Der russische Hitman im 2.WK hat viele technische und spielerische Schwächen und ist vor allem extrem schwer.

Death to Spies ist ein Third-Person-Stealth-Spiel, was so ein bisschen versucht die beiden Spiele: Hitman und Commandos zu vermischen. Leider übertreibt das...

von SturmHitman am: 09.03.2012

Death to Spies ist ein Third-Person-Stealth-Spiel, was so ein bisschen versucht die beiden Spiele: Hitman und Commandos zu vermischen. Leider übertreibt das Spiel dabei extrem bei dem Schwierigkeitsgrad und setzt den Realismus über den Spielspaß. Ob Death to Spies doch vielleicht ein ganz brauchbares Spiel ist, erfahren Sie hier im Test.





Liebesgrüße aus Moskau (Story)
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Kennen Sie den James Bond-Film: „Liebesgrüße aus Moskau“? Im Spiel: „Death to Spies“ (komplett in Deutsch) geht es auch um einen Agenten, doch dieses Mal geht es um einen russischen Agenten während des Zweiten Weltkriegs, um es genau zu sagen. Sie spielen diesen Spion und arbeiten in insgesamt 11 Missionen (Trainingslevel dazu gezählt) die meiste Zeit hinter der deutschen Front. Erzählt wird diese Geschichte in den hässlichsten und überflüssigsten Zwischensequenzen, die ich je gesehen habe. Die Grafik vom Spiel erinnert dabei sehr stark an die von Mafia und dabei ist Mafia aus dem Jahr 2002, während Death to Spies aus dem Jahr 2007 kommt. Die Grafik und die Animationen sind also total veraltet, trotzdem haben sie ihren gewissen Charme. Dieser Charme fehlt aber leider den Helden, der aussieht, als hätten ihn gerade die Klischko-Brüder „bearbeitet“ (soll wohl russisch wirken). Zum Glück sieht man in diesen Stealth-Spiel den Helden eh nur von hinten.


Agent 47 während des Zweiten Weltkriegs (Gameplay)
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Vor fast jeder Mission dürfen Sie Ihre Ausrüstung und Ihre Waffen auswählen, doch dabei ist zu beachten, dass der Held nur ein begrenztes Gewicht tragen kann. Das macht aber nix, da eh nur der Würgedraht und die schallgedämpfte Pistole nützlich sind. Die anderen Waffen sind einfach viel zu laut und passen nicht zu den lautlosen Aufträgen. Zudem werden nur das Gewicht und der Name der Waffe angezeigt, aber sonst werden keine weiteren Details angezeigt. Die Waffen fühlen sich auch ziemlich gleich an. Nach Ihrer Waffenauswahl geht die eigentliche Mission los. Jeder Level ist groß und doch sehr kompakt. Wenn es doch größere Laufwege geben sollte, dann steht meistens ein Fahrzeug des Feindes zu Verfügung. Wenn Sie den Feind „freundlich“ überredet haben das Fahrzeug zu nehmen, dann können Sie zu Ihrem Zielort fahren. Leider ist die Steuerung von den Fahrzeugen etwas schlecht und gewöhnungsbedürftig, doch auch sonst ist die Steuerung etwas umständlich. Lautloses Vorgehen führt zum Erfolg, während Rambo-Aktionen unweigerlich zum Tod führen. Wenn Sie den Gegner lautlos ausschalten, dann dürfen Sie dessen Uniform tragen und sich somit tarnen. Je nach Soldaten-Rang dürfen Sie sich dann frei im Level bewegen. Doch Achtung, denn gefundene Leichen lösen den Alarm aus. Also Leichen verstecken (wie auch bei Hitman) und sich unauffällig im Sichtkegel der Gegner verhalten. Ihre Aufträge sind dabei unterteilt in mehreren Abschnitten (mache zuerst das, bevor du das machst). Ihre Aufgaben beschränken sich dabei auf Rettungsmissionen, Auftragsmorden und die Beschaffung von Dokumenten oder sonstigen Informationen. Nach jeder Mission wird Ihre Vorgehensweise bewertet. Das ganze Gameplay erinnert etwas an Hitman oder an Splinter Cell, wobei der Held etwas zu unbeweglich ist für Splinter Cell.


Wehrmachts- und SS-Soldaten patrouillieren (KI)
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Death to Spies versucht auf Realismus zu setzen. So patrouillieren im Auftragsgebiet sehr viele Wehrmachts- und SS-Soldaten und gehen straff ihre Runden. Jeder Feind hat seinen eigenen Tagesablauf. Gleiche oder höhere Soldaten-Ränge können Ihre Tarnung auffliegen lassen. Doch die eigentliche KI ist nicht sehr schlau. Zudem verträgt der Held nicht viele Kugeln und mehrere Gegner „tanzen“ oft ballernd um uns herum. Gegen mehr als 3 Gegner hat man eigentlich keine Chance seinen Auftrag noch zu erfüllen, da auch schnell Alarm ausgelöst wird und dann alle Wachen und Offiziere, wie bekloppt die Gegend absuchen. Außerdem setzen die Gegner auch gerne Granaten ein und die sind fast immer treffsicher. In Deckung gehen die Feinde dabei nicht, aber manchmal fliehen sie. Auf gefundene Leichen reagieren die Gegner auch sofort und lösen den Alarm aus. Zum Glück gibt es eine praktische Minikarte, die Gegner und deren Status anzeigt.


