Intel-Produktionsprobleme - Intel lässt Chipsätze in veralteter 22nm-Technik herstellen

Intel soll Probleme mit ausreichender Produktionskapazität für seine Prozessoren haben und das könnte sich auch auf den erwarteten Core i9 9900K auswirken - oder auf Chipsätze.

von Georg Wieselsberger,
21.09.2018 08:38 Uhr

Intel hat laut einem Bericht Probleme, ausreichend Prozessoren herzustellen.Intel hat laut einem Bericht Probleme, ausreichend Prozessoren herzustellen.

Update 4: Nachdem Intel anscheinend Probleme hat, genügend Produkte auf den vorhandenen 14-Nanometer-Fertigungsstrecken herzustellen und auch keine Aufträge an TSMC vergeben will, greift das Unternehmen nun auf eine unerwartete Lösung zurück.

Wie unter anderem Tom's Hardware meldet, lässt Intel den H310-Chipsatz, der bisher in 14 Nanometern produziert wurde, nun mit dem eigentlich veralteten 22-Nanometer-Chipsatz herstellen. Dieser Chipsatz ist schon seit Mai nicht mehr in Produktion, weil die 14nm-Kapazitäten nicht ausreichten. Nun soll eine Variante namens H310C hergestellt werden, die aufgrund der 22nm-Produktion auch physisch größer ist.

Kurioserweise soll Intel aber mit diesem Schritt zurück in der Zeit auch noch den bisher fehlenden Support von Windows 7 wieder integrieren, allerdings durch neuere Treiber und nicht durch Veränderungen im Chipsatz selbst. Ob auch andere Chipsätze eine Zeitreise in die Vergangenheit machen werden, ist noch nicht bekannt.

Update 3: Intel hat laut einem Bericht von PCGamesN inzwischen dementiert, dass das Unternehmen Teile seiner 14-Nanometer-Produktion an den Auftragshersteller TSMC vergeben wird.

"Als Antwort auf die unerwartet hohe Nachfrage investieren wir weiterhin in Intels Produktionskapazitäten."

Die Hervorhebung von »Intels« ist laut der Meldung so auch in der Stellungnahme von Intel auf den Bericht von Digitimes zu finden. Was Intel damit aber genau aussagen möchte, ist unklar. Auch Intel kann vermutlich nicht so schnell neue Produktionsstätten für 14-Nanometer-Produkte bauen.

Außerdem wären Investitionen in diesen Bereich bei der geplanten Umstellung auf 10 Nanometer ab Ende 2019 auch etwas ungewöhnlich. Doch eventuell gibt es auch dabei neue Probleme. Wie SemiAccurate meldet, sollen die Server-Roadmaps sogar noch für das Jahr 2020 neue 14-Nanometer-Produkte enthalten.

Update 2: Intel hat laut mehreren Berichten Probleme mit Produktionsengpässen bei den aktuellen Desktop-Prozessoren und den Server-Versionen. Preissteigerungen sind in den letzten Wochen bereits auszumachen, so lag der Core i5 8400 im Juni beispielsweise noch bei etwa 165 Euro, aktuell sind es dagegen ungefähr 195 Euro.

Als Grund für die Engpässe wird vermutet, dass Intel nicht nur bereits vorgestellte Produkte, sondern eben auch die kommenden CPUs rund um den Intel Core i9 9900K herstellt - und das alles auf den gleichen Produktionsstätten im 14-Nanometer-Verfahren.

Wie Digitimes meldet, ist die hauseigene Produktion bei Intel inzwischen so überlastet, dass sich das Unternehmen nun an den Auftragshersteller TSMC wendet. TSMC, die unter anderem die kommenden 7-nm-CPUs für AMD oder die Grafikchips für die Geforce RTX 2080 (Ti) für Nvidia herstellen, sollen für Intel die Produktion von Chipsätzen der 300er-Serie übernehmen.

Laut der Meldung kann Intel selbst schon 50 Prozent der aktuellen Nachfrage nicht mehr selbst bedienen und damit habe das Unternehmen keine andere Wahl und müsse einen Auftragshersteller verwenden.

Bis Ende 2018 sollen aber Mainboard-Hersteller trotzdem Probleme haben, die notwendigen Chipsätze zu erhalten. Als Ursache aller Intel-Probleme gilt der 10-Nanometer-Prozess, den Intel schon 2016 in seinen Fabriken nutzen wollte, der nun aber erst Ende 2019 die Massenproduktion aufnehmen soll.

Update 1: Laut einem Bericht von Tom’s Hardware werden aktuelle Intel-Prozessoren wie der Core i5 8400, Core i5 8600K und Core i7 8700K bei immer mehr Händlern teurer, kosten teilweise mehr als der empfohlene Verkaufspreis und sind bei einigen Online-Shops immer wieder nicht lieferbar.

Da das kaum an einer plötzlich stark gestiegene Nachfrage liegen kann, ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass Intel seine Produktionskapazitäten anderweitig nutzt. Da für Oktober die Vorstellung der neuen Modelle Core i5 9600K, Core i7 9700K und Core i9 9900K erwartet wird, könnte Intel die Herstellung dieser Prozessoren forcieren, um beim Start genügend Exemplare verkaufen zu können.

Das würde den letzten Gerüchten um Produktionsengpässe nicht widersprechen, aber einen anderen Grund liefern.

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Originalmeldung: Laut einem Bericht von Digitimes liegt das Problem von Intel auch daran, dass der seit Jahren geplante 10-Nanometer-Prozess noch immer nicht funktioniert. Damit ist Intel praktisch gezwungen, alle seine Prozessoren im 14-Nanometer-Verfahren herzustellen, vom kleinsten bis zum größten Modell, darunter auch zwei eben erst vorgestellte neue, stromsparende Mobil-Prozessoren. Es wird auch vermutet, dass diese zwei Prozessoren für die neue Macbook-Serie von Apple gedacht ist.

Intel kommt laut der Meldung aber nicht mehr mit der Produktion nach, sodass fast alle PC-Hersteller in der zweiten Jahreshälfte davon betroffen sein sollen. Wenn Intel also schon Probleme hat, ausreichende Mengen bereits vorgestellter Prozessoren zu liefern, scheint es laut PCGamesN durchaus denkbar, dass davon auch die kommende Coffee-Lake-Refresh-Generation samt dem Achtkern-Prozessor Core i9 9900K betroffen sein wird.

Zwar könnte Intel natürlich seinen neuen Prozessoren und dem Z390-Chipsatz für neue Mainboards bei der Produktion Priorität einräumen, das könnte aber zu Lieferengpässen bei aktuell verfügbaren Produkten führen. Doch falls das nicht so sein sollte, dürfte eine Vorstellung der Core i9 9900K, die für Oktober 2018 erwartet wird, ein sogenannter Paper-Launch sein. Die Prozessoren wären dann praktisch kaum lieferbar und würden erst 2019 in größeren Mengen ausgeliefert.

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Es wäre nicht das erste Mal, dass Intel in letzter Zeit so vorgeht. AMD dürfte sich über solche Probleme bei Konkurrent Intel freuen, hat man doch mit dem Ryzen 7 2700X einen sehr erfolgreichen Prozessor im Angebot - und hält sich einen noch schnelleren Ryzen 7 2800X vielleicht noch als Konter in der Hinterhand.

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