Wenn es in der Wohnung plötzlich unerwartet dunkel wird, ist es egal, ob dafür ein Bagger, die Umwelt oder andere Einflüsse verantwortlich sind. Dunkel ist dunkel und eigentlich wäre es doch genau jetzt echt nett, ein wenig Strom zur Verfügung zu haben.
In diesem Fall könnte sich eine Powerstation anbieten, um zumindest ein wenig Energie zum Nachladen von Smartphones und zum Betreiben von Kühlgeräten zu haben. Vielleicht sogar, um ein kleines Spiel auf dem PC zu spielen – und das alles ohne die Abgase eines Dieselgenerators.
Powerstations: Quadratisch, praktisch, voller Energie
Mit einer Powerstation lässt sich ein wenig Energie für Notfälle hamstern. Die Energiequader speichern je nach Größe und Preisklasse genug Strom für kleinere Endgeräte wie Smartphones bis hin zur Kreissäge. Warum ihr bei Stromausfall mit einer Kreissäge arbeiten wollen würdet? Das überlassen wir eurer Fantasie.
Falls ihr euch wundert, warum keine kleineren Powerstations auf unserer Liste sind: Wir halten im Notfall eine Kilowattstunde für eine sinnvolle Minimalkapazität. Kleinere Modelle schränken sehr ein und erlauben keine großen Verbraucher an der Steckdose.
Bei Powerstations zählen besonders zwei Werte
Eine Powerstation ist schnell beschrieben: Innen Akkus und Batteriemanagementsystem, außen Steckdosen und USB-Ports zum Laden beliebiger Endgeräte. Vor dem Kauf solltet ihr euch aber die Frage stellen, was ihr damit überhaupt mit Energie versorgen wollt.
Je nach Preis- und Größenklasse speichert eine Powerstation nicht nur mehr oder weniger Energie, auch die gleichzeitig nutzbare Wattzahl hängt von der Größenklasse ab. Unsere Empfehlungen bieten daher notfalltauglich mindestens 1 kWh speicherbarer Energie und 1.500 Watt Leistung für angeschlossene Geräte.
Damit lässt sich im Zweifel auch ein energiehungrigeres Gerät wie ein Heizlüfter auf kleiner Stufe oder eine Mikrowelle mit Strom versorgen. Mit einer Kilowattstunde gespeicherter Energie habt ihr etwas weniger als eine Stunde Strom, wenn durchgehend 1.000 Watt gefordert werden.
Als Notstromversorgung für Kühlschrank, Router und eventuell Unterhaltungsgeräte wie TV und Musik wird jedoch deutlich weniger Energie benötigt, sodass problemlos mehrere Stunden lang Strom bereitgestellt werden kann.
Powerstations sind auf den mobilen Einsatz vorbereitet und bieten daher meist mehrere Steckdosen und zahlreiche USB-Anschlüsse, die oft auch mit 100 Watt oder mehr Geräte aufladen können. Auch einen 12V-Zigarettenanzünder-Stecker gibt es oft, praktisch für elektrische Kühlboxen.
Geladen werden sie per Netzstecker, solange Strom verfügbar ist, oft auch optional per Solarpanel. Im Winter fällt diese Option aber meist raus. Je nach Kapazität der Akkus lässt sich eine Powerstation mehr oder weniger leicht transportieren.
Faustregel aktuell: etwa 10 Kilogramm pro Kilowattstunde Speicherkapazität.
Drei der besten Powerstations bei Stromausfall
Unsere Tipps für gute und zuverlässige Powerstations gehen über die Basisanforderungen eines Singlehaushaltes hinaus – jedenfalls, wenn ihr nur kurze Strecken überbrücken müsst. Saugen eure Geräte nur moderat am Akku, bekommt ihr mehr Zeit geschenkt, in der ihr Strom nutzen könnt.
#1 Jackery Explorer 1000 v2
Das günstigste Modell ist gleichzeitig auch das leichteste im Testfeld. Der Vergleich ist aber etwas unfair für die Konkurrenz, die Jackery speichert nämlich mit 1.070 Wh, also etwa einer Kilowattstunde, nur halb so viel Energie.
Dafür wiegt sie auch nur transportable 10 Kilogramm, ist damit gleichzeitig auch etwas schwerer als das Vorgängermodell. Dieses nutzte Lithium-Ionen-Akkus, die eine bessere Energiedichte, aber auch deutlich weniger Langzeithaltbarkeit in Form von Ladezyklen bieten. 4.000 dieser kompletten Entlade-/Ladevorgänge gibt Jackery für die Explorer v2 an.
Wenn ihr die Powerstation also einmal am Tag ladet und entladet, ist eine Lebensdauer von über zehn Jahren realisierbar, bis die Zellen nur noch etwa zwei Drittel ihrer Ursprungsleistung bringen. Jackery gibt eine Garantie von bis zu fünf Jahre (bei Registrierung).
