Der Notebook-Markt ist unübersichtlich, die Hersteller versuchen, sich konstant mit ständig neuen Geräten gegenseitig zu überbieten. Für den Verbraucher ist es in dieser Produktflut manchmal schwierig sein Überblick zu behalten.
Bei GameStar findet ihr schon eine ausführliche Kaufberatung, in diesem Artikel empfehle ich keine speziellen Geräte sondern gehe darauf ein, was ihr von technischer Seite aus beachten solltet.
Der Kauf eines Gaming-Laptops kann schnell ins Geld gehen. Wer 1.000, 3.000 oder vielleicht noch mehr Euro ausgeben möchte, der will natürlich auch sicher sein, dass sein Geld gut investiert ist.
Wie also findet man nun den passenden Gaming-Laptop? In einer perfekten Welt könntet ihr euch einfach 10 Kandidaten in Haus holen, sie miteinander vergleichen und das für euch beste Gerät behalten. In der Praxis ist das in dieser Form leider nicht möglich. Daher solltet ihr schon vor dem Kauf überlegen, welche Bedürfnisse das neue Gerät überhaupt erfüllen soll.
Grafikkarte
Das wohl wichtigste und auch teuerste Bauteil eines Gaming-Notebooks ist die Grafikkarte. Wenn ihr an dieser Stelle euren Bedarf realistisch einschätzen könnt, spart euch das unter Umständen viel Geld. Wer nur gelegentlich mal am Feierabend Minecraft oder Ähnliches zocken will, der muss keinen High-End-Boliden mit einer RTX 4090m oder RTX 5090 Laptop für zigtausend Euro kaufen.
Je nachdem, wie hoch eure Ansprüche sind, reicht bereits eine RTX 4050m aus. Ernsthaftes Gaming geht aber eigentlich erst ab einer RTX 4060m oder einer Radeon RX 7700S los. Da ein wenig Leistungsreserve nicht schaden kann, würde ich aber direkt zu einer RTX 4070m raten. Einen Gaming-Laptop mit RTX 4060m findet ihr im Preisvergleich schon für unter 900 Euro, bei einem Gerät mit 4070m geht es aktuell bei rund 1.100 Euro los, Tendenz fallend.
Wenn ihr aber die neuesten AAA-Games in den höchsten Qualitätseinstellungen und in hohen Auflösungen spielen möchtet, dann kommt ihr um eine RTX 4080m oder 4090m nicht herum. Hier ist zu berücksichtigen, dass ein solches Gerät nicht nur deutlich teurer, sondern auch lauter und heißer wird.
Von besonderer Relevanz ist die sogenannte TGP (Total Graphics Power). Nvidia und AMD ermöglichen es den Herstellern, Grafikchips mit unterschiedlich hoher TGP zu konfigurieren. Dieser Wert gibt die maximal mögliche Leistungsaufnahme der Grafikkarte an.
Die TGP wird beispielsweise gerne bei besonders flachen Laptops reduziert, um das Kühlsystem nicht zu überfordern. Aber auch bei günstigen Laptops kann die Grafik bei einigen Modellen mit einer deutlich runtergeschraubten TGP betrieben werden. Hier möchte der Hersteller dann in der Regel am Kühlsystem sparen.
Exemplarisch seien an dieser Stelle die RTX 4060 und 4070m genannt, die jeweils mit einer TGP zwischen 35 und 115 Watt konfiguriert werden können. Dazu kommt dann noch ein Boost von 25 Watt. Hier ist zu berücksichtigen, dass eine 4070m mit niedriger TGP nicht schneller rendert als eine 4060m die mit der vollen Leistung arbeitet.
Soll ich auf die RTX-5000-GPUs warten?
Nvidia hat bereits die RTX-5000-Grafikkarten angekündigt. Bis die ersten Geräte verfügbar sind, wird es aber noch ein bis zwei Monate dauern. Auch wenn es bisher noch keine validen Benchmarks gibt, ist davon auszugehen, dass die neue GPU-Generation bei der Leistung einen Sprung nach vorn machen wird.
Hier ergibt sich nun eine interessante Option: Die Geräte mit der brandneuen Hardware werden zu Beginn natürlich teuer sein. Dagegen dürfte der Preis bei den Modellen der Vorgängergeneration fallen. Entsprechende Geräte werden eher früher als später abverkauft.
Wenn ihr also nicht das Neuste vom Neuen braucht, könnt ihr hier vielleicht ein echtes Schnäppchen machen. Wer aber die maximal mögliche Leistung will und den Laptop nicht sofort benötigt, sollte auf die Grafikkarten der neuen Generation warten.
Prozessor
Bei den High-End-Gaming-Laptops stellt sich die Frage nach der CPU eigentlich nicht. Die Hersteller bauen hier ohnehin immer eines der schnellsten Modelle von AMD oder Intel ein. Zu berücksichtigen wäre hier lediglich, dass es von AMD auch Notebook-Prozessoren mit dem schnellen X3D-Cache gibt. Dieser schnelle Zusatzspeicher auf der CPU bringt speziell bei Spielen zum Teil deutliche Vorteile.
Manche Hersteller verbauen bei den besonders günstigen Modellen stellenweise gerne Prozessoren aus älteren Generationen. Das muss jetzt nicht grundsätzlich etwas Schlechtes sein. Ihr solltet dennoch darauf achten, dass ihr keine CPU mehr kauft, die bereits vor mehreren Jahren auf den Markt gekommen ist.
