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Ältere Spieler - Rise of the Silver Gamer

Sie gelten noch immer als Minderheit, doch ältere Spieler sind längst keine Seltenheit mehr. Im Gegenteil: Die Gruppe der Gamer über 50 Jahre wächst rasant. Doch obwohl die grauhaarige Spielergeneration den Computerspielemarkt der Zukunft mitprägen wird, ist nur wenig über sie bekannt. Sowohl in der Industrie als auch in der Community gibt es kaum Vorstellungen von älteren Spieler. Ein Erklärungsversuch für Leser unter 50.

von David Gillengerten,
29.07.2017 08:00 Uhr

Ältere Spieler sind kein Kuriosum mehr, sondern eine wachsende Zielgruppe, die unser Hobby grundlegend verändern könnte.Ältere Spieler sind kein Kuriosum mehr, sondern eine wachsende Zielgruppe, die unser Hobby grundlegend verändern könnte.

»Destiny hat mein Leben gerettet«, sagt der ältere Herr im Voice-Chat mit ruhiger Stimme. »Oh, wie denn?«, fragt ihn seine Gesprächspartnerin, die Streamerin Lucent_Beam. »Meine Frau ist Weihnachten 2014 verstorben, mein Sohn neun Monate darauf. Nun erziehe ich meine 11-jährige Enkelin. Das Spiel hilft mir dabei, mental fit zu bleiben.«

Destiny stellt für den älteren Herrn eine zweite Lebenswelt dar: »Ich träume sogar davon, Teil des Spiels zu sein«, gibt er lachend zu. Diese Geschichte spielt sich Mitte Februar 2017 ab. Lucent_Beam hat den Spieler, der sich im Gespräch als Rentner vorstellt, in ihren Stream eingeladen. Live erzählt er von seinen tragischen Verlusten in den letzten zwei Jahren, seiner Spielzeit in Destiny und der Freude, die ihm der Titel bringe.

Die Geschichte des älteren Herrn und Bungies Shooter-MMO wird schnell bekannt und verbreitet sich auf Reddit sowie in sozialen Medien. Gaming-Webseiten werden auf ihn aufmerksam und berichten über den »Destiny-Renter«. Selbst die Entwickler teilen seine Geschichte auf Facebook. Viele Fans spenden Geld, um ihn auf die GuardianCon, eine Destiny-Messe, einzuladen.

Live-Video von Lucent_Beam auf www.twitch.tv anzeigen

Ein alter Mann und seine bewegende Geschichte: Es ist nicht das erste Mal, dass ein betagter Spieler Schlagzeilen macht. Mitte Januar 2017 kursiert im Internet ein Video, das einen 74-jährigen Mann zeigt, der seit 17 Jahren das MMO Asheron's Call spielt. Das Online-Rollenspiel zählt zu den Urgesteinen des Genres. Es wurde 1999 veröffentlicht und lief seitdem ununterbrochen weiter. Ende Januar 2017 wurden die Server von Asheron's Call jedoch heruntergefahren. Im Video verabschiedet sich der ältere Herr vom Spiel und erzählt, warum es ihm immer noch so gut gefällt.

Ein weiterer »Silver Gamer«, wie man die in Ehren ergrauten Spieler auch nennt, erlangt im November 2016 Aufmerksamkeit: Der über 70 Jahre alte US-Airforce-Pensionär spielt Battlefield 1 gemeinsam mit seinem Enkel. Einer der beiden bedient die Maus, während der andere an der Tastatur die Bewegungen steuert.

Auch ältere Damen, die ihre Zeit mit Spielen verbringen, finden sich in den Medien wieder. Anno 2014 zum Beispiel die damals 86-jährige Rentnerin, die GTA 5 auf der PlayStation spielt. Oder bereits 2012 jene 100-Jährige, die sich nicht etwa mit Stricken oder Kreuzworträtseln, sondern mit Nintendo-DS-Spielen geistig fit hält. Klar, solche Fälle gelten immer noch als Kuriositäten - aber sie werden alltäglicher. Auch Spieler altern. Und das wird den Spielemarkt der kommenden Jahre und Jahrzehnte maßgeblich beeinflussen.

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