Ist WoW unsozialer geworden? Blizzard reagiert auf Vorwürfe des Studio-Mitbegründers

Der Blizzard-Gründer Mike Morhaime hat sich in einem Interview über MMORPGs geäußert. Er findet, dass WoW unsozialer geworden ist. Jetzt reagierte der aktuelle Blizzard-CEO.

von Sara Petzold,
06.05.2020 14:10 Uhr

Mike Morhaime hat sich in einem Interview zu WoW und MMORPGs allgemein geäußert. Jetzt reagiert der aktuelle Blizzard-CEO. Mike Morhaime hat sich in einem Interview zu WoW und MMORPGs allgemein geäußert. Jetzt reagiert der aktuelle Blizzard-CEO.

Update vom 6. Mai: Inzwischen hat der aktuelle CEO von Blizzard, J. Allen Brack, auf die Vorwürfe seines Vorgängers reagiert, wie PCGamer berichtet. Er ist der Meinung, dass World of Warcraft heute »noch genauso sozial« sei wie damals zum Launch. Man habe sich aber »den Wünschen der Spieler angepasst« und »ein zeitgemäßes Spiel aus dem MMORPG« gemacht:

"Im Laufe der Zeit haben wir auf das Feedback aus der Community gehört und das Spiel hat sich zu etwas entwickelt, das wir modernes Spiel nennen, das wirklich die Breite und Tiefe des Gameplay erweitert hat, ebenso wie es einfacher gemacht hat, Freunde zu finden, Gruppen zu bilden, Fortschritt zu machen oder alleine zu spielen, alles in einem sozialen Umfeld."

Er wolle keine Debatte mit Morhaime starten, aber wies darauf hin, dass sich seit 2004 vieles verändert habe. Außerdem sei WoW nach wie vor enorm erfolgreich, wie das Wachstum im März sowohl bei WoW als auch WoW Classic deutlich mache. »Die aktive Community wächst schneller als sie es jemals getan hat und das außerhalb einer Erweiterungs-Launch-Zeit«, sagte Brack.

Ursprüngliche Meldung vom 30. April: Online-Rollenspiele und insbesondere World of Warcraft haben sich in den vergangenen Jahren zu weit von ihren Wurzeln entfernt, findet Blizzard-Gründer Mike Morhaime. Der ehemalige CEO des kalifornischen Entwicklerstudios sprach in einem Interview mit VentureBeat detailliert darüber, warum das Genre der MMORPGs sich in den vergangenen Jahren gewandelt hat:

WoW: Zugänglicher, aber weniger sozial

Was sind laut Morhaime die Wurzeln des MMO-Genres? Der Blizzard-Gründer erklärt, dass der Ursprung der Online-Rollenspiele auf der Idee basiere, ein gemeinsam erfahrbares Spielerlebnis anzubieten:

"Ich glaube, die Macht, diese Erfahrungen mit anderen Leuten zu teilen, stellt den Kern der Erlebnisse dar, die wir versuchen zu erschaffen. Der Sinn [des Spiels] ergibt sich aus der Möglichkeit des Teilens dieser Erfahrungen."

World of Warcraft sei zum Zeitpunkt seines Erscheinens das »sozialste« Spiel in Blizzards Portfolio gewesen, sagt Morhaime - und das habe zu dem immensen Erfolg des Online-Rollenspiels beigetragen: Spieler mussten sich mit anderen Spielern zusammentun, einer Gilde beitreten und kooperieren, um alle Inhalte von WoW erleben zu können.

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Was hat sich an Online-Rollenspielen verändert? Dass klassische MMORPGs wie WoW mittlerweile an Beliebtheit verloren haben, hängt laut Morhaime direkt mit diesem Aspekt zusammen:

"Zugänglichkeit und investierte Zeit spielen dabei eine Rolle, und ich würde nicht sagen, dass MMOs in der Zukunft keine Wiedergeburt erleben können. Aber vielleicht gibt es andere Arten von Spielen, die diese soziale Erfahrung mittlerweile besser vermitteln können. Außerdem habe ich festgestellt, dass WoW über die Jahre weniger sozial geworden ist, weil wir mit dem Versuch, das Spiel zugänglicher zu machen, einige der Gründe entfernt haben, dass ihr immer wieder mit denselben Leuten zusammenspielen musstet. Ich denke, das nimmt einigen Leuten den Grund, warum sie das Spiel überhaupt spielen. "

Morhaime geht also davon aus, dass Online-Rollenspiele wie WoW nicht mehr so erfolgreich sind wie vor zehn oder fünfzehn Jahren, weil die Entwickler die Notwendigkeit des Zusammenspiels der Zugänglichkeit geopfert haben.

Der Markt für Online-Rollenspiele westlicher Machart ist während der vergangenen Jahre entsprechend geschrumpft, was sich unter anderem an eingestellten MMOs dem einstigen Hoffnungsträger Wildstar und dem Ausbleiben der Ankündigung eines neuen AAA-MMORPGs zeigt.

Spieler haben keine Lust auf Organisation

Was moderne Online-Spiele dem Genre des MMORPGs voraushaben, deutet sich in dem VentureBeat-Interview an anderer Stelle an: Interviewer Seth Schiesel stellt nämlich fest, dass ein zentrales Problem von Online-Rollenspielen in der Organisation großer Spielergruppen besteht.

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Online-Shooter oder kooperative Spiele wie Destiny 2, Call of Duty oder Borderlands 3 liefern Spielern die gewünschte soziale Spielerfahrung und legen einen primären Fokus darauf. Sie verzichten aber größtenteils auf ausufernde Suche nach Mitspielern und vereinfachen damit den Zugang zu dem sozialen Gameplay, das sich viele Videospielfans offensichtlich wünschen.

Trotzdem ist das Genre der Online-Rollenspiele nicht tot, auch wenn große AAA-Produktionen ausbleiben. Hoffnung macht Amazons New World, über das ihr in unserer ausführlichen Spielevorstellung mehr erfahren könnt. Weitere Top-Stories und Neuigkeiten zum Thema MMORPGs lest ihr außerdem bei unseren Kollegen von Mein-MMO.

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