Auf Steam landet jede Woche jede Menge kurioses Zeug, aber selten verlangt eines davon so viel Geld für so wenig wie Congratulations On Your Purchase. Der Titel kostet 1.000 US-Dollar, dauert – wenn wir großzügig sind – rund zehn Minuten – und Gameplay im klassischen Sinn gibt es überhaupt keins.
Hinter dem Spiel stecken das Studio Minimum Viable Prestige und der Publisher Worth It Studio, die ihr Werk seit dem 28. Mai 2026 im Store anbieten. Auf der deutschen Steam-Seite ruft man dafür 858 Euro auf.
Aber egal, wie man es auch dreht: Für den Preis eines ordentlichen Spiele-Backlogs für Jahre bekommt ihr hier eine ziemliche Frechheit serviert.
Was ihr für fast 1.000 Dollar geboten bekommt
Die Entwickler machen aus dem Inhalt kein Geheimnis: Ihr betretet einen Palast, lauft über einen roten Teppich, werdet von potthässlichen NPCs hinter Absperrungen angestarrt und dürft am Ende euren Namen auf eine Wand schreiben. Den sehen dann alle, die das Spiel nach euch kaufen. Spätestens nach zehn Minuten ist die Vorstellung vorbei.
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Congratulations On Your Purchase: Der Trailer zeigt in 30 Sekunden alles, wofür ein Steam-Spiel ernsthaft 1.000 Dollar verlangt
Als Belohnung winkt ein einziges Achievement mit der Botschaft, dass ihr jetzt dazugehört – verziert mit der Zahl 999.
Die Store-Beschreibung liest sich dabei wie eine Mischung aus Kunstprojekt und Watschn ins Gesicht: »Der Preis ist kein Fehler. Es ist der Punkt«, heißt es da in bester ChatGPT-Manier. An anderer Stelle erklären die Entwickler ungerührt, ob das Ganze seine knapp 1.000 Dollar wert sei, lasse sich philosophisch nicht beantworten – Wert sei schließlich konstruiert und Preise ohnehin willkürlich.
Fast schon witzig: Die minimalen Systemanforderungen nennen eine GTX 1060. Für einen kurzen Spaziergang in simpelster 3D-Optik ist das ungefähr so nötig wie ein Porsche für den Weg zum Bäcker um die Ecke. Das Artwork auf der Store-Seite stammt laut Entwicklerangabe übrigens auch aus generativen KI-Tools.
Müsste Valve so etwas nicht einfach verbieten?
Naheliegende Frage, kurze Antwort: Müssen tut Valve erst mal gar nix. Steam kennt keinen Preisdeckel, und gegen einen absurd hohen Preis gibt es keine Regel. Geäußert hat sich der Konzern zu dem Fall bislang nicht.
Den eigentlichen Schutz baut Steam ohnehin an anderer Stelle ein: Wer ein Spiel weniger als zwei Stunden gespielt und es vor weniger als 14 Tagen gekauft hat, bekommt sein Geld zurück. Bei einer Spielzeit von zehn Minuten dürfte die Rückerstattung reine Formsache sein.
Doch genau da liegt der Hund begraben: Was hier als »Luxus-Erfahrung« verkauft wird, ist ein lieblos zusammengeklickter Asset-Flip – und die Rechnung dahinter dürfte ziemlich simpel sein. Es reicht, wenn ein paar Leute aus Jux oder zum Angeben zuschlagen und danach den Refund vergessen oder im Erstattungsprozess irgendetwas nicht klappt, schon hat sich die Sache für die Macher gelohnt.
Dass das Ganze sich als pseudo-philosophisches Kunstexperiment inszeniert, mit einer Store-Beschreibung, die klingt, als hätte sie ein Chatbot in fünf Minuten zusammengeklöppelt, macht die Masche kein bisschen sympathischer.
Und ob sich überhaupt jemand getraut hat, zuzuschlagen, ist unklar: Die Spielerzahlen tendieren laut SteamDB gegen Null, der Allzeithöchstwert liegt bei einem Spieler. Das kann aber natürlich auch der Entwickler selbst gewesen sein.
Neu ist die Masche ohnehin nicht: Schon 2008 verkaufte ein Entwickler im Apple App Store eine Anwendung namens I Am Rich für 1000 Dollar, die nichts weiter konnte, als ein rotes Juwel anzuzeigen. Apple zog sie nach wenigen Käufen aus dem Verkauf. Ob Valve es diesmal genauso hält oder den teuren Spaziergang einfach stehen lässt, muss sich erst noch zeigen.
Was sagt ihr: cleverer Kommentar zu unserer Gesellschaft oder einfach nur ein frecher Versuch, ein paar Dumme um ihr Geld zu bringen? Und sollte Valve solchen »Spielen« einen Riegel vorschieben? Schreibt es uns gerne in die Kommentare.
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