Wer zum ersten Mal ein neues Notebook aufklappt, könnte bei einigen Modellen im ersten Moment etwas irritiert sein. Alles am neuen Rechner wirkt nahezu perfekt symmetrisch, nur das Touchpad scheint ein Eigenleben zu führen.
Statt genau in der Mitte ist es bei einigen Laptops ein gutes Stück nach links gewandert. Für Ästheten ist dieser Anblick nicht gerade ein optischer Hochgenuss, doch die Hersteller haben sich bei dem vermeintlichen Designfehler natürlich etwas gedacht.
Das Diktat der Schreibhaltung
Der Ursprung dieses Links-Dralls
liegt nicht am Touchpad selbst, sondern in der Evolution der Tastatur begündet. Sobald ein Laptop groß genug ist, um einen dedizierten Ziffernblock auf der rechten Seite zu beherbergen, verschiebt sich das gesamte Buchstabenzentrum aus der Mitte des Gehäuses nach links.
Der Unterschied zwischen zentriertem und nach links verschobenem Touchpad ist beim MSI Titan und Lenovo Legion Pro 7i gut zu sehen. (Quellen: MSI & Lenovo)
Da wir unsere Hände beim Tippen standardmäßig über den Tasten F und J positionieren, wandert unsere natürliche Arbeitshaltung mit. Würden die Ingenieure das Touchpad starr in der geometrischen Mitte des Gehäuses belassen, läge der rechte Handballen des Nutzers permanent auf der Sensorfläche.
Die Folge wären Fehlklicks und ein wild springender Cursor. Natürlich könnte man das Eingabegerät auch einfach immer so lange deaktivieren, wie man tippt. Doch wer will unterwegs bei der Arbeit schon ständig das Touchpad ein- und wieder ausschalten?
Ergonomie schlägt Geometrie
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Die Industrie folgt daher oft einer ungeschriebenen Design-Regel: Das Touchpad orientiert sich nicht am Gehäuserand, sondern an der Leertaste. Da die Leertaste im Zentrum des Tipp-Bereichs liegt, muss das Pad direkt darunter liegen, um den Daumen kurze Wege und den Handballen ausreichend Auflagefläche zu bieten.
Falls ihr lieber direkt mit einem Touchscreen statt einem Touchpad arbeitet, solltet ihr euch mal meinen Test zum Asus Zenbook Duo ansehen: Das Zenbook Duo hat mich im Test überzeugt, aber der eigentliche Star sind nicht die beiden Displays
Software als Retter der Symmetrie
Dennoch gibt es Hersteller, die den ästhetischen Kompromiss nicht eingehen wollen und auf die Intelligenz ihrer Software setzen. Ein prominentes Beispiel hierfür ist das MSI Titan. Trotz eines vollwertigen Ziffernblocks platziert der Hersteller das Touchpad exakt in der Mitte des Chassis. Die Idee dahinter ist, dass Spieler in der Regel die WASD-Tasten verwenden. In diesem Fall würde dann der linke Handballen mit dem Touchpad kollidieren.
Bei Apple ist ein nicht zentral platziertes Pad vermutlich völlig undenkbar, denn hier spielt das Design noch eine größere Rolle als bei den meisten anderen Laptop-Herstellern. Selbst beim großen 16-Zoll-MacBook liegt das Touchpad auf den Nanometer genau in der Mitte. Wer weiß, vielleicht verzichtet Apple auch aus diesem Grund selbst beim großen MacBook auf einen Ziffernblock?
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