50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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8 Jahre lang wuchsen tausende WoW-Fans auf einem privaten Server zu einer Community zusammen, jetzt zieht Blizzard den Stecker per Abmahnung

Nach acht Jahren zwingt Blizzard die Betreiber zweier beliebter World of Warcraft Fan-Server per gerichtlicher Abmahnung zur endgültigen Schließung.

Zum Team von Turtle WoW gehörte auch der Concept Artist Lionel Schramm, der zahlreiche Events und Updates des Servers mit Artworks wie diesem illustrierte. Zum Team von Turtle WoW gehörte auch der Concept Artist Lionel Schramm, der zahlreiche Events und Updates des Servers mit Artworks wie diesem illustrierte.

Acht Jahre sind eine halbe Ewigkeit in der Welt der Online-Rollenspiele. Für die Community des privaten Servers Turtle WoW waren es Jahre voller neuer Abenteuer in einer altbekannten Welt, in denen tausende Fans eine treue Gemeinschaft bildeten.

Doch diese Reise findet nun ein jähes Ende: Nachdem Blizzard Entertainment gerichtlich gegen die Betreiber vorgegangen ist, müssen diese den Betrieb einstellen. Und es trifft nicht nur sie: Auch ein weiteres großes Fan-Projekt muss seine Pforten schließen.

Das Ende einer Ära

Wie die Entwickler hinter dem beliebten Server in einem emotionalen Forenbeitrag bekannt gaben, gehen die Lichter am 14. Mai 2026 endgültig aus. Um Mitternacht am 15. Mai werden die Server vom Netz genommen.

Vorausgegangen war eine Urheberrechtsklage von Blizzard, die bereits im vergangenen September eingereicht wurde und bei der ein Richter kürzlich zugunsten des Entwicklerstudios entschied. Aus den Gerichtsunterlagen geht hervor, dass sich beide Parteien auf einen Vergleich geeinigt haben, der nun unweigerlich die Abschaltung von Turtle WoW zur Folge hat.

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Chef-Entwickler Torta wandte sich mit wehmütigen Worten an die Community: Die Arbeit an dem Projekt sei der Höhepunkt seines Lebens gewesen. Die gemeinsam erlebten Abenteuer und geschlossenen Freundschaften hätten all die Mühe wert gemacht. Am 16. Oktober werden schließlich auch alle zugehörigen Social-Media-Kanäle und Foren gelöscht.

Falls ihr das Projekt nicht kennt: Turtle WoW war kein gewöhnlicher privater Server, der lediglich die Vanilla-Version von World of Warcraft aus dem Jahr 2004 kopierte. Vielmehr verfolgte das Team einen ähnlichen Ansatz wie Old School RuneScape und erschuf eine Art inoffizielles Classic Plus.

Das bedeutet, das Maximallevel blieb bei 60 und die ursprüngliche Lore wurde beibehalten, doch das Spiel wurde um neue Zonen, Dungeons, spielbare Völker und sogar neue Raids erweitert.

Turtle WoW bleibt dabei nicht das einzige Opfer der aktuellen Abmahnwelle. Auch die Verantwortlichen von Stormforge haben bekannt gegeben, dass sie den Betrieb ihrer World of Warcraft Server am 14. Mai 2026 einstellen werden.

Nach einer Unterlassungserklärung und anschließenden Gesprächen mit Blizzards Rechtsvertretern habe man sich darauf geeinigt, jede Verbreitung von Inhalten rund um das MMO zu stoppen. Neue Accounts können dort bereits nicht mehr erstellt werden.

Geht es Blizzard um das Geld oder eigene Pläne?

Warum Blizzard gerade jetzt so hart durchgreift, darüber lässt sich nur spekulieren. Zum einen betrieben die Server Echtgeld-Shops, was für die Rechtsabteilung eines großen Publishers naturgemäß ein rotes Tuch darstellt. Es ist eine Sache, ein Fan-Projekt aus reiner Leidenschaft zu betreiben, aber sobald Geld fließt, ist die Toleranzgrenze meist schnell erreicht.

Offiziell geduldete Fan-Server, wie etwa Project 1999 für EverQuest oder Homecoming für City of Heroes, bleiben in der Spielebranche leider die absolute Ausnahme. Ein offener Aufruf des Turtle-WoW-Teams, ein ähnliches Lizenzmodell für Fan-Server von World of Warcraft zu etablieren, stieß bei Blizzard auf taube Ohren.

Zum anderen drängt sich eine Parallele auf: Bereits 2016 ging Blizzard massiv gegen den damals riesigen Vanilla-Server Nostalrius vor, und nur ein Jahr später wurde offiziell World of Warcraft Classic angekündigt.

Da Blizzard nach dem Ende der aktuellen Season of Discovery ohnehin eigene Ideen in Richtung eines echten Classic Plus andeutet, könnte das Vorgehen gegen die private Konkurrenz auch strategische Gründe haben. Man räumt schlichtweg den Markt auf, um Platz für eigene, neue alte Inhalte zu World of Warcraft zu schaffen.

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