Römische Städte waren der verlängerte Arm eines Reichs, das auf Expansion und Machtausbau getrimmt war. Neue Siedlungen sprossen deshalb nicht einfach planlos aus dem Boden, sondern folgten klaren Regeln und wiedererkennbaren Mustern. Das daraus entstandene typisch römische Stadtbild lebt bis heute weiter, nicht nur in Spielen wie Anno 117.
Einfluss durch Ordnung
Ob in der Architektur, dem Staatswesen oder beim Militär, im antiken Rom galt Ordnung als absolutes Leitmotiv. Der römische Architekt und Philosoph Vitruv umschreibt die Bedeutung von »ordinatio« (Ordnung) und »dispositio« (Struktur) gar als die grundlegenden, sinnstiftenden Elemente in der Architektur.
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Wenn es nach ihm geht, können Gebäude und ganze Städte gar erst durch die richtige Proportion, Symmetrie und Anordnung ihrer Einzelteile zu einem funktionierenden Ganzen werden. Die Gedanken mögen philosophischen Ursprungs sein, bringen aber den Drang Roms nach größtmöglicher Disziplin und Planbarkeit auf den Punkt.
Da wundert es nicht, dass die Römer ihre Militärlager, die sogenannten Castra, schon im 3. Jahrhundert v. Chr. nach einem strengem, einheitlichem Plan angelegt haben. Die Basis für den typischerweise quadratischen Grundriss bildeten dabei stets die beiden Hauptachsen »Cardo maximus« (Nord-Süd) und »Decumanus maximus« (Ost-West), an deren Kreuzungspunkt sich das Stabsgebäude befand, die Principia.
An ihren vier Endpunkten versperrten Tore den Weg, ein Außenwall und Ecktürme boten Schutz vor Eindringlingen. Fehlt nur noch das charakteristische rechtwinklige Straßennetz, das mit praktischen Querverbindungen für kürzere Wege sorgte und Flächen für Unterkünfte, Lagerräume und (ganz wichtig) die Latrinen schuf.

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