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Zelda: Das Remake zu Ocarina of Time sieht eigentlich grandios aus, aber lässt mich gleichzeitig erschaudern

Ich trage keine rosarote Nostalgiebrille, wenn es um Ocarina of Time geht. Und trotzdem (oder gerade deshalb) gibt mir das Gameplay zwiespältige Gefühle.

Viele sind mit dem Look des neuen Zelda-Remakes zufrieden, anderen erscheint er seltsam. Fabiano gehört zu letzteren. Viele sind mit dem Look des neuen Zelda-Remakes zufrieden, anderen erscheint er seltsam. Fabiano gehört zu letzteren.

Ich habe eine komplizierte Beziehung zu The Legend of Zelda. Eigentlich hat Nintendos Spielereihe mich von frühesten Kindesbeinen an geprägt. Meine allererste Spielekonsole war die Super Nintendo und auf der habe ich natürlich A Link to the Past gespielt! Zumindest, solang ihr meinem 6-jährigen Ich »stundenlang ziellos umherlaufen und Gras bekämpfen« als »Spielen« durchgehen lasst.

Ich war aber zumindest fasziniert genug, dass ich das Spiel Jahre später im Erwachsenenalter dann noch einmal richtig nachholen wollte. Allerdings endete mit A Link to the Past meine Hyrule-Karriere für sehr lange Zeit. Erst mit Breath of the Wild fand ich in die Fantasywelt zurück – doch schon Tears of the Kingdom konnte mich wiederum nicht lange halten.

Wer sich mit Zelda auskennt, dem wird bei diesem Lebenslauf auffallen – ich habe eines der ikonischsten Zelda-Spiele nie erlebt: Ocarina of Time. Genau das Zelda, das schon im November ein Remake erhält und zu dem es gerade erstmals das neue Gameplay enthüllt wurde:

Video starten 3:26 The Legend of Zelda: Ocarina of Time - Das Remake zeigt erstes Gameplay und den neuen Look

Eigentlich hatte ich mir fest vorgenommen, diesen blinden Fleck mit dem Remake zu beseitigen. Drum war ich sehr gespannt, wie das Spiel tatsächlich aussieht. Nun habe ich es gesehen und bin einerseits verzaubert, andererseits hat es mich aber auch ein wenig gegruselt.

Woran liegt das? Ich habe dazu ein paar Gedanken.

Fabiano Uslenghi
Fabiano Uslenghi

Obwohl Fabianos erste Konsole ein Super-Nintendo war, würde er sich nicht so wirklich als Nintendo-Kind bezeichnen. Dafür ist er dann doch zu früh zur PlayStation und dem PC übergesetzt und kennt sich mit den meisten Nintendo-Marken nur sehr oberflächlich aus. Zelda ist eine kleine Ausnahme, da er sich dafür deutlich mehr fasziniert als für Mario oder Kirby.

Der erste Schock

Der erste Eindruck ist wie so oft der wichtigste und die Gameplay-Demo zum Remake warf mich in den ersten paar Sekunden schon aus der Bahn. Ich kann mir nicht helfen, aber das Charaktermodell des jungen Link sieht für mich einfach unheimlich aus. Insbesondere dessen Gesicht.

Auf mich wirkt es mit den großen, schräg gestellten Augen, der glänzenden Haut und den immer irgendwie nassen Haaren einen Ticken zu unwirklich. Link weckt starke Assoziationen mit den Puppengesichtern des Fantasy-Klassikers The Dark Crystal. Das mögen einige, in diesem Fall hat es mich aber irritiert.

Insbesondere Links Gesicht löst bei mir eine Form des Unwohlseins aus. Insbesondere Links Gesicht löst bei mir eine Form des Unwohlseins aus.

Auch einige der anderen Figuren im Gameplay ließen mich stutzen. Darunter Links kleine Freundin Saria und auch Prinzessin Zelda selbst. Mein Gehirn bringt bei vielen der Charaktere die Designs der Gesichter mit der Umgebung und den Outfits nicht zusammen. Das Ergebnis ist ein unterschwelliger Grusel.

Während die Klamotten aufgrund der realistischen, haptischen Texturen und auch die Umgebung mit vielen kleinen Details, wie Schrammen im Fels, gesplittertem Holz, wucherndem Unkraut und wallendem Nebel, ein gelebtes Setting suggerieren, fehlt es den Gesichtern der Charaktere an einem gleichwertigen Detailgrad.

