Age of Empires 2: Der unerwartete DLC ist da, aber macht nicht alle Spieler glücklich

Die Definitive Edition von Age of Empires 2 hat recht unerwartet einen neuen DLC bekommen. Wir verraten euch, wie Lords of the West bei den Spielern ankommt.

von Fabiano Uslenghi,
28.01.2021 18:55 Uhr

Das Remaster von Age of Empires 2 trägt den Titel: Definitive Edition. Also die definitive Ausgabe. Die Version, die alle anderen in sich vereint. Und eigentlich gehörte dazu auch mal, dass Age of Empires 2 damit gewisser Weise abgeschlossen wäre. Es sollten keine neuen Völker mehr kommen.

Nun. Sag niemals nie! Ein wenig überraschend hat Age of Empires 2: Definitive Edition am 26. Januar 2020 doch noch eine neue Erweiterung bekommen: Lords of the West. Und dazu gehören eben auch neue Fraktionen, die - der Name lässt es vermuten - aus Europa stammen.

Der DLC ist jetzt seit etwa zwei Tagen draußen. Wir verraten euch hier, was in der Erweiterung steckt und auch, warum eine Erweiterung zu einem grandiosen Remaster trotzdem von einigen Fans kritisiert wird.

Viele Details zu dem neuen DLC hat Marius Beck vom Entwicklerstudio Forgotten Empires außerdem live im Stream mit uns diskutiert (ab 5:05:58):

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Zwei neue Völker

Über Jahrzehnte wurde Age of Empires 2 erweitert. In den meisten Fällen waren das neue Zivilisationen aus der ganzen Welt, die mit einer eigenen Spielmechanik und einzigartigen Einheiten ausgestattet wurden. Auch Lords of the West führt neue Völker ein. Und zwar das Volk der Burgunder und das Volk der Sizilianer.

Das können die Burgunder

Die Burgunder waren historisch gesehen ein germanischer Stamm, der nach dem Fall des römischen Reiches erst zu einem eigenständigen Königreich und schließlich ein Teil des Frankenreiches wurde. Spielerisch handelt es sich bei den Burgundern um eine Fraktion, die vor allem eine starke Kavallerie besitzt.

Zu den Besonderheiten der Burgunder gehören:

  • Coutilier: Eine einzigartige Kavallerie-Einheit mit einem mächtigen Ansturm.
  • Flämische Miliz: Eine einzigartige Infanterie-Einheit, die stark gegen gegnerische Kavallerie ist.
  • Burgundische Weinberge: Eine einzigartige Technologie, mit der sämtliche Nahrung im Verhältnis von 2 zu 1 in Gold umgewandelt wird und mit der Bauern außerdem Gold erwirtschaften.
  • Flämische Revolution: Alle Dorfbewohner werden zur Flämischen Miliz, und ab sofort könnt ihr diese Einheit im Dorfzentrum rekrutieren.

Zusätzlich haben die Burgunder eine Reihe an besonderen Fraktionsvorteilen. Wirtschaftliche Upgrades werden früher verfügbar, Stall-Technologien sind 50 Prozent günstiger, Schießpulver-Einheiten haben eine 25 Prozent höhere Trefferchance und das Chevalier-Upgrade bekommen sie bereits in der Ritterzeit.

Diese ungewöhnliche Festungen am Hafen und im Nordosten der Stadt sind Donjons. So heißen die neuen Turmanlagen für das Volk von Sizilien. Diese ungewöhnliche Festungen am Hafen und im Nordosten der Stadt sind Donjons. So heißen die neuen Turmanlagen für das Volk von Sizilien.

Das können die Sizilianer

Sizilien liegt selbstverständliche mitten im Mittelmeer, genau an der Pikenspitze des italienischen Stiefels. Das Eiland war seit jeher ein wahrer Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen und Einflüsse. Wenn ihr mit den Sizilianern spielen wollt, profitiert ihr von einer soliden Infanterie und starken Bogenschützen.

