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Junge Leute können keine Mails mehr schreiben, behauptet ein Entwickler - sein Steam-Spiel wird dadurch umso härter

Das Rätselspiel hat ein Hinweissystem, für das echte Mails geschrieben werden müssen - daran scheinen viele Spieler aber zu scheitern.

Würdet ihr mit einem Computer aus den 80ern klarkommen? Würdet ihr mit einem Computer aus den 80ern klarkommen?

Im Spiel After Hours müsst ihr verschlüsselte Dateien auf einem Computer finden. Das Problem: Das Gerät ist aus den 80ern. Es handelt sich aber um ein Augmented Reality Spiel, bei dem die Lösung der Rätsel tatsächlich im Internet versteckt ist. Wer nicht weiterkommt, kann eine Mail an einen Bot schreiben. Laut dem Entwickler scheitern aber viele junge Leute an dieser Form der Kommunikation.

Betreff: Wie geht E-Mail?

Die Informationen und Lösungen für After Hours müsst ihr größtenteils mit eurem eigenen Browser zusammensuchen. Ein Beispiel: Für ein Rätsel müssen Spieler die Postleitzahl eines New Yorker Stadtteils mit einer Telefonnummer kombinieren, um so die ISBN eines Buches zu erhalten.

Das gesuchte Passwort findet sich dann auf der Buchrückseite, die sich Spieler dann beispielsweise bei Amazon ansehen müssen. Ihr findet das Spiel übrigens kostenlos auf Steam.

Video starten PLUS 23:06 DevPlay: Warum steuern sich Videospiele, wie sie es tun?

Falls Spieler Hilfe brauchen, können sie unter Benutzung einer echten Mail-Adresse an Sarah schreiben. Das ist im Grunde ein Bot, der die Mail nach bestimmten Schlüsselwörtern durchsucht und darauf basierend automatische Antworten mit Hinweisen verschickt.

Im GameDev-Reddit eröffnet der Solo-Entwickler, dass viele Spieler mit diesem System nicht klarkommen:

Es hat sich herausgestellt, dass die Leute nicht mehr wissen, wie man E-Mails schreibt. Die gesamte Nachricht wird im Betreff-Feld verschickt, während die eigentliche E-Mail leer bleibt. Aus diesem Grund wurden keine Schlüsselwörter gefunden und es wurde keine Hinweismeldung von Sarah verschickt. 

Im Gespräch mit Polygon erklärt der Entwickler namens Petter Malmehed, dass allein im Jahr 2025 über 2.000 Mails an Sarah gingen. Bei etwa einem Drittel stand der gesamte Text im Betreff und viele verzichten auf Großbuchstaben.

Zu schwer für junge Leute?

Malmehed sagt dazu: »Das ist etwas, was ich bei vielen jungen Leuten heutzutage beobachte. Ich glaube also, dass die Nutzer im Allgemeinen ziemlich jung sind.« Allerdings besitzt er keine demografischen Daten, über das Alter der Spieler kann er also nur spekulieren.

Er hat zudem beobachtet, dass die Anzahl der Spieler, die After Hours beenden, mit den Jahren abgenommen hat. Er vermutet: »Ich glaube, die seltsame Art, die E-Mails zu schreiben, ist daran schuld. Ohne Hinweise ist das Spiel viel zu schwer.«

Es geht Malmehed aber nicht darum, mit dem Finger auf junge Leute zu zeigen. »Keine Form der modernen Kommunikation erfordert ein Betreff- und ein Textfeld – es ist leicht nachvollziehbar, dass Personen, die mit E-Mails nicht vertraut sind, nicht beide Felder ausfüllen«, erklärt er sein Verständnis. Er arbeitet sogar gerade an einem Weg, sein Hinweissystem anzupassen, damit es auch auf diese Mails reagieren kann.

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