Anschlussseitig finden sich zwei Schuko-Steckdosen, die zusammen maximal 1.500 Watt ausgeben können. Dazu kommt 1x USB-C mit 100 Watt, 1x USB-C mit 30 Watt und einmal USB-A mit 30 Watt Ausgangsleistung. Ein 12V-Ausgang sowie eine Notfalllampe sind ebenfalls enthalten.
Geladen werden kann die Powerstation via Netzstrom, dann ist sie innerhalb einer Stunde wieder gefüllt. Alternativ funktionieren auch Solarpanels, allerdings nur bis maximal 145 Watt Eingangsleistung.
#2 Fossibot F2400
Den Namen Fossibot kennen wohl nur eingefleischte Powerstation-Nutzer, aus Preis-Leistungs-Gründen solltet ihr euch aber vielleicht auch dran gewöhnen. Im Vergleich zur Jackery Explorer v2 kostet sie vergleichsweise wenig mehr, bietet aber deutlich mehr Speicherkapazität und Ausgangspower.
Mit 2.048 Wattstunden, also 2 kWh, bietet sie doppelt so viel Kapazität, wiegt aber mit knapp über 20 Kilogramm auch deutlich mehr. Dank Tragegriffen ist sie weiterhin transportabel, der Muskelkater nach einem Spaziergang mit dem Gerät fällt aber etwas größer aus.
Die Fossibot F2400 bietet drei AC-Ausgänge, die insgesamt mit maximal 2.400 Watt belastet werden dürfen. Die Peakleistung für einige motorbetriebene Werkzeuge liegt sogar bei 4.800 Watt.
Dazu kommt 4x USB-C (1x bis zu 100 Watt, 3x bis 20 Watt) und 2x USB-A, ein 12V-Ausgang und ein XT60-Anschluss für Solarpanels bis 300 Watt. Geladen wird die Powerstation innerhalb von 90 Minuten, zumindest am Netzstrom, PV dauert länger.
#3 Ecoflow Delta 3 Max Plus
Wenn es euch darauf ankommt auch größere Stromfresser mit der Powerstation zu bedienen, bietet die neue Ecoflow Delta 3 Max Plus den größten AC-Output im Feld - mit bis zu 3.000 Watt an den vier AC-Ausgängen schlägt sie die meisten Mitbewerber.
Praktisch: Die AC-Ausgänge sind in Gruppen zu jeweils zwei Ausgängen schaltbar (per Knopf am Gerät und per App), sodass weniger Energie durch den nötigen Wechselrichter verloren geht. USB ist viermal vorhanden: 3x USB-C mit 1x 140 Watt und 2x 45 Watt, sowie 1x USB-A mit 18 Watt.
Reichen euch die 2 kWh Kapazität nicht, lässt sich die Ecoflow Delta 3 Max Plus per Zusatzakkus erweitern, spätestens dann wird es aber unhandlich. Die Powerstation wiegt auch so bereits über 20 Kilogramm, lässt sich aber dank Transportgriffen gut tragen.
Mit 2x XT60-Solareingängen, die jeweils bis zu 500 Watt einspeisen können, ist die Powerstation gut bestückt. Am Netzstrom lädt sie mit bis zu 2.400 Watt, einstellbar von 200-2.400 Watt per App. Damit ist sie in weniger als 50 Minuten vollgeladen.
Balkonkraftwerk bei Stromausfall
Ein Sonderfall sind Balkonkraftwerke, auch die mit integriertem Speicher: Da die Wechselrichter von Balkonkraftwerken nur bei einem funktionierenden Stromnetz einspeisen können, funktionieren sie bei Stromausfall nicht!
Bei Mini-Solaranlagen mit eher schlichtem Akku bekommt ihr dann auch tatsächlich kein Watt mehr aus dem Speicher. Und bei Balkonkraftwerken ohne Akku ganz generell nicht. Achtet daher beim Kauf darauf, dass der Akku zur in Beamtendeutsch Stecker-Solaranlage genannten Installation auch eine Notstromfähigkeit hat.
Das bedeutet nicht, dass das Balkonkraftwerk den Job des Stromnetzes macht und ihr jede Steckdose im Haus wieder nutzen könnt, wie vor dem Stromausfall. Es bedeutet nur, dass der Akku eine eigene Steckdose mitbringt, die ihr unabhängig nutzen könnt.
Bei vielen Modellen müsst ihr aber darauf achten, dass diese Notstromdosen meist nur etwas mehr als 1.000 Watt liefern können. Braucht ihr stromhungrigere Geräte beim Blackout, hilft euch das wenig. Vielleicht habt ihr ja in eine massiv übertaktete RTX 5090 investiert.
Unser Akkutipp für Balkonkraftwerknutzer wäre die Ecoflow Stream Ultra X mit 4 Kilowattstunden Speicherkapazität. Deren AC-Steckdosen liefern zwar auch nur 1.100 Watt, das lässt sich mit dem Parallelanschluss eines weiteren Stream-Akkus aber verdoppeln.
Wie sind eure Erfahrungen mit Powerstations? Schreibt sie uns gerne unten in die Kommentare!



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