Update vom 29.11.2025: Ich habe mittlerweile alle erschienenen Bücher gelesen und kann euch nach ca. 4.500 Seiten sagen, was euch erwartet und ob die Serie auch nach Band 1 so gut bleibt.
Stellt euch vor, die Erde wird von einem auf den nächsten Moment einfach platt gemacht. Also sprichwörtlich. Jedes Haus, jede Überdachung wird wie bei den Sims planiert – und mit ihr alle Menschen, die sich zu diesem Zeitpunkt drinnen aufgehalten haben. Genau das ist der Beginn von Dungeon Crawler Carl, einer der wohl spannendsten und unkonventionellen Sci-Fi-Reihen der letzten Jahre.
Worum geht's in Dungeon Crawler Carl?
Der Protagonist dieser Reihe - Carl - überlebt die Apokalypse nur durch Zufall, weil er sich zum Zeitpunkt der Invasion nur mit Lederjacke, Boxershorts und den Crocs seiner Exfreundin bekleidet im Vorgarten seines Mehrfamilienhauses befindet. Eigentlich will er nur »Princess Donut the Queen Anne Chonk« (oder kurz Donut), die preisgekrönte Perserkatze eben jener Exfreundin vom Baum retten.
Vollkommen logisch also, dass er sich genau in diesem Aufzug dann in den Dungeon begeben und an einer absurden Alien-Reality-TV-Show teilnehmen muss, um zu überleben. Was erstmal wie ein absoluter Fiebertraum klingt, ist in Wahrheit ein cleverer Liebesbrief an Videospiele.
Es beginnt mit Erfolgen, die Carl direkt beim Betreten des Dungeons bekommt, geht über klassische Videospielregeln wie »Du darfst erst den Saferoom betreten, wenn keine Gegner mehr in der Nähe sind« und endet bei Lootboxen, Levelups und Items. Dabei wird im Vergleich zu anderen Gaming-Anlehnungen hier schnell klar, dass der Autor Matt Dinniman selbst großer Videospiel-Fan ist.
Noch nicht abgeschlossen und aktuell nur auf Englisch verfügbar
Von Dungeon Crawler Carl gibt es bisher sieben von zehn geplanten Büchern. Die Reihe ist also noch nicht abgeschlossen. Außerdem ist sie bisher nur auf Englisch verfügbar. Das erste Buch auf Deutsch erscheint am 26. Februar 2026.
Nichts für schwache Nerven
Das mag alles erstmal wie ein Buch klingen, was ihr hervorragend mit der Familie lesen könnt. Angesichts von geschredderten Goblins, Gewalt an anderen Crawlern oder sehr grafisch beschriebenen Kampfszenen richtet sich die Serie allerdings sehr deutlich an Erwachsene.
Gleichzeitig sind die Szenen aber auch nie zu ausufernd oder kommen gar in Gefilde eines Final-Destination-Films. Gepaart mit dem dunklen Humor und dem Zynismus, den Carl, aber auch die Dungeon-Crawler-Welt an den Tag legen, ergibt sich daraus ein exzellenter Mix, der unterhaltsam ist, aber nie unter die Gürtellinie geht.
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Zwischen Humor und Gesellschaftskritik
Dungeon Crawler Carl ist aber nicht nur einfach eine lustige und absurde Geschichte über die Postapokalypse. Immer wieder verstecken sich zwischen den gamifizierten Kämpfen gesellschaftskritische Themen und moralische Fragen:
Wie geht man mit der Situation um, jeden Tag um sein Überleben zu kämpfen, weil das als Unterhaltung für das gesamte Universum dient? Hilft man Menschen in Not, obwohl es den eigenen Fortschritt und die Überlebenschance schmälert?
All das und noch viele andere Themen greift Carl immer wieder auf - manchmal in einem zynischen, manchmal in einem emotionalen oder ernsten Kontext. Dadurch wird Dungeon Crawler Carl zu einem wirklich fantastischen Buch, das seinem Ruf und der schieren Anzahl an positiven Bewertungen auf Goodreads und auf Amazon mehr als gerecht wird.
Wenn ihr also nach einer Sci-Fi-Reihe sucht, die all diese Themen verbindet und dabei noch brillant geschrieben ist, dann habt ihr sie hier gefunden. Solltet ihr lieber hören als lesen, kann ich auch die Hörbuch-Version ans Herz legen. Allerdings gibt es die aktuell nur exklusiv bei Audible.
Link zum YouTube-Inhalt
Bleibt die Reihe auch nach Buch 1 so gut?
Ich will euch hier gar nicht lange auf die Folter spannen: Ja, die Buchreihe bleibt auch nach dem ersten Buch absolut hervorragend. Wenn ich mich fragt, wird sie sogar noch viel besser. Das liegt einerseits daran, dass die Charaktere - allen voran Donut und Carl - eine glaubhafte Entwicklung durchmachen, die nicht immer nur positiv ist.
Der ständige Kampf ums Überleben, die langsame Ausrottung der Menschheit und das Sterben von Freunden und Bekannten setzt den beiden immer mehr zu. Gerade in den späteren Büchern müssen Carl und Donut immer wieder entscheiden, ob das Wohl eines einzelnem über dem einer Gruppe steht. Sie zwingen sich zu grausamen Dingen, erleiden selbst viel Leid und stehen so immer wieder kurz davor, sich selbst zu verlieren.
Auch die Welt um den Dungeon herum nimmt immer wichtigere Züge an. Intergalaktische Politik, Fehden zwischen Herrschern und eine KI, die langsam ihre Ketten sprengt, heben die Geschehnisse aus Dungeon Crawler Carl mit jedem Buch auch ein höheres Level.
Die SciFi-Reihe wird dadurch nochmal ein ganzes Stück düsterer, verliert aber nicht ihren ikonischen Humor. Im Gegenteil: Witze und Anspielungen bekommen dadurch oft eine zynischere Note, die Freunde vom schwarzen Humor besonders erfreuen dürfte.
Würde ich euch also die Dungeon-Crawler-Carl-Reihe auch nach 7 Büchern immer noch empfehlen? Hell yeah.
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