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Zerstört Hollywood die Vision von Backrooms? Der Regisseur verrät, wie viel er beim Kinofilm mitreden durfte

Backrooms-Regisseur Kane Parsons im Interview: Wie viel kreative Freiheit der YouTube-Star bei seinem Kinodebüt wirklich hatte – und wo er zurückstecken musste.

Kane Parsons fürchtete, dass seine Arbeit »von Anzugträgern geschlachtet« werden könne. Kane Parsons fürchtete, dass seine Arbeit »von Anzugträgern geschlachtet« werden könne.

Angefangen hat alles am 7. Januar 2022: Unter seinem Kanalnamen Kane Pixels lud Kane Parsons sein erstes kurzes Found-Footage-Video zu den Backrooms hoch – jener Creepypasta über ein endloses Labyrinth aus leeren, immergleichen Räumen, in dem man durch ein versehentliches »Noclipping« aus der Realität landet.

Die Videos trafen einen Nerv, sammelten zig Millionen Aufrufe und machten den damaligen Teenager praktisch über Nacht zur Internet-Berühmtheit.

Hollywood wurde schnell hellhörig. Bereits 2023 sicherte sich A24 die Filmrechte – Parsons war zu dem Zeitpunkt gerade einmal 17 Jahre alt. Unter den Fittichen von Genre-Größen wie James Wan (Conjuring) und Osgood Perkins (Longlegs) entstand so sein Spielfilmdebüt:

Und das zahlt sich aus: Seit dem 29. Mai läuft Backrooms in den US-Kinos und hat dort wie weltweit sämtliche Erwartungen pulverisiert. Mehr als 260 Millionen US-Dollar spielte der unter 10 Millionen Dollar teure Film bislang ein – genug, um zum erfolgreichsten A24-Film aller Zeiten aufzusteigen und Parsons zum jüngsten Regisseur zu machen, der es je an die Spitze der US-Kinocharts geschafft hat.

»Ich hatte eine ganze Menge davon«

Bleibt die Frage, die sich bei einem so jungen Filmemacher inmitten der Hollywood-Maschinerie geradezu aufdrängt: Wie viel kreative Freiheit blieb ihm am Ende überhaupt? Im Gespräch mit uns ließ Parsons daran wenig Zweifel:

Die ehrliche Antwort ist: Ich hatte eine ganze Menge davon.

Der Grund dafür sei vor allem seine Akribie, erklärt der Regisseur. Er arbeite gerne extrem gründlich – und versuche, genau das so früh wie möglich zur festen Voraussetzung zu machen. Wer früh klare Ansprüche formuliert, behält später eben auch mehr in der Hand.

Video starten 2:18 Das Internet-Phänomen Backrooms könnte der gruseligste Film des Jahres werden

Einen Bereich gab es allerdings, in dem Parsons nach eigener Aussage am wenigsten direkt mitreden konnte: das Drehbuch. Geschrieben hat er es nämlich nicht selbst – und mit dieser Tatsache wollte er bewusst respektvoll umgehen:

Der Bereich, über den ich objektiv am wenigsten direkte Kontrolle hatte, ist das Drehbuch – einfach, weil ich es nicht geschrieben habe und respektieren musste, wie diese Branche strukturiert ist und welche Rolle Autoren darin spielen.

Der Startpunkt habe deshalb »vielleicht nicht eins zu eins« zu seinem bisherigen Werk und all seinen Vorlieben gepasst, so Parsons. Das Grundgerüst aber habe von Anfang an gestimmt: eine starke Erzählstruktur, ein solides Fundament und großartige Figuren.

Von dort aus sei das Skript zu einem fließenden Prozess geworden, der sich nach und nach zum finalen Film entwickelt habe – ohne dass Parsons je sein eigentliches Ziel aus den Augen verloren hätte.

Aber der Nordstern, den ich immer im Kopf hatte, ist genau da, wo wir letztlich gelandet sind – mehr oder weniger.

Und wie geht es mit den Backrooms weiter?

Ein Ende der Reise durch die gelben Fluren ist damit nicht in Sicht – im Gegenteil! Im Interview mit Variety sprach Parsons nicht nur über die Angst vor Hollywoods Anzugträgern, sondern verriet auch, dass weitere Projekte in diesem Universum in Arbeit sind und auch seine YouTube-Serie fortgesetzt werden soll.

An Material mangelt es ihm jedenfalls nicht: Ganze 70 Seiten an Hintergrund-Lore sollen in seiner Schublade liegen.

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