Wer an Animal Crossing: New Horizons denkt, hat meist eine heile Inselwelt mit bunten Blumenwiesen im Kopf. Doch die Sandbox-Mechaniken der Lebenssimulation lassen sich auch ganz anders nutzen.
Ein japanischer Spieler namens @churip_ccc betrieb fünf Jahre lang eine Insel, die als »Erwachsenen-Insel« Berühmtheit erlangte. Kurz vor dem großen Update 3.0 hat Nintendo nun die Reißleine gezogen und die Insel permanent entfernt.
Ein Sündenpfuhl im Knuddel-Look
Die Löschung kommt eigentlich weniger überraschend als die Tatsache, dass die Insel überhaupt so lange existieren konnte. Der Schöpfer selbst bestätigte das Aus auf X und zeigte sich dabei weder wütend noch enttäuscht. Stattdessen bedankte er sich bei Nintendo dafür, dass man so lange »ein Auge zugedrückt« habe.
Was gab es dort zu sehen? Wer die Insel betrat, landete direkt vor einem sogenannten »Muryou Annaijo«. Was offiziell so viel wie »kostenloses Informationszentrum« heißt, ist in der japanischen Kultur ein klarer Code: Solche Stände vermitteln in Vergnügungsvierteln Informationen über Hostess-Bars, Strip-Clubs und Bordelle.
Die Detailverliebtheit, mit der hier Erwachsenen-Themen in der knallbunten Nintendo-Optik umgesetzt wurden, sorgte jahrelang für hohe Klickzahlen auf YouTube. Sowohl durchschnittliche Spieler als auch große Influencer besuchten die Insel, um sich die kreative Zweckentfremdung der Spielmechaniken anzusehen.
PLUS
19:02
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Zwischen Love Hotels und Drogen-Anspielungen
Was genau den Bann letztlich auslöste, hat Nintendo nicht offiziell kommuniziert, doch ein Rundgang über die Insel lieferte zahllose Gründe. Der Creator nutzte die begrenzten Design-Tools des Spiels äußerst einfallsreich, um eindeutige Szenarien zu schaffen:
- Die Insel war übersät mit Leuchtreklamen, Müllhaufen in Hinterhöfen und Gebäuden, die wie Love Hotels gestaltet waren.
- Die bekannte David-Statue (ein offizielles Item im Spiel) wurde mehrfach so platziert, dass Palmen oder andere Objekte den Fokus gezielt auf den Schritt der Statue lenkten.
- In den Häusern fanden sich Schlafzimmer, in denen zerknüllte Taschentücher neben den Betten lagen.
- »Kräuter«-Verkaufsstände waren so gestaltet, dass sie an den Straßenverkauf von Drogen erinnerten.
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Auch vor den beliebten Bewohnern des Spiels machte die Umgestaltung nicht halt: Das Zimmer der Eule Eugen war mit Fotos der Hündin Melinda und den bereits erwähnten Taschentüchern dekoriert, was den Museumsdirektor in ein fragwürdiges Licht rückte. Tom Nook hingegen wurde ein Zimmer gestaltet, das suggerieren sollte, er empfange dort regelmäßig Damenbesuch.
Neben den sexuellen Anspielungen dürfte ein weiterer Aspekt für Nintendo besonders problematisch gewesen sein: Glücksspiel. Die Insel verfügte über Bereiche, die wie Casinos und Pachinko-Hallen aussahen. Nintendo geht traditionell strikt gegen die Darstellung von Glücksspiel in Spielen vor, die keine entsprechende Altersfreigabe besitzen.

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