Bombastischer Actionkracher, dämliche Widersacher

Michael Bay war gestern. Infinity Ward zeigt wie es geht!Ich habe das Spiel schonmal angefangen aber nicht durchgespielt. Es konnte mich damals überhaupt nicht...

von Magicnorris am: 14.11.2011

Michael Bay war gestern. Infinity Ward zeigt wie es geht!

Ich habe das Spiel schonmal angefangen aber nicht durchgespielt. Es konnte mich damals überhaupt nicht packen, da ich mit den Levelbeschränkungen nicht klar kam. So musste man genau tun, was das Spiel einem vorschreibt und das passte mir nicht.

Nachdem ich nun kürzlich Call of Duty 4 beendete war ich umso erstaunter, dass mich Modern Warfare 2 diesmal wirklich fasziniert hat. Die Inszenierung zählt wohl zum besten, was man im Shooterbereich erleben kann und wenn man mal die Lauscher aufsperrt und genau nach der Pfeife des Programms handelt (um nicht zu sagen das Hirn auszuschalten), kommt richtige Schlachtfeldstimmung auf und sicherlich würde man mit seinen Kameraden mitfiebern und um jeden Verlust des eigenen Teams trauern.

Tut man aber nicht! Das liegt an der grotesk dämlichen Story, der es gelingt noch beschissener erzählt zu werden. Ich würde sie gern kurz zusammenfassen, doch es gelingt mir leider nicht. Daher Stichpunkte: (Böse Russen, Raketenstart, Fuck Yeah America, Verrat und viele Tote). Man das sollten die auf die Verpackung schreiben. Selbst das gescriptete Abkratzen des eigenen Charakters hat keine Wirkung auf mich gezeigt, da man oftmals nichtmal weiß, wer man ist und was man überhaupt macht. Einfach auf Kommandos reagieren und von A nach B laufen. So erscheint jeder Soldat wie eine leblose Hülle.

Das ist umso trauriger, da das handwerkliche Geschick von Infinity Ward beeindruckend ist. Das Leveldesign ist stellenweise einfach nur Awesome. So rennt man mit offenem Mund und geladener Waffe von Einsatz zu Einsatz mit einer musikalischen Untermalung, die es schafft genau die richtige Stimmung für das aktuelle Geschehen einzufangen.

Technisch ist das Spiel einigen Genrekollegen unterlegen. Doch wissen die Grafiker, wie man eine alternde Engine so kaschiert, dass sie nicht unansehnlich erscheint. So sind die Soldaten und deren Waffen mit vielen Details gespickt. Die Animationen sind absolut glaubhaft und kann vollends überzeugen. Die Texturqualität ist eher zweckmäßig und die Pixeltapeten im Hintergrund einiger Level ist schon teilweise sehr hässlich.
Der Waffensound wirkt relativ blechern und unnatürlich. Hier spürt man weder den 'Wumms' hinter einer MG, noch die explosive Kraft einer Granate.

Und wenn wir schon am Meckern sind, dann machen wir doch gleich damit weiter: DIE KI! Wenn man es überhaupt eine 'Künstliche Intelligenz' nennen kann? Denn sie ist mal wieder nicht vorhanden. Moorhuhnartig schießt man die schier endlos spawnenden Gegner an der immer selben Position ab. Niemand scheint den virtuellen Russen erzählt zu haben, dass man unter Beschuss nicht aus der Deckung gehen sollte. Gefährlich wirds nur, wenn man mit dem Blei vergießen nicht mehr hinterher kommt und von den Widersachern überrannt wird.

Die Spielzeit ist gewohnt kurz gehalten. Rund 5 Stunden unterhält Modern Warfare 2. Das ist kürzer als die Strecke von München nach Berlin.
Für Solisten lohnt sich die Anschaffung also nur, wenn das Spiel bereits stark reduziert ist. Am besten sucht man sich einen Kumpel, der für den järhlichen Aufguss tief in die Tasche greift und leiht es kurzerhand aus.

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Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

genau richtig

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Weniger als 5 Stunden



Kommentare(1)

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