Review: „Anthem (PC)“

Wie Iron Man fliegen und kämpfen? Und dabei spannende Geschichten erleben und laufend neuen Loot kassieren?

von Brakus am: 15.03.2019

 

Das ist die Grundidee bei Anthem, einem sogenannten Loot-Shooter. Es wird geballert und geschossen, um den besiegten Feinden dann ihren Loot abzunehmen und dadurch selbst immer bessere Ausrüstung zu erhalten. Eine Motivation-Spirale, wie sie seinerzeit Diablo 1 auf den Markt brachte – „nur noch eben den Dungeon, den Boss, die Monsterhorde….“^^.

 

 

Die Hintergrund-Story ist dabei Bioware-typisch genial und opulent, leider aber findet sich davon nicht viel in der Spiel-Story, dem eigentlichen roten Faden, dem gefolgt wird. In dünnen Missionsgeschichten wird der Spieler hierhin und dorthin geschickt, um sich mit Söldnern und Monstern anzulegen, Gebiete zu kontrollieren, Personen aufzufinden und zu retten, usw.
Das wird auch recht schick präsentiert und Abwechslung ist durchaus gegeben, aber im Gesamtzusammenhang gibt es leider keine wirklichen „Brücken“, sprich, man kann nichts wirklich nach- oder mitspielen, was auf dem Planeten geschah oder nebenher geschieht. Dieser Mangel an Einfluss am Geschehen ist verpasstes Potential.

 

 

Sicherlich muss ein Loot-Shooter da auch keine Romane erzählen, aber wenn schon eine so imposante Hintergrund(!)geschichte geboten wird und man von den Erfindern sonst viel mehr gewohnt ist, enttäuscht dies doch etwas.

Lässt man dies aber aussen vor und stellt sich ganz auf die vielen Kurzgeschichten ein (die meist in sich abgeschlossen sind und für sich genommen durchaus Unterhaltungswert haben), wird viel Kurzweil geboten. Und dann kann man sich auch auf die Präsentation konzentrieren, denn diese ist bombastisch! Geniale, aufwendige, schöne Grafik, coole Animationen und Effekte, passende Sounds und gute Sprachausgabe, alles wunderbar und auf entsprechend leistungsfähigen Rechnern flüssig anzusehen.
Die Steuerung aber ist eher für Geduldsspieler bzw. Gamepad-Künstler, zu empfindlich ist die Fliegerei, da braucht es ruhige Händchen und konzentrierte Augen, um speziell in action-geladenen Szenen geschickt und vernünftig agieren zu können, um nicht überall anzurempeln oder an den Gegnern vorbei zu schiessen.

 

 

So sind derlei Missionen und Aktionen durchaus solo zu bewältigen, aber effektiver und spassiger ist es dann doch im Koop, mit 4er-Teams. Dann nämlich – entsprechende Absprachen bzw. Eingespieltheit vorausgesetzt – kracht und knallt es zielsicher im Quadrat^^ und die Aussen- wie Festungsmissionen lassen sich gut angehen.

Die Javelins genannten Kampfanzüge spielen sich sehr unterschiedlich und abwechslungsreich, da gilt es ebenfalls sich länger jeweils mit zu beschäftigen und zu üben, um die Möglichkeiten (schnelles Ausweichen, Bombenteppiche, Scharfschützen-Niveau, u.a.) korrekt und rechtzeitig einzusetzen. So ist dann ein evtl. Team auch besonders effektiv, wenn es sich aus verschiedenen Spielern (Anzügen) zusammensetzt.

 

 

Zwischen den Missionen wird immer wieder die Basis (Stadt) angeflogen. Dort gibt es neue Aufträge, Ausbau-Optionen für den Anzug und viele Gespräche mit NPCs, usw.
Unschön ist hier nur die ewige Warterei bei den Ladesequenzen, beim Betreten und Verlassen der Stadt, aber auch bei Missionsflügen, Festungen, etc. Da muss unbedingt noch nachgebessert werden!
Ansonsten gab es derweil ja schon viele Patches, die die ersten Release-Bugs und Nicklichkeiten in den Griff bekommen haben, aber Anthem wird noch länger eine, wenn auch an sich gut spielbare, Baustelle bleiben – zuviele Aufschreie gab und gibt es ja hier seitens der Community.

So bleibt vorerst ein fantastisch präsentierter Shooter, der seine Action-Sequenzen vor niemandem verstecken muss. Nur das Drumherum muss noch optimiert werden, viele Kleinigkeiten bis hin zu einer umfangreicheren „Erzähle“ wollen noch angegangen werden! Es sind zwar schon viele Updates und DLCs versprochen, aber bis dahin wird es für Schnell- und Vielspieler wohl weiterhin etwas zu meckern geben. Sogenannte Casual-Gamer werden sich am Grundspiel erfreuen und erstmal die ca. 20 Spielstunden durcharbeiten und die Spiel-Upgrades nebenbei mitnehmen, so denn sie kommen.

 
Wertung:
Spielspaß: 4 von 6 Punkten.

Daten:
Plattform: PC (Origin)
USK: 18
Publisher: Electronic Arts

 

Screenshots: s.u.

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Wertung
Pro und Kontra
  • Präsentation
  • Steuerung
  • Ladezeiten

Zusätzliche Angaben

Schwierigkeitsgrad:

eher schwer

Bugs:

Nein

Spielzeit:

Mehr als 10, weniger als 20 Stunden



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