Arbeitsspeicher günstiger wegen Intel? - CPU-Lieferschwierigkeiten sollen RAM-Preise drücken

Arbeitsspeicher ist aktuell sehr nachgefragt und die Kosten für RAM sind entsprechend hoch. Allerdings könnte Intels Produktionsengpass bei den 14nm-CPUs für fallende Preise bei DRAM sorgen.

von Georg Wieselsberger, Sara Petzold,
13.09.2018 10:52 Uhr

Arbeitsspeicher bleibt weiterhin teuer, eine Stabilisierung der Preise ist aber zumindest in Sicht. Preissenkungen werden dagegen erst für das Jahr 2019 erwartet.Arbeitsspeicher bleibt weiterhin teuer, eine Stabilisierung der Preise ist aber zumindest in Sicht. Preissenkungen werden dagegen erst für das Jahr 2019 erwartet.

Update, 13.09.2018: Intel hat Probleme mit der Produktionskapazität seiner 14-nm-Prozessoren, was aktuell zu Lieferengpässen dieser CPUs und entsprechenden Preissteigerungen führt. Allerdings wirkt sich diese Situation voraussichtlich auch auf die Preise von DRAM aus - und diese könnten laut einem Bericht des Branchendienstes Digitimes weiter sinken.

Denn wegen der Engpässe bei der CPU-Verfügbarkeit, die im vierten Quartal 2018 noch größer werden sollen bis zu einer Abweichung von zehn Prozent oder mehr zwischen Angebot und Nachfrage, haben OEM-Hersteller von PCs und Laptops ihre Produktionsziele angepasst, da sie schlichtweg nicht genug Intel-CPUs bekommen.

Sie werden deshalb erwartungsgemäß auch weniger DRAM (für PCs und Notebooks mit Intel-CPU) bestellen, wodurch das Überangebot an entsprechenden Speicher-Chips laut Digitimes weiter steigen und die Preise entsprechend fallen sollen - in den letzten beiden Jahren waren die RAM-Preise durchweg sehr hoch, da die Nachfrage die Produktionskapazitäten überstieg.

Die besten PC-Upgrades aus CPU, RAM und Mainboard

Update, 27.07.2018: Experten erwarten für das Jahr 2019 einen Preisverfall bei DRAM. Der Grund: ein allgemeines Überangebot des Speichers bei den Herstellern. Insbesondere Micron könnte durch die zunehmende Steigerung der Produktion von 10nm-DRAM-Chips dazu beitragen, dass im nächsten Jahr die Preise sinken. Das berichtet aktuell die Digitimes mit Bezug auf Insiderinformationen.

Samsung und SK Hynix rechnen mit einem Abflauen der Nachfrage nach DRAM Ende 2018, wodurch sich aufgrund der aggressiven Produktion der DRAM-Hersteller weltweit eine Übersättigung des Marktes ergeben könnte. Industriellen Schätzungen zufolge wird der DRAM-Markt in 2018 ein Hoch von 104 Milliarden US-Dollar globalem Umsatz erreichen, bevor er um 1,8 Prozent in 2019 und 2,6 Prozent in 2020 einbrechen soll.

Update, 04.07.2018: Die Kosten für DRAM bleiben laut den Analysten von DRAMexchange weiterhin hoch, was auch mit anhaltenden Problemen im Zuge des Umstiegs auf einen neuen Fertigungsprozess und dem daraus resultierenden mäßigen Kapazitätswachstum zusammenhängt.

Die in den kommenden Monaten zu erwartende hohe Nachfrage aus dem Smartphone- und Server-Sektor soll sogar noch mal eine leichte Preissteigerung mit sich bringen. Da aber Ausbeute und Qualität der neuen Fertigung stetig besser werden dürften und gleichzeitig die Nachfrage nach VRAM im Zuge des geringeren Interesses am Mining von Krypto-Währungen eher rückläufig ist, geht DRAMexchange generell nur noch von geringen Preissteigerungen im Laufe des Jahres aus.

