder kassieren wollen. Im Zweifelsfall bin ich dann aber stark genug, mich gegen sie zur Wehr zu setzen.

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