Ich finde Künstliche Intelligenz gruselig. Ja, ich weiß, dass KI in vielen Feldern eine Bereicherung sein kann, weil sie beispielsweise unnötig friemelige Fleißarbeit übernehmen kann. Und ich will mich vor der technologischen Entwicklung natürlich nicht verschließen. Trotzdem begegne ich ihr mit einer fetten Prise Misstrauen und Vorsicht – und würde sie niemals in mein Privatleben und mein Zuhause lassen.
Genau das passiert aber dem Protagonisten von A.I.L.A. Ich schlüpfe in die Rolle eines Spieletesters – voll Meta ey! – der in einer nahen Zukunft ein immersives KI-Spieletool testen soll, das ihm persönlich zugeschnittene Erlebnisse präsentiert. Dabei wirft mich das Spiel in unterschiedliche Szenarien, die ein schauriges und unterhaltsames Potpourri kleiner Horror-Spiele ergeben. Und über all dem schwebt noch eine unberechenbare KI, die meine Grenzen ignoriert, sich durch meine Vergangenheit wühlt und meine Gedanken manipuliert ...
Die Zukunft des Gamings ... oder besser nicht?
Kurz zur Klarstellung: A.I.L.A. ist kein von einer KI generiertes Spiel, es ist ein Spiel über eine KI. Die Abkürzung steht für Artificial Intelligence for Ludic Applications (also Künstliche Intelligenz für spielerische Anwendungen) und soll eine revolutionäre Spielerfahrung bieten. Schließlich lernt die KI, worauf mein Spieletester Samuel reagiert, welche Themen ihm Angst machen und wie er sich in bedrohlichen Situationen verhält.
In der vierstündigen Preview-Version erkunde ich Samuels Haus und bekomme einen ersten Vorgeschmack auf das Leben in einer Zukunft, die von KI und technologischem Fortschritt geprägt ist. »Geprägt« ist eigentlich noch zu wenig gesagt, denn hier ist alles zugekleistert mit Tech-Gadgets, AI-Tools, personalisierter Werbung, und und und.
Du willst deinen Spiegel benutzen und dabei keine Werbung auf deinen Augenliedern angezeigt bekommen? Dann schließe doch jetzt unser super cooles Mirror-Abo ab!
Blinzeln ist sowas von 2025! Wer die Augen weniger schließt, kann mehr arbeiten! Kauf jetzt unsere absolut nicht gesundheitsschädlichen Augentropfen!
Kennst du das? Du stehst morgens auf und dein »Smart«-Home kriegt es einfach nicht gebacken, dir die perfekte Tasse Tee zuzubereiten? Mit unserem Upgrade wird dein Smart-Home noch smarter und dein Heißgetränk absoluteely perfekt!
Wenig überraschend also, dass sich Tech-Gigant SyTekk auch ins Gaming einbringen möchte und ein System entwickelt, das Samuel einzigartige Horrorspiele vorsetzt. Zwei davon konnte ich bereits durchspielen.
1:02
In A.I.L.A befeuert eine grausame KI eure schlimmsten Albträume in Unreal Engine 5
Evil in Residence
Die erste Spielerfahrung, in die Samuel mit A.I.L.A. eintaucht, könnt ihr aktuell als Demo auf Steam ausprobieren. Das Spiel erinnert an Walking Simulatoren wie P.T. Ich durchquere kahle Gänge und Räume und muss unterschiedliche Rätsel lösen, um voranzukommen. Mithilfe einer Fernbedienung und eines Röhren-TVs schalte ich nicht nur zwischen den Kanälen umher, sondern switche auch die Realitäten.
Habe ich also beispielsweise in einer Realität einen Schlüssel gefunden, schalte ich um, um zum Schloss in einer anderen Version meiner Umgebung zu gelangen. Ist in einer Realität eine Tür verschlossen, steht sie in einer anderen sperrangelweit offen. Und so weiter.
Das erste kleine Spiel hat keine bahnbrechenden, neuen Ideen – hier erwarten mich Schaufensterpuppen, die sich bewegen, wenn ich nicht hinschaue; gruseliges Flüstern und natürlich ein Verfolger, der mich durch das Labyrinth aus Türen und Gängen jagt. Alles Dinge, ich schon zig mal gesehen habe.
Aber es ist handwerklich wirklich gut gemacht. Die Systeme sind durchdacht. Die Inszenierung, der Sound, die Optik harmonieren wundervoll miteinander und jagen mir unzählige Schauer über den Rücken. Und der kleine Twist am Ende macht mich ganz hibbelig.
Auch für die zweite Spielerfahrung lassen sich die brasilianischen Entwickler Pulsatrix Studios von großen Horror-Titeln wie Resident Evil inspirieren. Ich spiele einen Cop, der auf der Suche nach seinem Partner auf einer abgelegenen Farm landet. Schnell wird klar, dass ich hier nicht alleine bin und dass eine außerirdische Bedrohung auf mich wartet.
Ausgerüstet mit einer Pistole betrete ich das alte, scheinbar verlassene Haus und fühle mich sofort an das Haus der Baker-Familie erinnert. Wie im Vorbild Resi suche ich Raum für Raum ab, wühle in fremden Tagebüchern, löse Rätsel, um Türen zu öffnen und das Schloss zum Schrotflinten-Kabinett zu knacken.
Dabei habe ich immer einen Verfolger im Nacken, der zu den ungünstigsten Momenten aus den Schatten springt und meinen Puls anheizt.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.