Bis zum vierten Quartal könnten sich die Preise völlig stabilisiert haben. Von möglichen Preissenkungen ist nur im Zusammenhang mit VRAM die Rede. Mit günstigeren Arbeitsspeicher ist demnach also frühestens im Jahr 2019 zu rechnen.

Ebenfalls ein möglicher Grund für die hohen Preise: Absprachen zwischen den drei größten Herstellern Samsung Electronics, SK Hynix und Micron Technology, denen deshalb hohe Strafzahlungen drohen könnten (wir berichteten).

SSDs: M.2 mit NVMe vs. SATA3

Update, 20.05.2018: Entgegen den anderen Berichten aus Asien schreibt Nikkei, dass die Preise für Arbeitsspeicher nun auf dem Weg nach unten sind. Ein Grund dafür sei die stark gesunkene Nachfrage aus der Krypto-Mining-Branche und auch schwache Verkäufe bei Smartphones. Der Umsatz in China soll stark gesunken sein und auch das iPhone X und dessen angeblich stark verringere Produktion werden als Ursachen genannt.

Die Preisverhandlungen vor DRAM würden nun auf sinkende Preise hindeuten und auch Marktforscher von IHS Markit gingen davon aus, dass Arbeitsspeicher die höchsten Preise im Jahr 2018 erreicht hat. Wie lange das aber anhält, ist unklar. Auch Nikkei berichtet über starke Nachfrage nach DRAM in Rechenzentren und geht davon aus, dass neue Geräte mit der 5G-Mobilfunktechnik schon nächstes Jahr noch mehr Arbeitsspeicher notwendig machen werden.

Die Marktforscher sind sich also nicht wirklich einig, ob die Preise für DRAM nun sinken, gleichbleiben oder sogar weiterhin steigern. Für jede Ansicht findet sich ein entsprechender Analyst.

VRAM und DRAM sorgen für hohe Umsätze

Originalmeldung: In den letzten Wochen wurden immerhin einige Grafikkarten etwas günstiger. Die Gründe dafür dürften sein, dass die Nachfrage durch Krypto-Miner etwas gesunken ist. Außerdem ist es denkbar, dass beispielsweise Nvidia im Vorfeld der Vorstellung neuer Geforce-Grafikkarten dafür sorgt, dass die aktuellen Modelle von GTX 1050 bis hinauf zur GTX 1080 Ti günstiger abverkauft werden können.

Der Speicher für Grafikkarten ist jedoch nicht günstiger geworden und auch beim Arbeitsspeicher sieht es nicht nach fallenden Preisen aus. Das sorgt bei den Speicherherstellern wie Samsung, SK Hynix oder Micron aufgrund der hohen Nachfrage für im Schnitt rund 10,3 Prozent höhere Umsätze. Laut einer Meldung von Trendforce, wird es frühestens in der zweiten Hälfte des Jahres mehr Arbeitsspeicher geben, da neue Kapazitäten erst dann langsam zur Verfügung stehen.

Ob die Preise für RAM gegen Ende 2018 wirklich merklich sinken, bleibt abzuwarten. Außerdem gibt es eine weitere Speicherart, die bei den Herstellern um Produktionskapazitäten buhlt: der in Solid-State-Laufwerken genutzte NAND- beziehungsweise Flash-Speicher.

Hohe Nachfrage nach SSDs und NAND-Speicher

Laut Digitimes gab es gegen Ende 2017 einen Trend hin zu sinkenden Preisen bei SSDs, weil es eine gewisse Überproduktion gab. Doch inzwischen sinken die Preise nur noch sehr langsam, weil die leicht niedrigeren Kosten dazu geführt haben, dass die Nachfrage der Kunden nach SSDs gestiegen ist. Viele Kunden würden jetzt den Schritt von SATA-Laufwerken zu den moderneren und schnelleren NVMe-SSDs machen.

Daher werden die Preise rund um die im Juni stattfindende Computex wohl wieder anziehen und auch die Versorgung mit NAND-Speicher wieder knapper. Über Arbeitsspeicher trifft Digitimes eine knappe Aussage und geht davon aus, dass die Preise weiter steigen werden und das auch über das 3. Quartal 2018 hinaus.

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