Fragt man Filmfans, ob sie CGI oder handgemachte Effekte bevorzugen, dann dürften die meisten Letzteres antworten. Es fühlt sich für viele einfach »echter« an.
1939 war das noch keine Frage; von Computereffekten war man noch rund 50 Jahre entfernt. Deshalb musste man Effekte praktisch erzeugen, wenn man sie brauchte.
Bei »Der Zauberer von Oz« wurde das den Schauspielerinnen und Schauspielern teilweise zum Verhängnis. Drei Beispiele von hinter den Kulissen des Kultfilms zeigen, warum CGI heute die bessere Lösung sein können.
Giftiges Make-up
Wie lässt man den Zinnmann möglichst echt aussehen? Diese Frage stellten sich auch die Kostümdesignerinnen und -designer vor dem Dreh. Echtes Zin? Oder doch Silberpapier?
So oder so, die Haut des Schauspielers musste silbern scheinen. Deshalb haben sie sich im Falle der Schminke für Make-up entschieden, das mit Aluminiumstaub versehen war (via Thought Co.) – ein fataler Fehler.
Nach neun Tagen am Set stellte der Schauspieler, Buddy Ebsen, Kurzatmigkeit und Krämpfe bei sich fest. Daraufhin musste er ins Krankenhaus gebracht werden, weil seine Lunge aufgrund des Aluminiumstaubs, den er eingeatmet hatte, versagte.
Er wurde schlussendlich ersetzt. Der neue Darsteller bekam ein anderes Make-up und hatte infolgedessen »nur« mit einer Augenentzündung zu kämpfen.
Echte Explosionen
Damit niemand verletzt wird, kommen Explosionen und Rauch heutzutage in so gut wie allen Fällen aus dem Computer. Bei »Der Zauberer von Oz« kamen echte Verpuffungen zum Einsatz.
Margaret Hamilton, die die grüne Hexe des Westens spielte, hatte zwar ein Stuntdouble, doch ihren ersten Auftritt wollte sie selbst hinlegen.
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So sollte sich die Szene eigentlich abspielen: Nach ihrer ersten Szene im Film sollte die grüne Hexe des Westens mithilfe ihrer magischen Kräfte in einer Rauchwolke verschwinden. Durch eine Falltür sollte Hamilton hinter dem Smog verschwinden.
Das ist passiert: Die Rauchwolke wurde durch eine echte Explosion verursacht. Die Falltür öffnete sich allerdings nicht schnell genug, sodass Hamiltons Kleid Feuer fing.
Wie TV Spielfilm schreibt, erlitt die Schauspielerin Verbrennungen zweiten und dritten Grades.
Explosionen verletzten allerdings noch eine weitere Person. Hamiltons Stuntdouble übernahm fortan die Szenen, in denen mit Feuer oder Rauch hantiert wurde. So saß Betty Danko auf einem Metallrohr, das mit explosiven Materialien gefüllt war. Das ging hoch, wodurch sich die Stuntfrau schwere Verbrennungen an den Beinen zuzog.
Besonders makaber: Um die Szene am Ende im Film verwenden zu können, stellte man ein neues Stuntdouble für Hamilton ein.
Schnee aus Asbest
Wenn man heute von Asbest liest, weiß man: Das Zeug ist verdammt gesundheitsgefährdent! Es ist giftig und sorgte im 20. Jahrhundert für allerlei Fälle von Asbestose, die nicht selten tödlich endet.
Besonders pikant ist daher, dass Asbest jahrzehntelang bei Filmproduktionen zum Einsatz kam, meist in Form von Schnee – so auch bei »Der Zauberer von Oz«, schreibt Atlas Obscura.
Obwohl die Gesundheitsrisiken von Asbest zu dieser Zeit bereits bekannt waren, setzte Hollywood bis in die 70er und 80er Jahre teilweise auf reinen Asbest.
- Es sieht Schnee zum Verwechseln ähnlich.
- Asbest ist schwerentzündlich.
Also, ja, in der Szene, in der Judy Garland als Dorothy in einem Mohnblumenfeld aufwacht und die Hexe des Südens es schneien lässt, wird die Schauspielerin mit reinem, kristallisiertem Asbest bepudert.
In The Shining 1980 machte man es besser: Stanley Kubrick verwendete 900 Tonnen Salz und geschreddertem Styropor.
1990 wurde die Nutzung von Asbest dann seitens der EU in Europa verboten. In den USA folgte ein Verbot schließlich erst 2024. Wenn ihr heute also Schnee in modernen Weihnachtsfilmen seht, dann ist er nicht mehr giftig.
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