Die Figuren haben keine sichtbaren Hautmerkmale, Sommersprossen, Grübchen oder gar Falten. Ihre Gesichter sind völlig makellos und in einigen Fällen wiederum unrealistisch überdimensioniert. In Kombination mit dem ganzen Drumherum weigert sich mein Gehirn hier einfach, das Bild als »stimmig« zu kategorisieren.

Ist das noch Nintendo?

Und bitte nicht falsch verstehen. Ich fordere hier gar nicht, jede Pore in Links Gesicht plötzlich zählen zu können, und hoffe auch auf keine erkennbaren Ringe unter Zeldas vermutlich übermüdeten Augen. Aber damit sich eine Spieloptik für mich stimmig anfühlt, muss eben das Gesamtbild passen. Und hier kollidiert im Remake für mich die Welt mit den Figuren.

Dabei finde ich den Look der gesamten Spielwelt durchaus sehr gelungen! Das sieht richtig wundervoll märchenhaft und trotzdem zu einem gewissen Grad realistisch aus. Lustigerweise fühle ich mich dadurch instinktiv viel stärker an Fable erinnert als an Zelda. Auch Links neue, schön texturierte Tunika, die ihm einen waschechten Waldelfen-Vibe verleiht, macht mir richtig Lust auf das Spiel. Es geht mir wirklich vor allem um die Kollision mit den im Vergleich unpassend erscheinenden Gesichtern.

Ich will nicht nur meckern. Einige Szenen im Gameplay sind traumhaft. Ich will nicht nur meckern. Einige Szenen im Gameplay sind traumhaft.

Und auch ein wenig darum, dass mir der ganz klassische Nintendo-Charme abhandenkommt. Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich das Remake für ein Unreal-Engine-Projekt gehalten. Ich habe nicht per se etwas gegen den Unreal-Look, aber von Nintendo erwarte ich mir andere visuelle Maßstäbe als »Ah ja, noch ein super schönes Unreal-Spiel«.

Gerade Zelda hatte in der Vergangenheit natürlich extrem viele unterschiedliche Design-Philosophien. Doch jede davon war früher immer spürbar einzigartig. Ein Breath of the Wild erkenne ich unter tausenden Spielen. Gleiches gilt auch für das originale Ocarina of Time – und das, obwohl ich es nie gespielt habe. Spiele wie Windwaker oder sogar das noch eher visuell mit anderen Rollenspielen vergleichbare Twilight Princess wirken ebenfalls stilistisch deutlich eigenwilliger und vor allem kohärenter.

Wie man übrigens ein grafisch veraltetes Spiel erstklassig modernisiert und dabei einen gänzlich neuen, aber wiederum für sich vollkommen eigenständigen Look erschafft, hat Nintendo mit Zelda schon mal gezeigt. Und zwar mit dem Remake des Game-Boy-Klassikers Link's Awakening.

Womöglich trifft die Knuddeloptik nicht jedermanns Geschmack – doch sie ist in jedem Fall besonders. Womöglich trifft die Knuddeloptik nicht jedermanns Geschmack – doch sie ist in jedem Fall besonders.

Anders als erwartet

Und natürlich ist das auch von Zelda zu Zelda Geschmackssache. Ich sage gar nicht, dass das neue Ocarina of Time einen extremen Comic-Look hätte besser gestanden. Aber hier habe ich anders als früher erstmals das Gefühl bei einem Zelda, dass die Art Direction nicht wie aus einem Guss erscheint und lange nicht so prägnant ist, wie ich das von Nintendo auch abseits von Zelda eigentlich kenne.

Ich hätte schlicht mit einem anderen Gesamteindruck gerechnet. Aber Lust habe ich auf die Neuauflage nach wie vor. Weder Zelda noch Link muss ich ja dauerhaft ins Gesicht gucken. Stattdessen konzentriere ich mich lieber auf die wirklich schönen Umgebungen, die coolen Monster-Designs und vor allem darauf, was der Rollenspiel-Klassiker in puncto Gameplay auch im Jahr 2026 noch zu bieten hat.

Viele Fans scheinen sich am neuen Look bislang nicht derart zu stören wie ich – also macht Nintendo wohl vieles richtig! Das wird ohnehin eher ein Bonbon für alteingesessene Fans. Und denen gönne ich die derzeitige Euphorie.


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