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Bevor Warhammer 40K cool war: So schräg sahen die ersten Space Marines der 80er aus

Bevor Warhammer 40K zum Milliarden-Imperium wurde, stand am Anfang eine Handvoll bleierner Figuren, die niemand so richtig einordnen konnte.

1987 erschienen mit Rogue Trader die ersten echten Space Marines im Warhammer-40k-Universum. 1987 erschienen mit Rogue Trader die ersten echten Space Marines im Warhammer-40k-Universum.

Warhammer 40.000 ist heute praktisch überall: als Tabletop mit eigenem Ladenimperium, als Videospiel-Marke von Space Marine 2 bis zum Rollenspiel Rogue Trader, dazu die geplante Amazon-Verfilmung mit Henry Cavill. Umso kurioser wird es, wenn man auf die Anfänge zurückblickt.

Der US-Blog Bell of Lost Souls hat die Frühzeit des Grimdark noch einmal ausgegraben, und die reicht weiter zurück, als viele denken. Die ersten Space-Marine-Figuren stammen aus einer Zeit, in der im Kino noch Aliens und Top Gun liefen.

Video starten 10:24 Total War: Warhammer 40K sprengt alles!

Bevor es Warhammer 40K gab, machte Citadel Figuren für so ziemlich jeden

Am Anfang stand kein eigenes Universum, sondern eine Gießerei. Citadel Miniatures, die Figurenschmiede von Games Workshop, wurde Ende der 70er gegründet und verdiente in der ersten Hälfte der 80er ihr Geld vor allem mit Lizenzware. Da wurden historische Römer gegossen, Figuren zu Der Herr der Ringe, zu Judge Dredd und zu Dungeons & Dragons.

Ein paar Bilder seht ihr hier:

Irgendwann kam der Punkt, an dem Citadel keine Lust mehr hatte, immer nur für andere zu schrauben, und beschloss, ein eigenes Science-Fiction-Universum zu bauen: Rogue Trader, damals noch als Weltraum-Rollenspiel à la Dungeons & Dragons angekündigt. Bis daraus ein fertiges Spiel wurde, sollte es allerdings noch dauern.

Die ersten Space Marines sind älter als das Spiel selbst

Kurios ist vor allem eins: Ausgerechnet das Aushängeschild der Reihe war schon da, bevor es das Spiel überhaupt gab. Die erste Space-Marine-Figur überhaupt, der LE2 Imperial Space Marine, wurde von Bob Naismith modelliert und tauchte bereits im September-1985-Flyer auf. Ein knappes Jahr später, im August 1986, folgte mit dem C100 ein ganzer Trupp von acht Marines.

Die C100 Imperial Marines waren die Vorgänger der Space Marines und kein Teil von Warhammer 40k. Die C100 Imperial Marines waren die Vorgänger der Space Marines und kein Teil von Warhammer 40k.

Diese frühen Modelle etablierten schon die Silhouette, die Astartes-Fans bis heute im Schlaf erkennen: den -Helm, die Schulterpanzer, den massigen Torso. Der Rucksack und viele Details kamen erst später dazu, das Grundgerüst aber stand. Und das alles, wohlgemerkt, ein bis zwei Jahre bevor das erste Regelbuch in den Läden lag.

1987: Die erste 40K-Truppe war ein ziemlich schräger Haufen

Offiziell losgetreten wurde Warhammer 40K dann 1987. Im März dieses Jahres warb ein Citadel-Flyer erstmals für 14 Miniaturen unter dem Label Warhammer 40,000 Rogue Trader, die später als RT1-Range in die Sammlergeschichte eingehen sollten. Das eigentliche Regelbuch, geschrieben von Rick Priestley, erschien im Herbst 1987 auf dem hauseigenen Games Day. Den Zusatz 40.000 wählte man übrigens, um Verwechslungen mit dem 2000-AD-Comic Rogue Trooper zu vermeiden.

Im allerersten Tabletop zu Warhammer 40k gab es Fischmenschen und Weltraumzwerge. Im allerersten Tabletop zu Warhammer 40k gab es Fischmenschen und Weltraumzwerge.

Wer sich diese erste Truppe heute ansieht, reibt sich die Augen: Neben einem Space Orc und diversen Imperialen Truppen standen dort ein Space Dwarf, ein Dark Elf Space Trooper und ein Piscean Warrior, eine Art Fischmensch. Mit dem 40K, das wir heute kennen, hatten die wenig zu tun.

Der Space Dwarf sieht den späteren Squats kaum ähnlich, der Dark Elf Space Trooper hat mit den heutigen Eldar quasi nichts gemein. Tatsächlich waren die RT1-Figuren in dem Moment überholt, in dem das Regelbuch erschien und das Universum feste Formen annahm.

Noch mehr Fischmenschen und ein Weltraum-Wolf. Noch mehr Fischmenschen und ein Weltraum-Wolf.

Trotzdem lässt sich in dem wilden Haufen schon die DNA halber Fraktionen erkennen: Aus den Imperialen Truppen wurde die Astra Militarum, aus dem Imperial Bodyguard entwickelten sich die Adeptus Custodes, und der Imperial Psyker weist auf die späteren Psioniker hin.

Vom belächelten Space Dwarf zu den Leagues of Votann

Keine dieser Ur-Ideen hat eine wildere Reise hinter sich als der Space Dwarf. Aus ihm wurden die Squats, die Weltraum-Zwerge des Imperiums, kleine, bärtige Bergbau-Völker mit einer Vorliebe für schwere Waffen und noch schwerere Motorräder. In den 90ern verschwanden sie dann sang- und klanglos aus dem Spiel und wurden über Jahre zum Running Gag der Community: Squats? Kommen nie wieder.

Die Squats sehen im Vergleich mit Miniaturen wie der Daemonculaba ziemlich ulkig aus. Die Squats sehen im Vergleich mit Miniaturen wie der Daemonculaba ziemlich ulkig aus.

Bis Games Workshop 2018 zwei einzelne Squat-Modelle für das Spin-off Necromunda herausbrachte und 2022 dann der große Moment kam. Ausgerechnet am 1. April kündigte GW die Rückkehr der Squats an, was die halbe Fanbase erwartungsgemäß für einen Aprilscherz hielt. War es aber nicht: Im September 2022 erschien mit den Leagues of Votann tatsächlich eine komplett neue, spielbare Fraktion, direkte Nachfahren jenes belächelten Zwergs aus dem 87er-Flyer.


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