Zu den Besonderheiten der Sizilianer gehören:

  • Serjeant: Eine starke Infanterie-Einheit, die Donjons errichten kann.
  • Donjon: Das Donjon ist eine Art Burg, in der ihr eure Einheiten verbarrikadieren könnt. Es ersetzt den Turm und bildet Serjeants aus.
  • Erster Kreuzzug: Jedes eurer Dorfzentren erschafft sofort eine Gruppe aus 10 Serjeants.
  • Schildgeld: Jedes Teammitglied bekommt sofort 15 Gold für jede ihrer militärischen Einheiten.

Auch die Sizilianer haben ganz eigene Boni, mit denen sie sich einen Vorteil verschaffen können. Burgen und Dorfzentren werden zu 100 Prozent schneller gebaut, Landeinheiten absorbieren 50 Prozent allen Bonus-Schadens und Upgrades für Bauernhöfe bringen 100 Prozent mehr Nahrung.

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Drei neue Kampagnen

Vor allem Einzelspieler und historisch interessierte Spieler können sich mit dem DLC auf drei neue Kampagnen freuen, in denen ihr die Geschichten von außergewöhnlichen Persönlichkeiten nacherlebt. Zwei der neuen Kampagnen befassen sich mit historischen Ereignissen, die mit den neuen Fraktionen in Verbindung stehen. Insgesamt kommen genug Missionen zusammen, um euch für etwa 15 Stunden zu beschäftigen.

  • Edward Longshanks: Die erste Kampagne bestreitet ihr weder mit Sizilianern noch mit Burgundern. Hier steuert ihr die Fraktion der Briten. Ihr begleitet den englischen König Edward I. auf einer Reise durch ganz Britannien und auf einen Kreuzzug.
  • Die Großherzoge des Westens: In dieser Kampagne für die Burgunder geht es um verschiedene burgundische Herzöge, die ihre Machtposition in Frankreich ausweiten wollen und nach einem eigenen Königreich streben.
  • Die Hautevilles: In dieser Kampagne erlebt ihr, wie die Nachkommen von Robert Guiskard sich an vielen Orten der Welt zu Herrschern aufschwangen und schließlich als die Könige von Sizilien in die Geschichte eingingen. Entsprechend spielt ihr in der Kampagne mit der sizilianischen Fraktion.

Die Kampagne der Burgunder führt uns durch den Norden Frankreichs. Die Kampagne der Burgunder führt uns durch den Norden Frankreichs.

Viel Lob aber auch Kritik

Grundsätzlich waren die meisten Spieler erst einmal positiv davon überrascht, dass Age of Empires 2 doch noch einen neuen DLC bekommen hat. Allerdings gab es in den Tagen nach dem Release auch einige kritischen Stimmen. Nicht jeder Spieler ist mit den neuen Fraktionen und dem parallel veröffentlichten Patch auch zu frieden. Gemeinheim scheint es zwei Strömungen zu geben.

  1. Einzelspieler: Gemessen an den Rezensionen auf Steam, sind die meisten Einzelspieler mit dem DLC sehr zufrieden. Die neuen Kampagnen sollen sehr viel Spaß machen, tolle Karten liefern und interessante historische Geschichten erzählen. Wer also hauptsächlich gerne allein ein wenig in Age of Empires 2 versinkt und mehr über die Vergangenheit erfahren will, ist mit dem DLC gut bedient.
  2. Mehrspieler: Kritik gibt es indes von Seiten der Multiplayer-Puristen. Hier scheint die Spielbalance mit den neuen Fraktionen ein wenig aus den Fugen geraten zu sein. Gemeinhin werden sowohl Burgunder als auch Sizilianer als etwas zu stark eingeschätzt. Spieler beschweren sich hier, dass der DLC die Meta durcheinanderbringen würde.

Unabhängig von der Balance und der Kampagne wird außerdem der neue Patch kritisiert. Hier sollen einige wirklich störende Bugs auftreten, die vor allem im Multiplayer extrem nerven. Demnach gibt es wohl nun einen Glitch, mit dem Mauerabschnitte des Gegners problemlos gelöscht werden können und ein Exploit macht die litauische Kavallerie quasi unbesiegbar. Das Entwicklerteam ist sich dieser Probleme bereits bewusst und kündigte an, sich darum zu kümmern.

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