50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Irgendwann sehen alle Shooter gleich aus und das ist ein riesiges Problem

Eine handfeste Identitätskrise bei neuen Shootern gefährdet das gesamte Genre, fürchtet Phil.

Ich setzte mich schon allein aus beruflichen Gründen jeden Tag mit Shootern auseinander. Und wenn selbst ich die ganzen neuen Titel des Genres inzwischen absolut nicht mehr auseinanderhalten kann, dann spricht das Bände. Bände über ein riesengroßes Design-Problem.

Eisberg der X-Beliebigkeit

Als beim Summer Game Fest 2025 der Trailer zu Last Flag lief, ploppten in meinem Kopf unwillkürlich Worte wie Fortnite, Team Fortress und Concord auf. Und ich war damit offenbar nicht allein.

Video starten 1:57 Imagine Dragons machen jetzt Shooter: Last Flag zeigt ersten Trailer

Auf YouTube lautet der Top-Kommentar: »Für eine Sekunde dachte ich, Valve zählt bis Drei.« Bei Reddit schreibt ein User: »Sieht völlig generisch aus«. Versteht mich nicht falsch: Vielleicht ist Last Flag ein absolut erstklassiges Spiel.

Aber bevor ich Gameplay-Qualitäten überhaupt bewerten kann, muss mich das Optische erstmal abholen. Und hier ist Last Flag lediglich die Spitze eines ständig wachsendenden Eisbergs der X-Beliebigkeit.

»Sieht aus wie Fortnite«

Die Wahrheit ist: Die Bildsprache der Online-Shooter ist austauschbar geworden. Der Gaming-Journalist Nick Calandra bringt es mit einem Tweet auf den Punkt: Wer erinnert sich noch an dieses Spiel und kennt noch den Namen?

Ja, das sieht aus wie Fortnite, kommentiert eine Spiele-Entwicklerin. Welch Ironie. Könnte aber genauso gut Last Flag sein.

Auflösung: Es heißt Project Ethos, kommt vom Branchengigant 2K und geht seit dem Reveal im Herbst 2024 gnadenlos in der seelenlosen Masse bunter neuer Hero-Shooter unter.

Und Hand aufs Herz: Ist es dann noch ein Wunder, wenn Spiele wie Spectre Divide, Concord, XDefiant, Rumbleverse, Spellbreak oder Supervive im Rauschen untergehen?

Philipp Elsner
Philipp Elsner

Phil kam 2013 zu GameStar und leitet heute die Nachrichtenredaktion. Wenn er nicht gerade in Hunt Showdown auf der Pirsch ist oder in Ready or Not ein paar Geiseln befreit, kundschaftet er gerade neue Craftbeer-Kreationen aus. In jeder GameStar-Heftausgabe gibt's von ihm eine neue Bier-Empfehlung auf der Teamseite.

Todesfalle statt Erfolgsrezept

Visuell tut sich hier nichts hervor, weil alle blind dem Look der Giganten nacheifern. Wenn es aussieht wie Fortnite, wird es erfolgreich, richtig? Falsch. Das Gegenteil ist der Fall.

Spiele, die wie ein in Meetingräumen riesiger Hochhäuser von CEOs beschlossener Trend-Cocktail aussehen, wirken – Überraschung – extrem beliebig. Das vermeintliche Erfolgsrezept der Shooter-Branche ist eine Todesfalle.

Deshalb ist es ein umso fataleres Signal, wenn sich etablierte Spiele nach und nach ebenfalls dem ästhetischen Einheitsbrei anbiedern.

Voller stolz kündigte Rainbow Six: Siege kürzlich diese neue Art von Waffenskins an:

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Der Top-Kommentar unter dem Post sagt direkt alles, was es zu sagen gibt: »Was, ist das hier Valorant?«

Ja, Tom Clancy würde sich bei dem Anblick wahrscheinlich im Grabe umdrehen. Aber funky Skins sind eben das große Ding. Damit will ich sagen: Da klingelt die Kasse gewaltig. Setting hin, Taktik-Shooter her.

Verlorene Shooter-Seele

Dass damit die visuelle Identität des Shooter-Genres im Ganzen verloren geht und alles irgendwie absolut gleich aussieht, nimmt man billigend in Kauf.

Umso mehr vermisse ich die Zeiten, in denen man nur anhand eines Screenshots sofort sagen konnte: Das ist Counter-Strike. Das ist Titanfall. Das ist UT. Das ist Killzone. Jedes mit einem eigenen und unverkennbaren Stil.

Diese Seele scheint verloren zu gehen im endlosen Meer der schrillen Hipster-Cartoon-Optik. Eine Welle von ach so kessen Heroes für die GenZ-Zielgruppe spült nicht nur Kreativität und Innovationen davon, sondern auch gleich noch all die potenziell tollen Ideen für neue Shooter da draußen.

Mein Wunsch wäre, dass große Publisher Shooter-Designer wieder Shooter-Designer sein lassen, die ihre Kreativität, ihre Handschrift und ihre Stil wirklich ausdrücken dürfen.

Denn nur dann hinterlassen Shooter endlich wieder einen Eindruck, der auch bleibt, wenn der 2minütige Trailer vorbei ist.

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