Wie viele Kerne brauche ich?
Ich würde euch keine CPU empfehlen, die weniger als 8 Kerne hat, das ist aktuell noch ausreichend. Der Grund dafür ist, dass nach wie vor nur wenige Spiele mehr als 8 Kerne unterstützen. Das wird sich aber ändern, daher kann eine CPU mit mehr Kernen durchaus nicht schaden.
Bei Intel ist das mit den Kernen etwas tricky, da das Unternehmen im Gegensatz zu AMD auf eine hybride Architektur setzt. Die aktuelleren Chips besitzen Performance- (P-Core) und Effizienz-Kerne (E-Core).
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Hier ist primär die Anzahl der P-Cores für die Gaming-Leistung ausschlaggebend. Es sollten mindestens 6 P-Cores sein, wenn wir über einen Gaming-Laptop für Einsteiger sprechen. Für höhere Ansprüche wäre ein Modell mit 8 P-Cores die bessere Wahl.
Display
Wie groß das Display sein soll, wird in erster Linie vom Einsatzbereich des Laptops bestimmt. Wenn ihr das Gerät auch unterwegs nutzen möchtet, ist ein schweres 18-Zoll-Modell natürlich nicht die richtige Wahl. Bedenkt aber, dass kleine Gaming-Notebooks meist auch lauter und heißer sind als die größeren Geräte. Wenn der Laptop nur zu Hause auf dem Schreibtisch steht, solltet ihr im Zweifelsfall vielleicht besser zum größeren Rechner greifen.
Reine Geschmackssache und natürlich eine Preisfrage ist, ob ihr ein Modell mit hochwertigem OLED- oder Mini-LED-Panel möchtet oder ob euch ein normales IPS-Display ausreicht. Gewöhnlich ist es so, dass OLED und Mini-LED die bessere Bildwiedergabe liefern. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass es keine guten IPS-Bildschirme gibt.
Wichtig beim Spielen ist die Bildwiederholfrequenz. Ein 60-Hertz-Display kann auch nur maximal 60 FPS darstellen, nicht mehr. Für einen Entry-Level-Gaming-Laptop mit einer RTX 4060m kann daher schon ein 60- oder 75-Hertz-Panel ausreichend sein, besser sind aber natürlich 120 Hertz.
Bei schnelleren Grafikkarten wie etwa einer RTX 4090m sollten es dagegen mindestens 120 Hertz oder mehr sein. Mir ist allerdings auch kein Hersteller bekannt, der eine Oberklasse-Grafikkarte zusammen mit einem 60-Hertz-Display verbaut.
Die Auflösung sollte mindestens 1920 x 1080 Pixel (FHD) betragen, bei stärkeren Geräten sind auch Panels mit QHD- oder 4K-Auflösung sinnvoll. Für ein Gerät mit einer RTX 4060m oder 7700s ist ein 4K-Display dagegen rausgeworfenes Geld, jedenfalls wenn es rein ums Spielen geht. Die Leistung der genannten GPUs ist für solch hohe Auflösungen in 99 Prozent der Fälle schlicht nicht ausreichend.
Arbeitsspeicher und SSD
Das Thema Arbeitsspeicher ist relativ schnell durch: 16-GB-RAM müssen es heute mindestens sein. Für normale Anwendungen reicht das gewöhnlich aus. Solltet ihr dagegen häufiger Bild- oder Videobearbeitung auf gehobenem Niveau betreiben, sind 32 GB die bessere Wahl. 64 GB brauchen nach aktuellem Stand nur Profis und absolute Enthusiasten.
Berücksichtigt aber, dass bei manchen Laptops der RAM verlötet ist – er kann also nicht ausgetauscht werden. Ein schönes Beispiel dafür ist das kommende Razer Blade 16 (2025).
Die Größe der SSD ist weniger kritisch, da sie in der Regel leicht getauscht werden kann. Für den Anfang ist aber ein 1-TB-Modell eine gute Größe. Oder ihr kauft ein Modell mit möglichst kleiner SSD und rüstet preisgünstig selbst auf.
Einsparpotenzial
Wie ich schon erwähnt habe, ist der Zeitpunkt kurz vor der Einführung einer neuen GPU-Generation günstig, um einen neuen Laptop zu kaufen. Nehmt euch die Zeit und beobachtet den Markt: Ich bin davon überzeugt, dass wir noch sehr attraktive Angebote mit den GPUs der Vorgängergeneration sehen werden.
Sparen könnt ihr auch, wenn ihr bei Händlern nach B-Ware oder Retouren Ausschau haltet. Dort gibt es oft Geräte deutlich günstiger, die vielleicht einen kleinen Kratzer aufweisen oder einfach nur schon mal ausgepackt wurden. Letztlich geht ihr hier kein Risiko ein, ihr habt ja immer 14 Tage Widerrufsrecht, wenn ihr online bestellt.
Falls ihr ein Betriebssystem installieren könnt, sucht nach Modellen, die ohne OS ausgeliefert werden. Diese sind oft ein Stück günstiger, weil ja die Windows-Lizenz wegfällt. Falls ihr noch eine passende SSD oder vielleicht sogar noch RAM-Module daheim liegen habt, kauft ein Modell mit möglichst wenig RAM beziehungsweise kleiner SSD und rüstet dann selbst nach.
Welche Empfehlungen zum Kauf eines Gaming-Laptops habt ihr sonst so? Schreibt es mir in die Kommentare!

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