Design
Auch wenn AMD erst jetzt mit der Radeon HD 7990 eine eigene Lösung einer modernen Radeon-Doppelchip-Karte präsentiert, andere waren da schon schneller. Powercolor verkauft seit Ende letzten Jahres die rund 850 Euro teure Radeon HD 7990 Devil 13, Asus hat die auf 999 Stück limitierte Ares II für wahnwitzige 1.300 Euro im Angebot. Beide Hersteller kombinieren auch hier zwei Radeon HD 7970 um so ein besonders leistungsstarkes Endprodukt zu erhalten. Im Test der Radeon HD 7990 Devil 13 war diese durchschnittlich 38 Prozent schneller als eine einzelne HD 7970 GHz Edition. Um die brachiale Leistung zu kühlen, verbaut Powercolor einen extrem großen Kühler durch den die Karte drei Slots belegt. Bezahlt macht sich die Kühllösung jedoch nicht, unter Last dröhnt die Devil 13 mit 6,7 Sone so laut wie wenige andere Karten vor ihr im Testfeld. Asus geht bei der Ares II noch einen Schritt weiter und nutzt neben einem Axial-Lüfter eine externe Wasserkühlung um das GPU-Gespann zu bändigen. Im Vergleich zu den Varianten von Asus und Powercolor fällt AMDs Radeon HD 7990 deutlich schmaler aus. Die Karte belegt lediglich zwei Slots, erreicht mit einer Länge von knapp 31 cm allerdings ebenfalls immense Ausmaße. Bei der Farbgebung bleibt sich AMD treu und verbaut rotes und schwarzes Plastik.
Testsystem
Unsere Testplattform besteht aus einem 3,4 GHz schnellen Intel Core i7 2600K mit 8,0 GByte DDR3-RAM und dem P67-Mainboard Maximus IV Extreme von Asus. Im Rahmen des Tests haben wir die Taktfrequenz der CPU testweise auf 4,5 GHz erhöht, der Leistungszuwachs war aber marginal. Um eine optimale Vergleichbarkeit mit den anderen Karten in unserem Testfeld zu gewährleisten, haben wir die HD 7990 wie alle anderen Modelle auch mit dem Standardtakt des Prozessors getestet. Für kurze Ladezeiten sorgt die 512 GByte große Samsung SSD 830 . Unser Benchmark-Parcours setzt sich zusammen aus den DirectX-11-Titeln Anno 2070 , Battlefield 3 , Crysis 2 , Dirt 3 , Max Payne 3 , Metro 2033 sowie The Elder Scrolls 5: Skyrim . Alle Spiele testen wir mit maximalen Details sowohl mit als auch ohne Kantenglättung. Bei Crysis 2 haben wir zudem die per Patch nachgereichten, hochauflösenden Texturen und den DirectX-11-Modus installiert.
Benchmarks ohne Kantenglättung
Eine einzelne AMD Radeon HD 7970 GHz Edition liegt in unseren Benchmarks knapp vor der Nvidia Geforce GTX 680. Die gekoppelten GTX-680-Chips auf einer Geforce GTX 690 arbeiten mit einem niedrigeren Takt als die GTX 680, und leisten in unseren Benchmarks ohne Kantenglättung zwischen 20 und 35 Prozent mehr als eine einzelne GTX 680. Da AMD mit der HD 7970 GHz Edition bereits die Benchmarks der Karten mit einem Grafikchip dominiert, sollte das Doppel-Paket HD 7990 gleiches bei den Karten mit mehreren Grafikchips erreichen. Umso überraschter waren wir, als die HD 7990 in unseren Benchmarks ohne Kantenglättung nicht immer an die Leistung der Geforce GTX 690 herankam. Trotz des Vorsprungs beim Videospeicher, Bandbreite und Interface liegt die AMD Radeon HD 7990 in fast allen Tests hinter der GTX 690. Lediglich in Metro 2033 schiebt sich die AMD-Karte auf den ersten Platz.
Nach Rücksprache mit AMD könnte der Grund dafür in den höheren Anforderungen an den Prozessor liegen. Die Koordination von zwei Grafikchips fordert dem Prozessor mehr Leistung ab, als nur einen Chip zu unterstützen. Während die CPU auch bei der Koordination der beiden Chips der Geforce GTX 690 einiges zu tun hat, drückt der zusätzliche Rechenaufwand die Leistung der HD 7990 teils deutlich. Besonders bei Spielen wie Dirt 3 und Skyrim, in denen wir ans CPU-Limit stoßen, zeigt sich die bessere Abstimmung. So erreicht eine Geforce GTX 680 bei einer Auflösung von 1680x1050 in Dirt 3 148,9 Bilder pro Sekunde, die stärkere Geforce GTX 690 mit zwei GTX-680-Chipsliefert ebenfalls 149 Bilder pro Sekunde. Ein eindeutiger Hinweis darauf, dass der Prozessor die maximale Leistungsfähigkeit der Grafikkarte limitiert. Vergleichen wir nun die AMD Radeon HD 7970 GHz Edition mit der stärkeren AMD Radeon HD 7990 so zeigt sich, dass die Single-GPU-Karte auf 149,7 FPS kommt während die HD 7990 lediglich 138,9 Bilder pro Sekunde schafft. Neben dem höheren Rechenaufwand mag auch die Optimierung der Treiber Einfluss auf die Ergebnisse haben. Die Nvidia Geforce GTX 690 ist seit knapp einem Jahr erhältlich, genügend Zeit für Nvidia die SLI-Profile auf viel gespielte und getestete Spiele hin anzupassen.
Ein ähnliches Bild wie in Dirt 3 zeigt sich auch in Anno 2070 oder in Battlefield 3. In den meisten Spielen ohne Kantenglättung kann die HD 7990 die theoretisch mögliche Leistung nicht auf die Strasse bringen, sie landet gar oft hinter den Ein-Chip-Modellen. Auch nach mehreren Versuchen sowie dem Einbau in ein anderes System lieferte unser Testmodell derlei widersprüchliche Werte ab. Es bleibt abzuwarten, was AMD per Treiber in Zukunft aus dem HD-7970-Gespann herauskitzelt. Im Rennen um den Titel »Schnellste Grafikkarte der Welt« muss sich die Radeon HD 7990 jedoch der GTX 690 geschlagen geben - vorerst.
Anno 2070
maximale Details
- 1680x1050
- 1920x1080
- 2560x1440
- 0
- 24
- 48
- 72
- 96
- 120

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