Ein großes soziales Experiment ganz ohne Menschen: In der blockigen Welt von Minecraft entstand bei einem Experiment der KI-Firma Altera.ai eine funktionierende Gesellschaft mit Handel, Berufsbildern und zwischenmenschlichen Beziehungen.
Was wie ein absurder KI-Sketch klingt, entpuppte sich als eines der faszinierendsten Gaming-Experimente im Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz und virtuellen Welten.
Was ist Project Sid?
Was passiert, wenn man 1.000 sogenannte KI-Agenten (Programme, die mit ihrer Umwelt interagieren, Daten sammeln und darauf basierend selbstbestimmt handeln) gleichzeitig auf einem Minecraft-Server aussetzt – ohne menschliche Eingriffe, aber mit klaren Regeln und Aufgaben?
Genau das wollte das KI-Forschungsunternehmen Altera.ai mit einem ungewöhnlichen Projekt herausfinden.
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In der offenen Spielwelt des sogenannten Project Sid entstand eine funktionierende Gesellschaft, in der die Programme begannen, Allianzen zu schmieden, Ressourcen zu sammeln und Edelsteine als gemeinsame Währung für den Handel zu etablieren.
Einige Agenten übernahmen sogar die Rolle von Priestern und versuchten, andere Dorfbewohner durch Bestechung zu beeinflussen.
Project Sid wurde von Dr. Robert Yang ins Leben gerufen, einem Neurowissenschaftler und Ex-Professor an der berühmten MIT-Universität. Obwohl das Experiment in der Welt von Minecraft stattfand, strebt das Team an, die gewonnenen Erkenntnisse auf andere Bereiche zu übertragen.
»Auch wenn wir mit Spielen beginnen, lösen wir die tiefgreifendsten Probleme, mit denen Agenten konfrontiert sind: Zusammenhalt, Kooperation zwischen mehreren Agenten und langfristiges Fortschreiten. Sid beginnt in Minecraft, aber wir gehen bereits darüber hinaus.«
Die Forschung dauert an
Project Sid ist bei weitem nicht der einzige oder gar erste Versuch, KI-Agenten in einem Spiel freien Lauf zu lassen. Bei AI Town kommunizieren autonome KI-Charaktere über Texteingaben mit menschlichen Spielern.
Bereits 2023 veröffentlichte die Stanford-Universität eine Studie mit dem Projekt Smallville. Darin lebten 25 KI-Agenten in einer virtuellen Stadt – samt eigener Persönlichkeitsmerkmale und Erinnerungen. Die künstlichen Bewohner begannen schnell, miteinander zu interagieren, planten sogar eigenständig ein Valentinstags-Fest und zeigten dabei erstaunlich menschliches Verhalten.
Der Quellcode von Smallville wurde offen zugänglich gemacht. Seitdem sind weitere KI-Demos entstanden, die das Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz und simulierten Welten erforschen – mit dem Ziel, soziale Interaktionen künftig realistischer und autonomer in digitalen Umgebungen umzusetzen.

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