1:19
Koop-Shooter Aliens: Fireteam zeigt neues Gameplay und verrät den Release
Wenig Story
Um es noch mal ganz klar zu sagen: Fireteams Elite ist ein Horde-Shooter! Ihr kämpft entweder gegen massive Gegnerwellen oder befindet euch auf dem Weg zur nächsten großen Arena, zwischendrin aktiviert ihr auch mal ein Terminal oder eskortiert einen NPC. Viel abwechslungsreicher wird es nicht.
Untermalt wird das von einer Story, die für einen Horde-Shooter ziemlich gut, für eine unterhaltsame Solo-Erfahrung aber mangelhaft ist. So werdet ihr über englischsprachige Funksprüche und Dialoge mit deutschen Untertiteln immer informiert, was gerade passiert, worum es geht und womit ihr es zu tun habt. Gegner wie das Alien »Monica« bekommen so eine Hintergrundgeschichte und bleiben uns im Gedächtnis.
Gleichzeitig gibt es hier aber keine coolen Zwischensequenzen, Unterhaltungen zwischen Missionen sind statisch und ohne Animationen oder Mundbewegungen, das relativ kleine Entwicklerteam und vermutlich eher geringe Budget hinter dem Spiel lassen sich nicht leugnen. Der Fokus liegt ganz klar auf Multiplayer-Action und nicht auf einer umwerfenden Erzählung, die euch als Einzelspieler irgendwie fesselt.
Die Kampagne habt ihr in rund sechs Stunden erledigt und spielt sie höchstens dann nochmal, wenn ihr nach verpassten Belohnungen suchen oder neue Klassen aufleveln wollt. Zudem schaltet ihr ab Kampagnenende einen reinen Horde-Modus frei, der aber viel zu minimalistisch ist. Hier schlagt ihr einfach nur Gegner zurück, irgendwelche abwechslungsreichen Ziele wie Eskorten, Hacking, Verteidigung von Kontrollpunkten oder irgendwas, das über simples Überleben hinausgeht, passiert hier nicht. Vielleicht kommt hier in der Zukunft noch mehr, bei unserem Test hatten wir aber sehr schnell genug davon.
Keine Lebensaufgabe
Insgesamt gibt es zwölf Kampagnenmissionen. Jede davon nimmt rund eine halbe Stunde in Anspruch. Beim Abschluss gibt's immer Belohnungen wie neue Waffen oder Aufsätze wie Zieloptiken, Magazine und andere Extras, die Eigenschaften wie Treffsicherheit, Feuerrate, effektive Reichweite und mehr verbessern. Zudem gibt es in jeder Mission eine versteckte Truhe mit weiteren Goodies.
Ihr sammelt auch Erfahrung mit eurer jeweils gewählten Klasse und Waffe, wodurch ihr weitere kleine Upgrades und Boni freischaltet. Obendrauf erhaltet ihr zwei verschiedene Spielwährungen - eine für weitere Waffen und Modifikationen und eine für kosmetische Gegenstände wie Outfits, Helme und Lackierungen.
Irgendwelche Lootboxen gibt es nicht, allerdings sind kosmetische DLCs angekündigt. Ich bin kein großer Fan davon, aber zumindest kauft echtes Geld hier keine Power. Freischaltungen und Upgrades gehen vergleichsweise human und schnell von der Hand. Tägliche und wöchentliche Herausforderungen beschleunigen Fortschritte zusätzlich. Aliens: Fireteam Elite fühlt sich wie ein Spiel und nicht wie ein virtueller Job an, in den ich Hunderte Stunden investieren muss, um irgendwas zu erreichen. Das finde ich super, aber wer hier auf einen Titel hofft, der über viele Wochen hinweg unterhält, kommt vermutlich zu kurz.
Wie im Film
Nicht nur die Ausrüstung und der Sound sind originalgetreu. Auch die Umgebungen sind klasse. Wir stapfen durch finstere Korridore, hier und da gibt es Jumpscares durch Aliens, oft fällt auch einfach nur eine Deckenplatte herab oder irgendein defektes Ventil zischt plötzlich laut los.
Das Raumschiff im ersten Akt der Kampagne hat diesen coolen Sci-Fi-Charme der späten 70er mit sperrigen Terminals und Monochrom-Bildschirmen. Beim Aktivieren geben sie dieses herrliche, befriedigende Rattern von sich wie ein alter 286er.
Später geht es auch mal durch Ruinen und Höhlensysteme. Der unvermeidliche Hive, ein Alien-Nest komplett mit Eiern, Face-Huggern, Prätorianern und allem, was dazugehört, sorgt für einen spektakulären Abschluss. An den etwas detailarmen 3D-Modellen, den nicht ganz flüssigen Animationen und der schwachen Story-Präsentation merkt man dem Spiel aber an, dass es kein AAA-Titel ist.
Von den GamePro-Kollegen vernehme ich Beschwerden über den Zustand der Versionen für Konsolen, technisch lief die PC-Version bei uns aber einwandfrei. Wir hatten keinerlei Bugs oder Abstürze, im Multiplayer gab es keine Synchronisationsfehler oder Verbindungsabbrüche, die Performance war in 4K auf höchsten Detail-Einstellungen einwandfrei (Ryzen 7 5800X, 6800 XT).
Epilepsie- und Migräne-Warnung
Einer der Tester unseres Schwesternmagazins GamePro musste eine Zwangspause beim Spielen von Aliens: Fireteam Elite einlegen, weil aufdringliche Lichtblitze bei ihm Kopfschmerzen und Übelkeit auslösten. Wir konnten das im GameStar-Test nicht selbst beobachten, wollen an dieser Stelle aber eine Warnung aussprechen für alle fotosensiblen Spieler, die empfindlich gegenüber solchen Effekten sind.
Die Menüführung fühlt sich ein wenig nervig und wie bei einem Konsolenspiel an, dafür ist die Steuerung frei belegbar, wenn ihr mit den Voreinstellungen nicht zufrieden seid. Falls ihr Horde-Shooter mögt und gerne mit Freunden um die Wette ballert, taugt Aliens: Fireteam Elite am PC darum allemal. Seid ihr bevorzugt allein unterwegs, lohnt sich das Spiel nur bedingt und selbst dann nur, wenn ihr total auf das Setting steht. Hier solltet ihr lieber einen Sale abwarten, denn bei aller Begeisterung ist das Spiel mit 40 Euro preislich etwas zu optimistisch angesetzt.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.