Der illegale Goldhandel hat in World of Warcraft eine ähnlich lange Historie wie in der echten Menschheitsgeschichte – okay, leicht überspitzt, aber das Farmen und Verkaufen von Gold gegen echtes Geld reicht zumindest Jahrzehnte zurück. Und da WoW: Forever zurück in die Anfangszeit des MMOs reist, stellt sich natürlich die Frage: Wie handhabt Blizzard das jetzt?
In einem Video-Q&A zu WoW: Forever findet Senior Game Designer Josh Greenfield klare Worte zum Goldhandel:
Und die letzte Sache bezüglich GDKP [Gold Dragon Kill Points, Anm. d. Red.] – und nicht nur GDKP, sondern Echtgeldhandel im Allgemeinen – ist, dass wir Goldkäufer sehr aggressiv bestrafen werden. Um ehrlich zu sein, waren wir gegenüber Goldkäufern wahrscheinlich zu nachsichtig und es war etwas zu einfach, einige unserer bisherigen Maßnahmen zu umgehen. Wir nehmen das jetzt sehr ernst.
Und als jemand, der selbst einen 22 Jahre alten World-of-Warcraft-Account besitzt, kann ich euch sagen: Es ist es nicht wert, diesen dauerhaft zu verlieren. Es ist es nicht wert, irgendeinen eurer Accounts permanent zu verlieren. Ich würde euch daher dringend empfehlen, es nicht zu tun – es lohnt sich nicht.
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WoW Forever Beta: Wird es dem Hype gerecht? | mit AresLPs & FalganWoW
Endlich harte Strafen?
Greenfield spricht damit konkret einen Umstand an, der das Spiel seit langer Zeit betrifft: dass der illegale Goldhandel oft nur unzureichend geahndet wird. In den Anfangsjahren von WoW wurde Ingame-Gold über Drittanbieter-Plattformen gegen echtes Geld verkauft, der Austausch selbst geschah dann im Spiel selbst, beispielsweise durch Face-to-Face-Trading oder abgesprochene Deals im Auktionshaus.
Die Ingame-Ökonomie von WoW ist ein Feld, über das sich Studienarbeiten schreiben lassen, beispielsweise auch über die chinesischen Goldfarmen, die dadurch entstanden. Die Kurzfassung: Der illegale Gold-Handel bedroht die Stabilität von World of Warcraft, weil In- oder Deflation das Spielerlebnis maßgeblich ruinieren können.
Blizzard reagierte damals und deklarierte solche Echtgeld-Goldhandel in den AGBs als illegal beziehungsweise illegitim – in der Folge wurden auch Abertausende Goldhändler gebannt, doch die Praktik blieb eine unbesiegbare Hydra, der man unendlich viele Köpfe abschlagen konnte.
Mit der Einführung von WoW-Marken ab 2015 unternahm Blizzard dann den Versuch, den Goldhandel zumindest zu beherrschen. Fortan konntet ihr euch von echtem Geld Marken kaufen, die sich wiederum gegen Spielzeit oder Goldwährung traden lassen. Dem illegalen Handel drehte das allerdings nie den Hahn ab: Da die offiziellen Preise sich stark von den inoffiziellen unterschieden, greifen viele Nutzerinnen und Nutzer trotzdem zum Hinterzimmer-Deal.
In WoW: Forever soll sich der Status Quo also drastisch ändern: härtere Strafen für Trader, Account-Bans und so weiter. Ob es tatsächlich dazu kommt, sehen wir dann ab Release am 4. November 2026.
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