Na, Lust auf eine unangenehme Nachricht? Ich auch nicht, aber es muss sein: Am 14. Oktober endet der Support für Windows 10.
Das heißt für reguläre Nutzer im Klartext: Keine technische Unterstützung mehr, keine Software-Updates mehr und auch keine Sicherheits-Updates und Bugfixes mehr.
Mist, aber was macht man da jetzt?
Wir haben für euch die verschiedenen Optionen zusammengesammelt – von Hardware-Upgrades über das Umgehen von Mindestanforderungen bis hin zu Linux-Alternativen.
Einfach bei Windows 10 bleiben
Ich bin nicht eure Mutter und kann und will euch nichts vorschreiben. Wenn ihr wollt, könnt ihr also einfach weiter bei Windows 10 bleiben. Das Betriebssystem hört nicht über Nacht auf, zu funktionieren.
Empfehlen würde ich euch das aber höchstens als Übergangslösung – und selbst dann eigentlich nicht.
Wie gesagt: Ab Oktober gibt es keine Sicherheits-Updates mehr. Wenn ich euch die Situation bildlich beschreiben würde, würde sie wohl Worte beinhalten wie Piranha-Becken, Badelatschen und Aua, mein Bein.
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Das Upgrade auf Windows 11
Haha, Alana, du Spaßvogel. Wenn ich Windows 11 auf meinem Rechner installieren könnte, dann müsste ich ja wohl nicht diesen Artikel lesen.
Stimmt, habt ihr Recht, mein Fehler.
Aber selbst, wenn ihr Windows 11 aktuell nicht einfach so installieren könnt, weil ihr mit eurem System die Mindestanforderungen erfüllt, ist die Option einen zweiten Blick wert.
Option 1: Neue Hardware
Zum einen könnt ihr neue Hardware kaufen, um ebendiese Mindestanforderungen zu erfüllen. Wenn bei euch demnächst sowieso ein Hardware-Wechsel ansteht, dann könnte das Support-Ende von Windows 10 durchaus ein triftiger Grund sein, den Wechsel etwas nach vorn zu ziehen.
Um Windows 11 installieren zu können, müsst ihr folgende Mindestanforderungen erfüllen:
- CPU mit zwei Kernen und 1 GHz Taktrate
- 4 GB RAM und 64 GB Festspeicher
- UEFI, Secure Boot und TPM 2.0
- Grafikeinheit kompatibel mit DirectX12
- Display mit 720p Auflösung, 9 Zoll Display-Diagonale und 8 Bit pro Farbkanal
- Internetzugang
Abseits davon könnt ihr auch zu einem Notebook oder Komplettsystem greifen. Dort ist Windows 11 heute in aller Regel bereits vorinstalliert. Und macOS als Apple-Alternative will ich hier natürlich auch noch kurz erwähnt haben.
Option 2: Mindestanforderungen umgehen mit Rufus
Selbst, wenn ihr im Oktober keine neue Hardware kauft, gibt es Mittel und Wege, Windows 11 zu installieren. Die Software der Wahl dafür heißt Rufus. Mit der umgeht ihr die Systemanforderungen von Windows 11 teilweise, insbesondere das oft nicht vorhandene TPM 2.0.
Was es mit TPM 2.0 auf sich hat und wie ihr es mit Rufus umgeht, hat euch Jusuf bereits in einem eigenen Artikel erklärt.
Ich selbst habe Windows 11 auf meinem Privatrechner trotz fehlendem TPM 2.0 genau so installiert. Bisher bin ich dadurch auf genau ein Problem gestoßen: Anti-Cheat-Software auf Kernel-Level wie etwa Riot Games Vanguard setzen unter Windows 11 aktiv TPM 2.0 voraus.
League of Legends und Valorant kann ich aktuell also nicht spielen.
Wie wär's denn mal mit Linux?
Weder ein Verbleib auf Windows 10, noch neue Hardware noch die Installation von Windows 11 über eine nicht-offizielle Drittanbietersoftware kommen für euch infrage? Dann schaut euch doch mal bei Linux um.
Der Underdog zwischen Windows und macOS hat sein Image als kompliziertes Programmierer-Betriebssystem mittlerweile in Teilen zu Unrecht. Heute gibt es eine ganze Reihe von Distributionen, die sich mehr Nutzerfreundlichkeit und eine niedrigere Einstiegshürde auf die Fahnen geschrieben haben.
Softwares lassen sich per Package Manager genauso leicht installieren, wie ihr es auf dem Handy von App Store und Play Store kennt, und vor allem Singleplayer-Gaming hat auf Linux in den vergangenen Jahren große Schritte nach vorn gemacht.
Für Neulinge gibt es außerdem Distributionen, die ihre Abläufe und Designs so nah wie möglich an Windows halten, um euch den Einstieg zu erleichtern. Der Community-Liebling dafür ist Linux Mint mit Cinnamon als Desktop-Umgebung. Alternativen sind zum Beispiel Zorin oder ElementaryOS.
Eine Möglichkeit, verschiedene Linux-Optionen einfach mal auszuprobieren, ist die Webseite DistroSea. Die bildet die verschiedenen Distros im Browser nach und ihr könnt ohne Installation ausprobieren, was euch zusagt.
Für Browser-Nutzer: ChromeOS Flex
Hui, Linux? Das klingt trotzdem immer noch nach einer Menge Umgewöhnung. Gibt's da nicht noch was?
Lasst mich mal stöbern ... stimmt: ChromeOS. Das Betriebssystem von Google kommt eigentlich auf den hauseigenen Chromebooks zum Einsatz. Mit ChromeOS Flex gibt es aber auch eine Version, die ihr auf anderen Rechnern selbst installieren könnt.
Sören hat euch bereits vor drei Jahren beschrieben, wie er seinem alten Laptop mit ChromeOS Flex ein zweites Leben geschenkt hat. Ihr könnt es ihm heute immer noch nachtun.
Die Umgewöhnung sollte euch dabei deutlich leichter fallen, denn nicht nur ähneln sich Windows und ChromeOS in vielen Bereichen, das Betriebssystem ist auch auf eine flache Lernkurve und einen abgespeckten Umfang ausgelegt.
Heißt im Umkehrschluss: Vieles, was ihr von Windows als Powernutzer gewohnt seid, ist mit ChromeOS nicht möglich und gerade bei Programmen und Spielen müsst ihr oft Abstriche machen. Wenn ihr mit eurem Rechner aber vor allem für den Browser nutzt, habt ihr so noch eine Alternative zu Linux.


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