Wenn ich neue Handys auf dem Tisch liegen habe, schaue ich mir selbstverständlich auch immer die Akkukapazität an. Und da gerate ich im ersten Moment immer schnell in den Standardmodus: 5.000 Milliamperestunden (mAh)? OK. 6.000? Besser. Über 8.000? Wow!
Größere Zahlen sind auf den ersten Blick natürlich immer besser. Dieses Denken ist irgendwie natürlich, aber auch des Öfteren falsch. Das Prinzip dahinter habe ich bereits ausführlicher erklärt.
Das Xiaomi 17 als Fallbeispiel
Das Xiaomi 17 hat einen 6.330-mAh-Akku, der zumindest auf den ersten Blick beeindruckend groß klingt für ein Gerät, das mit seinen 6,3 Zoll in die Kategorie »kompakt« fällt.
Im PCMark-Akkutest kommt das Smartphone auf 24 Stunden und 26 Minuten. Ein herausragendes Ergebnis und damit Platz vier in meiner persönlichen Bestenliste aller seit 2024 getesteten Geräte.
PCMark Akku-Benchmark
Xiaomi 17
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Aber machen wir mal den Vergleich, der das Prinzip gut erklärt: Das Sony Xperia 1 VII schafft mit einem 5.000-mAh-Akku 26 Stunden und 18 Minuten in meinem Benchmark.
Weniger Kapazität also, aber rund zwei Stunden mehr Laufzeit als das Xiaomi 17. Wie ist das möglich?
Die Kapazität ist nur ein Teil der Formel
Das Gegenbeispiel aus meinen Tests liefert das Redmagic 11 Air: 7.000 Milliamperestunden – das klingt nach Laufzeitmonster. im PCMark‑Benchmark kommt das Gaming‑Handy in meinem Test nur auf 12 Stunden und 11 Minuten – gemessen an 7.000 mAh ist das wenig.
Warum? Nun, das Redmagic ist auf maximale Performance ausgelegt, nicht auf Effizienz. Der aktive Lüfter läuft häufig, der Chip arbeitet auf hohen Taktraten und das Software-Management ist vermutlich nicht so ausgereift wie bei anderen Herstellern – der Akku leert sich entsprechend schnell.
Sony macht das Gegenteil: clevere Energieverwaltung, gutes RAM-Management, ein effizienter Betrieb im Hintergrund. Das ist die wichtigste Akkulaufzeit-Formel und nicht die Akkukapazität auf dem Datenblatt.
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Das Xiaomi 17 profitiert von zwei Faktoren: Erstens setzt Xiaomi auf die neue Silizium-Kohlenstoff-Anode-Technologie. Silizium-Kohlenstoff-Anoden können mehr Lithiumionen pro Masseeinheit speichern als klassische Graphit‑Anoden. Dadurch steigt die Energiedichte des Akkus bei gleicher Baugröße.
Deshalb passt ein 6.330-mAh-Akku in ein Gerät, das äußerlich einem Samsung Galaxy S26 entspricht, welches aufgrund der traditionellen Lithium-Ionen-Technik gerade einmal 4.300 Milliamperestunden bietet.
Zweitens hat Xiaomi beim Zusammenspiel von HyperOS 3 und dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 offensichtlich richtig gute Arbeit bei der Effizienz geleistet.
Was 24 Stunden im Alltag bedeuten
Im PCMark-Test erledigt die Software realistische Alltagsaufgaben wie: Surfen, Texte tippen, Videos schauen, Bildbearbeitung. Das passiert so lange, bis der Akku von 100 auf 20 Prozent fällt.
24 Stunden und 26 Minuten sind dabei ein Wert, der auf mehr als einen vollen Tag mit sehr komfortabler Reserve hindeutet. Bei gemischter Nutzung mit Kamera, etwas Gaming, Messaging und Streaming kam ich im Test locker zwei Tage hin, bevor ich das Ladekabel anstecken musste.
Zum Vergleich: Das Samsung Galaxy S26 kam in meinem Test auf 16 Stunden und 21 Minuten. Das Xiaomi 17 liegt im Benchmark damit über acht Stunden darüber, bei einem Formfaktor, der sich kaum unterscheidet.
Die Lehre aus dem Xiaomi 17
Schaut beim nächsten Smartphone-Kauf also nicht nur auf die Milliamperestunden. Ein gut optimiertes Gerät mit 5.000 mAh kann ein schlecht optimiertes mit 7.000 mAh locker schlagen – Sony demonstriert das sehr eindrucksvoll.
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Und das Xiaomi 17 zeigt, dass neue Akkutechnologie plus gute Software-Optimierung auch in kompakten Geräten zu außergewöhnlichen Laufzeiten führen.
Der nächste Schritt – und da bin ich wirklich gespannt – wäre ein Smartphone, das beides kombiniert: Sonys Effizienz mit einem großen Silizium-Kohlenstoff-Akku. Vielleicht sprechen wir schon bald über mehr als 30 Stunden im Akku-Benchmark, wer weiß?


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