YouTuber ermogelt sich Diamond Play Button - mit Geld anstatt 10 Millionen Abonnenten

Eigentlich bekommen YouTuber die Diamond-Auszeichnung erst für 10 Millionen Abos. JackSucksAtLife fand aber einen simplen Exploit und kaufte sie stattdessen.

von Stephanie Schlottag,
27.07.2020 10:10 Uhr

10 Millionen Abonnenten bei YouTube. Dafür erhält man den offiziellen Diamond Play Button. Die begehrte Trophäe haben bis heute weniger als 800 Kanäle ergattert - unter ihnen Pewdiepie, Ryan Higa und KSI. Der Weg zum Ruhm hat aber eine Abkürzung - zumindest, wenn man nicht vor Mogelei zurückschreckt.

In einem Experiment schaffte es der YouTuber JackSucksAtLife, sich einen Diamond Play Button zu schnappen, obwohl er »nur« 1,3 Millionen Abonnenten hat. Wie er das mithilfe einer simplen URL-Änderung und ein paar tausend Dollar schaffte, erklärt er in einem Video.

Zur Klarstellung: Das Ganze tat er nicht, um behaupten zu können, er habe tatsächlich 10 Millionen Abos erreicht. Sein Video sollte andererseits auf eine Schwachstelle im System aufmerksam machen - und zwar mit einem witzig gemeinten Augenzwinkern.

So ermogelte sich JackSucksAtLife die Trophäe

Ein befreundeter YouTuber machte Jack auf den möglichen Exploit aufmerksam: Er hatte eine Website entdeckt, auf der man sich Ersatz für bereits erhaltenen Buttons kaufen kann, falls diese verloren gehen oder beschädigt werden.

Schwachstelle URL

Dazu muss ein Kanalbetreiber lediglich YouTube kontaktieren und bekommt daraufhin eine URL, die ihn direkt zur richtigen Shopseite führt. Einfach ausgedrückt: Ein YouTuber, der sich seine Silber-Auszeichnung neu kaufen will, landet nur auf dem Produkt »Silberner Button«. Dabei gibt es aber einen entscheidenden Haken.

Wie Jack schnell herausfand, reichte es aus, das Wort »silber« in der URL in »diamond« zu ändern. Der Shop aktualisierte sich brav und lud die Diamond-Seite. Der 10-Millionen-Button kostet dort übrigens 3.000 US-Dollar - die JackSucksAtLife gewillt war, auf den Tisch zu legen.

Ein letztes Hindernis

Jack musste mit anderen Daten als seinen eigenen bestellen, damit der Schwindel nicht aufflog. Immerhin sind seine persönlichen Infos und Abo-Zahlen bei YouTube ja bekannt. Vorsichtshalber wählte er also einen Umweg: Ein Freund gab an, er sei der populäre YouTube KSI - und YouTube überprüfte diese Angaben offenbar nicht. Kurze Zeit später wurde der Diamond Button verschickt.

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Das Ergebnis

3.000 Dollar und einige Wochen Wartezeit später hielt Jack den erschummelten Diamond-Button in der Hand. Auf dessen Rückseite stand allerdings eine Widmung an KSI. Am Ende des Videos scherzt er darüber, dass er sie einfach mit Tape überkleben wird.

Jack kontaktierte laut eigenen Angaben nach erfolgreicher Mogelei die entsprechenden Stellen bei YouTube, um sie auf die Schwachstelle aufmerksam zu machen. Damit wollte er verhindern, dass die Website von Nachahmern überrannt wird, sobald er sein Video online stellte. Inzwischen sollte der Exploit nicht mehr möglich sein.

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