Bei vielen neuen Grafikkarten gibt es zunächst nur ein Referenzmodell und (mehr oder wenig) später entwickeln die Grafikkarten-Hersteller dann eigene Modelle auf dieser Basis oder auch mit ganz eigenen Platinen. Doch für Custom Designs der AMD Radeon VII (unser Test) sah es bisher nicht danach aus, als gäbe es entsprechende Pläne und eine Vermutung war, dass AMD seine Partner hier noch zurückhält. Doch wie KitGuru berichtet, hat der Sprecher von AMD UK, Joe Cowell, erklärt, dass es den Partnern freistehe, modifizierte Versionen anzubieten. Damit dürfte es wohl doch relativ bald Custom-Modelle mit anderen Kühlern oder auch eigenen Platinen geben.
Die Radeon VII soll aber nicht nur Gamer ansprechen, sondern auch Kunden, die Videos bearbeiten oder Streamen. Mit 5 GByte mehr VRAM als eine Geforce RTX 2080 Ti scheint die neue AMD-Grafikkarte dafür besonders gut geeignet zu sein und sogar Probleme beim Arbeiten mit 4K-Videos zu lösen. Digital Foundry etwa arbeitet nach eigenen Angaben jeden Tag mit 4K-Videos in Adobe Premiere Pro und bisher mit einer Nvidia Titan X mit Pascal-GPU und 12 GByte VRAM, beispielsweise um Vergleichsvideos von Spielen zu erstellen.
Dabei kommt es laut dem Digital Foundry-Artikel mit der Titan X immer wieder zu Problemen, weil ein Frame wegen zu wenig Videospeicher nicht berechnet werden kann. Für jemanden, der das täglich erlebt, ist das ärgerlich. Für die Ersteller von 4K-Inhalten ist die AMD Radeon VII laut dem Review zwar noch immer eine teure Grafikkarte, liefere aber eine professionelle Menge an Videospeicher, die auch herausfordernde Projekte einfacher mache.
Trotzdem sind auch Digital Foundry der Ansicht, dass 16 GByte HBM2 für Spiele aktuell übertrieben sind, doch auch das könnte sich ändern. Die ersten Spiele wie Battlefield 5 können in 4K durchaus zwischen 8 und 11 GByte VRAM verwenden. Etwas mehr und nur noch die Radeon VII wäre in der Lage, den notwendigen Speicher ohne Tricks zu liefern. Das Fazit des Digital Foundry-Tests lautet übrigens, dass die Radeon VII zwar nicht für einen Preiskampf im High-End-Bereich sorgen wird, aber einen Eindruck davon gibt, was mit 7 Nanometern und HBM2 alles möglich sein wird.

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