Es gibt wenige Spiele, die mich nicht nur für ein paar dutzend Stunden begeistert, sondern mit ihrer Geschichte und den Figuren auch über den Bildschirmrand hinaus nachhaltig geprägt haben. GameStar-Plus-User wissen bereits: Xenoblade Chronicles ist eines davon.
Der Wii-U-Ableger Xenoblade Chronicles X ist bis heute einer meiner Favoriten. Dennoch blieb dem Rollenspiel aufgrund der gefloppten Nintendo-Konsole der große Erfolg vergönnt. Nun plötzlich das brandheiße Gerücht: Ausgerechnet dieses Spiel soll als Remake für die Switch 2 erscheinen. Da tanzen vor Freude die Noppons in meinem Bauch!
Erde futsch, Raumschiff futsch, der Spaß kann beginnen
Worum geht's denn überhaupt? Die Menschheit muss ins Weltall fliehen. Warum? Weil Aliens die Erde zerstört haben - doof. Viele Schiffe haben nicht einmal den Startvorgang heil überstanden - noch doofer. Nur meiner Arche namens Weißer Wal
gelingt die Flucht - überhaupt nicht doof.
Nach zwei Jahren Weltraumtourismus muss mein Schiff auf dem Planeten Mira notlanden. Dort gilt es, dem Überbleibsel der Menschheit eine neue Bleibe zu errichten. Als frisch aus dem Kälteschlaf geholter Rekrut muss ich in New Los Angeles
und vor allem in der Welt vor den Stadttoren für Sicherheit sorgen.
Diese Welt ist gigantisch und wunderschön. Die atemberaubenden Landschaften von XenoChron X erstrecken sich über wahnwitzige 398 Quadratkilometer - knapp das Dreifache von The Witcher 3! Mit Wüsten, Sümpfen, einem Dschungel und schier endlosen Grastälern wird meinen Augen jede Menge Abwechslung geboten. Ein Fan auf Reddit untermauert meine Behauptung mit wunderschönen Bildern.
Noch dazu werden die Areale von Unmengen an Kreaturen bevölkert, was das Erkunden des fremden Planeten auch abseits der Handlung und Nebenquests ungemein spannend macht. Wo mich Starfield noch 2023 bitter enttäuscht hat, konnte Xenoblade schon 2015 auf ganzer Linie abliefern.
Eine Story ohne Tiefen - aber auch ohne echte Höhen
Der Handlung möchte ich einen separaten, wenn auch kurzen Abschnitt widmen. Immerhin reden wir hier von Xenoblade Chronicles - einer Serie, die von hunderttausenden Fans weltweit vor allem für ihre Geschichte verehrt wird.
XenoX erreicht für mich in dieser Hinsicht nicht ganz die Brillanz der anderen Teile. Das klingt aber negativer, als es gemeint ist. Die Story des Rollenspiels erlaubt sich in den dutzenden Spielstunden keine groben Patzer, aber: Sie erreicht auch nie einen Höhepunkt, der mich umgehauen oder gar zu Tränen gerührt hat, was den anderen Serieneinträgen gleich mehrfach gelungen ist.
Das liegt unter anderem daran, dass ich hier nicht in die Haut eines bis in die Haarspitzen fertig ausgearbeiteten Charakters schlüpfe. Stattdessen kann ich in einem Editor zu Beginn des Abenteuers meinen Avatar gestalten, der jedoch von Anfang bis Ende stumm bleibt.
Die anderen Xenoblades machen das besser: Dank unvergesslicher Hauptfiguren wie Shulk, Rex oder Noah bin ich emotional mehr im Geschehen verankert. Hier verschenkt X vor allem in den zahlreichen Zwischensequenzen einiges an Atmosphäre.
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Der Story-Trailer sorgt bei Fans für eine richtig dicke Gänsehaut
Das Gameplay macht mich einfach glücklich
Dass ich Xenoblade Chronicles X so sehr in mein Herz geschlossen habe, liegt auch an der ungeheuren Tiefe des Gameplays. Im Vergleich zu den anderen Xenoblade-Spielen fühlt sich X am meisten wie ein gigantisches Rollenspiel an.
Ich liebe es, wenn ich nicht nur knietief, sondern bis an die Nasenspitze in einem Spiel versinke - ihr auch? Sehr gut, dann passt mal auf, was ihr hier geboten bekommt:
- Kampfsystem: Serientypisch fesselt mich XenoX auch wieder mit einem actionreichen und dennoch komplexen Kampfsystem. Ich reihe Skills aneinander, die abhängig von meiner Position zum Gegner sind, muss zwischen Waffengattungen wechseln und auch Wetter, Gelände sowie die Teammoral im Auge behalten.
