Radeon RX 6900 XT: Geleaktes Bild einer GPU & Gerüchte zu Raytracing

Ein angebliches Foto eines AMD Big Navi-Chip soll Details zu der Größe und der Zahl der Transistoren verraten. Was ist dran?

von Alexander Köpf,
05.10.2020 09:41 Uhr

Ein umstrittenes aktuelles Gerücht beschäftigt sich mit der Raytracing-Implementierung der RDNA2-Architektur. Ein umstrittenes aktuelles Gerücht beschäftigt sich mit der Raytracing-Implementierung der RDNA2-Architektur.

Ein angebliches Bild des Grafikchips einer AMD Radeon RX 6900 XT, besser bekannt als »Big Navi«, macht gerade im Netz die Runde.

Das Bild soll dem Youtube-Kanal Coreteks zugespielt worden sein, der dadurch auf die Größe des Die (Chip) und daraus folgernd auf Hardware-Details schließen können will.

Die angeblichen Details zu Big Navi:

  • TSMC N7+ (EUV-Lithografie) mit 1,2 Mal höherer Logikdichte als N7
  • 536 mm² Chipfläche
  • 26,3 Milliarden Transistoren

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Der Chip der RX 6900 XT misst laut Coreteks also rund 536 Quadratmillimeter. Das entspricht in etwa früheren Angaben, denen zufolge die Navi-21-GPU (Big Navi) 505 Quadratmillimeter groß sein soll.

Doppelt so groß wie RX 5700 XT: Der Navi-10-Chip der Radeon RX 5700 XT misst im Vergleich dazu 251 Quadratmillimeter.

Gemessen an Navi 10 und unter Berücksichtigung eines verbesserten Fertigungsverfahrens (N7+) leitet Coreteks zudem ab, dass Big Navi über 26,3 Milliarden Transistoren verfügt (RX 5700 XT: 10,3 Milliarden Transistoren).

Die Zahl der Transistoren lässt aber nur bedingt Rückschlüsse auf die Leistungsfähigkeit zu. Laut Coreteks sei zudem unklar, wie viele der Transistoren auf die Raytracing-Kerne entfällt.

Umstrittenes Raytracing-Gerücht

Hier setzt ein weiteres aktuelles Gerücht von Hardware-Leaker CyberPunkCat (@CyberCatPunk) an. Demnach habe AMD-Finanzchef Devinder Kumar bestätigt, dass Big Navi 80 Compute Units (5.120 Recheneinheiten) besitzt, von denen 20 Compute Units auf Hardware-Raytracing entfallen. Die theoretische Rechenleistung betrage rund 20 Teraflops (TFLOPS FP32).

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In den Kommentaren unter dem Tweet gibt es jedoch teils heftige Kritik. Einige Nutzer, wie beispielsweise Hardware-Experte -Fister- (@compguru910), werfen CyberPunkCat sogar vor, Fake-News zu verbreiten.

Tatsächlich gibt es Ungereimtheiten. So nannte Microsoft Details zur Grafikkeinheit der Xbox Series X, welche ebenso wie die neuen Radeons auf der RDNA2-Architektur beruht.

Dort ist auch von einer hybriden Technologie die Rede. Allerdings nicht davon, dass ganze Compute Units für Raytracing abgestellt werden, sondern dass pro Compute Unit und Taktzyklus wahlweise vier Textur- oder Raytracing-Operationen ausgeführt werden können.

Allzu lange müssen wir nicht mehr warten, bis es neue offizielle Details zu AMDs kommenden Grafikkarten gibt. Am 28. Oktober werden sie in einem frei zugänglichen Online-Event vorstellt.

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