Im Feindesland (Umfang)
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Sehr schön gestaltet sind die Innen- und Außenlevels. Jedoch sind die Innenlevels etwas zu linear, während die Außenlevels etwas mehr Freiheit bieten und vor allem sehr groß sind. Die Umgebung wirkt natürlich und auch die Soldaten in ihren Uniformen sehen realistisch aus (NS-Symbole wurden natürlich entfernt / Blut gibt es nicht). Alles wirkt realistisch und teilweise sogar lebendig. Außerdem sind die Missionen abwechslungsreich, so spielt man zum Beispiel in einen Dorf, bei einer Brücke, in einem KZ oder in einer zerstörten Stadt im Winter. Zwar spielt man meistens in den 11 umfangreichen Missionen hinter der deutschen Front, doch in ca. 3 dieser Missionen spielt man auch mal im Westen (USA & Briten). Je nach Spielweise sollte man das Ganze in ca. 13 bis 16 Stunden durchgespielt haben. Durch den extrem hohen Schwierigkeitsgrad ist ein Wiederspielwert eigentlich kaum vorhanden. Einen Multiplayermodus gibt es nicht.


Der Commandos-Frust (Schwierigkeitsgrad)
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Das Spiel bietet 4 Schwierigkeitsgrade, doch schon im normalen Modus ist das Spiel extrem schwer. Als Rambo kommt man nicht weiter, also muss man schleichen und sich tarnen. In manchen Missionen darf man niemanden töten oder keinen Alarm auslösen, was sehr schwer ist. Außerdem werden durchdachte Pläne oft durch hektische Aktionen unterbrochen, da die Soldaten wirklich einen sehr straffen und zügigen Tagesablauf haben und man so sehr schnell handeln muss. Wenn man eine Uniform braucht, dann wird es ganz schwierig, da man den Feind von hinten erwürgen oder betäuben muss und ihn nicht erschießen darf. Wer einen Feind erschießt, der darf dessen Uniform nicht tragen. Das ist besonders dann fies, wenn man eine Uniform braucht von einem Soldaten, der sich in einen Raum mit anderen Soldaten befindet. Beobachten und schnelles Handeln sind also Pflicht. Zum Glück darf man frei speichern und das ist auch bitter nötig. Den Spielstand wird man nämlich öfters neu laden müssen, weil schon wieder etwas nicht geklappt hat. Zwar sind die meisten Levels sehr groß, doch gibt es immer einen gewissen Weg, den man gehen muss. Ansonsten kommt man einfach nicht weiter oder muss zu sehr durchdachten Tricks greifen. Zahlreiche technische und spielerische Bugs machen einen zudem das Leben schwer. Das Spiel ist also nicht frustfrei (vielleicht sogar recht unfair) und richtet sich eher an Profis.


Der lautlose Auftrag (Sound)
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Sehr merkwürdig ist auch der Sound. Zwar sind Waffensounds, Musik und Sprecher da, doch sonst ist es im Spiel eher ruhig. Umgebungssounds hört man fast überhaupt nicht und die Sprecher hört man auch nur, wenn sie den Spieler ansprechen. Also so mit Standardsätzen wie „Halt Stopp! Nur für Offiziere!“. Klingt so ein bisschen wie Psycho Andreas und ist auch genauso schlecht gesprochen (soll wohl ein deutscher Akzent sein lol). Ansonsten reden die Figuren miteinander, doch ich höre nix. Ein Bug? Ich bin mir nicht sicher! Im Spiel ist es auf jeden Fall sehr ruhig, wenn nicht sogar still.


Fazit:
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Für Anfänger ist Death to Spies viel zu schwer, während Profis wohl die zahlreichen Fehler und Schwächen nicht verzeihen werden. Death to Spies bleibt ein interessanter Versuch, ein realistisches Schleichspiel zu machen. Doch leider geht der Realismus über den Spielspaß und das ist wohl der größte Fehler.

Zum Vergleich: Teile der Hitman- und Splinter Cell-Reihe habe ich locker im normalen Schwierigkeitsgrad durchgespielt und sogar teilweise locker auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad, während ich bei Death to Spies schon beim normalen Schwierigkeitsgrad starke Probleme hatte und mehrere Anläufe brauchte.

Meine Alternativen: Ein ähnliches Spiel wäre wohl The Great Escape. Das gleiche Spielprinzip haben auch die Hitman- und die Splinter Cell-Reihe. Wer ein ähnliches Spiel als Shooter sucht, der sollte sich Commandos: Strike Force anschauen, während es als Strategiespiel-Version wohl Commandos 2: Men of Courage ist. Eine actionreiche Spielversion wäre wohl Sniper Elite oder auch Saboteur.

Mein Tipp: Schaut euch erstmal die Demo an. Hier ist der Link: http://www.4players.de/4players.php/download_info/PC-CDROM/Download/46403.html

Kleine Anmerkung zur Demo: Das ist noch das einfachste Level.

Auch nachlesbar auf: https://fresort.com/ao/index.php?area=user&cmd=blog&ID=683

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Wertung
Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

zu schwer

Bugs:

Häufiger, unregelmäßig

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



Kommentare(4)

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