Der polnische Autor Andrzej Sapkowski ist eine Fantasy-Legende. Denn ohne ihn gäbe es den Hexer Geralt von Riva und das gesamte Witcher-Universum nicht. Doch ausgerechnet zu den Machern der gefeierten Witcher-Spiele, dem Studio CD Projekt Red, hat der Autor bekanntermaßen eine eigenwillige Beziehung.
So soll Sapkowski die Rollenspiele angeblich nie gespielt haben. Und 2018 kam es zwischen dem Autor und dem Entwicklerstudio zu einem öffentlich ausgetragenen Streit um Lizenzgebühren, nachdem der Autor den Fehler gemacht hatte, die Rechte an seiner Schöpfung für eine einmalige Summe statt einer Umsatzbeteiligung zu verkaufen.
Doch dieser Streit ist längst beigelegt. 2019 einigten sich beide Parteien auf einen neuen Deal: Der Autor bekam eine fette Nachzahlung, und für das kommende The Witcher 4 sollte er sogar wieder offiziell als Berater fungieren. In einem Interview mit den Kollegen von GamesRadar hat Sapkowski nun allerdings verraten, dass er in dieser Funktion eigentlich fast gar nichts zu tun hat.
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Ein exzellenter Vertrag
Während das Studio den Witcher-Schöpfer bei den vergangenen Serienteilen mehrfach um Rat hinsichtlich bestimmter Aspekte seiner Fantasy-Welt gebeten habe, werde er mittlerweile kaum noch gefragt
, so Sapkowski in dem Interview. The Witcher 4 werde somit nahezu keinen neuen Beitrag von ihm enthalten.
Was nach einer klaren Distanzierung klingt, scheint für den Autor aber vollkommen in Ordnung zu sein. Der Grund dafür dürfte wohl der lukrative neue Vertrag zwischen ihm und CD Projekt sein. Sapkowski beschrieb seine aktuelle Beziehung zu den Entwicklern als ausgezeichnet: »Die Verträge zwischen mir und den Spieleleuten sind jetzt exzellent. Hoffen wir, dass es so bleibt«.
Mehr Freiheit für CD Projekt
Für die Entwickler bei CD Projekt bedeutet die Distanz zu Sapkowski ein Plus an kreativer Freiheit. Schon vom ersten Teil an waren die Spiele mehr als eigenständige Schöpfung zu verstehen, denn als 1:1 Umsetzung von Sapkowskis-Büchern. Aus Sicht des Autors war eine Fortsetzung nämlich eigentlich nie vorgesehen.
Denn die Spiele handeln nach dem eigentlichen Ende der Buchsaga - eine Prämisse, die Sapkowski selbst einmal als unmöglich
bezeichnet hat. Doch CD Projekt Red hat das scheinbar Unmögliche möglich gemacht und damit eine eigene, bei Fans beliebte Interpretation der Welt geschaffen.
Durch den Erfolg von The Witcher 3 wurde die (von Fans mittlerweile gemiedene) Serienadaption des Witcher-Stoffes durch den Streamingdienst Netflix überhaupt erst möglich.
Dass die Entwickler den Autor jetzt kaum noch nach Rat fragen, zeigt vor allem eines: Nach drei Rollenspiel-Meisterwerken hat CD Projekt Red bewiesen, dass sie das Witcher-Universum verstanden haben und dessen Geschichte auf ihre Weise meisterhaft weitererzählen können.
Für die Entwicklung von The Witcher 4 brauchen sie Sapkowski nicht für jede Kleinigkeit – und der gelernte Wirtschaftswissenschaftler und Unternehmensberater ist glücklich, solange die Kasse stimmt. Bis das Spiel erscheint, dürfte es mit oder ohne Sapkowskis Hilfe jedoch noch ein ganzes Weilchen dauern. Vor 2027 rechnen wir derzeit nicht mit einem Release.
Wer The Witcher lieber in gedruckter Form zu sich nimmt, hat dafür aktuell umso mehr Grund zur Freude: Erst vor wenigen Wochen ist Sapkowskis neuestes Werk, ein Witcher-Prequel mit dem Titel Kreuzweg des Raben
in Deutschland erschienen. Das Buch ist für 25 Euro im Netz und im Einzelhandel erhältlich.
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