- Klassenwahl: Acht verschiedene Karrierepfade stehen zur Auswal, die mir einzigartige Vorteile und Skills bieten. Ich kann aber auch jederzeit zwischen den Klassen wechseln, ohne die jeweils gesammelte Erfahrung zu verlieren - super!
- Charakterentwicklung: Für viele Aktivitäten im Spiel erhalte ich Talentpunkte, mit denen ich meine Fähigkeiten verbessern kann. Zusammen mit Hieb- und Stichwaffen, Schilden, Feuerwaffen, Rüstungswerten, Modifikationen und weiteren Systemen entsteht eine ungeheure Rollenspiel-Tiefe.
- Mechs: Im späteren Spielverlauf kann ich in einen sogenannten
Skell
schlüpfen. Am Steuer dieser Kampfkolosse teile ich umso härter aus, muss dafür aber auf den (teuren!) Treibstoff achten. - Quests, Quests, Quests: Die Anzahl an Haupt- und Nebenaufgaben ist fast schon überwältigend. Dass dieser imposante Umfang ein
Aber
beinhaltet, könnt ihr euch vermutlich schon denken, dazu komme ich gleich im nächsten Abschnitt.
Liebes Remake, ich wünsche mir von dir…
Ihr merkt: Ich liebe XenoChroniX einfach mit Haut und Haaren. Jetzt widmen wir uns abschließend noch dem Anlass dieser Kolumne. Wenn tatsächlich ein Remake für die Switch 2 erscheint, möchte ich bitte folgende Mängel nie wieder erdulden müssen:
- Das User Interface: Scrollt bitte nochmal nach oben und schaut euch einen Screenshot an, etwa von den Kämpfen oder dem Klassenwechsel. So, und nun stellt euch vor, ihr betrachtet dieses Bild aus einem Abstand von mehreren Metern auf eurem Fernseher. Kurzum: Das Remake sollte das viel zu kleine Interface bitte von Grund auf modernisieren, meine Augen werden schließlich nicht jünger!
- Die Nebenmissionen: Erinnert ihr euch noch an das angeteaserte
Aber
, als es vorhin um die Menge an Quests ging? Hier ist es: Viele Nebenquests sind in etwa so spannend wie die Jahreshauptversammlung des Vereins Deutscher Waffeleisenbesitzer. Als Ehrenmitglied weiß ich, wovon ich spreche! Die Quests sollte MonolithSoft daher im Remake abwechslungsreicher gestalten. - Das Tutorial: Klassenwechsel, ein Kampfsystem mit positionsabhängigen Skills und Wettereinflüssen, Mechs und mehr - puh, das war anno 2015 selbst für mich als JRPG-Connoisseur anfangs ziemlich überwältigend. Und das Spiel sagt:
Hier, mach mal, viel Spaß!
Ich hoffe sehr, dass das Entwicklerteam diese Anfangserfahrung überarbeitet und mich etwas mehr an die Hand nimmt.
Warum ist Xenoblade Chronicles eigentlich gefloppt? Kurzum: Die Wii U ist Schuld. Nintendos erfolgloser Staubfänger ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass das Rollenspiel trotz sehr guter Wertungen unterging.
Zum Release des Spiels im Jahr 2015 besaßen gefühlt nur sieben Leute eine Wii U - ich war und bin bis heute einer davon. Einige hervorragende Titel konnten aufgrund der kleinen Zielgruppe keine Erfolge feiern, etwa Donkey Kong Country: Tropical Freeze, Bayonetta 2 - und auch Xenoblade X.
Ich fiebere der Switch 2, der Super Switch, der Switch U - oder wie auch immer Nintendo seine nächste Konsole nennen mag - ohnehin schon mit kindlicher Ungeduld entgegen. Sollten sich die Gerüchte um das Remake von Xenoblade Chronicles X tatsächlich bewahrheiten, wird das Warten zur reinen Qual.
Trotzdem bete ich dafür, dass der Leak stimmt. Denn mir fällt kein anderes in Vergessenheit geratenes Wii-U-Spiel ein, dass es so sehr verdient hat, von Spielefans auf dem ganzen Globus geliebt zu werden. Na gut, bis auf Yoshi's Woolly World, aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag.
Tummeln sich zufällig die anderen sechs Wii-U-Besitzer in unserer Community? Wenn ja: Habt ihr XeChrX damals auch gespielt und wenn ja, wie lautet euer Fazit? Astreines Sci-Fi-Rollenspiel oder doch eher interstellare Bruchlandung? Irgendwas dazwischen? Welche Wünsche hättet ihr an das potenzielle Remake? Schreibt mir eure Ideen gerne in die Kommentare!
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