Jetzt mit Plus alles auf einer Seite lesen

Jahres-Abo
4,99€

pro Monat

12 Monate

Günstigster Preis
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's
Quartals-Abo
5,99€

pro Monat

3 Monate

14% gegenüber Flexi-Abo sparen
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's
Flexi-Abo
6,99€

pro Monat

1 Monat

Monatlich kündbar
Zugang zu allen exklusiven Artikeln, Videos & Podcast-Folgen
Werbefreiheit auf GameStar.de & GamePro.de
Auf geht's

Seite 4: Arcania: Gothic 4 im Test - Kein Gothic und kein gutes Spiel

Casual-Rollenspiel

Selbst wenn man die Gothic-Wurzeln außen vor lässt: Das Charaktersystem wäre sogar für einen Diablo-Klon sehr simpel. Schließlich gehört es zur Kernfaszination eines Rollenspiels, den Helden immer weiter zu verbessern. Das erlaubt zwar auch Arcania, aber eben nur sehr eingeschränkt.

Public Viewing: Arcania 16:18 Public Viewing: Arcania

Dadurch schrumpft Gothic 4 zum Casual-Rollenspiel, dessen Mechanik alleine kaum zum Weiterspielen reizt. Die Rolle des Motivationsmotors müssten also die Handlung oder die Quests übernehmen – was wie erwähnt ebenfalls nicht so ganz hinhaut. Arcania mag funktionieren, fesseln kann es nicht.

Ordentliche Präsentation

Wenigstens geht die Präsentation in Ordnung. Abgesehen von einigen ungelenken Animationen, den steifen Gesichtern und den zahlreichen Klon-Insulanern, die Argaan bevölkern – abgesehen davon sieht Arcania schick aus. Beispielsweise werfen flammende Feuergolems schicke Schatten auf scharf texturierte Höhlenwände, die schönen Landschaften glänzen mit hoher Fernsicht. Außerdem dürfen Sie jederzeit zwischen zwei Farbvarianten hin- und herschalten : der kräftig-bunten amerikanischen und der dedeckt-fahlen europäischen.

Allerdings hat die Grafikqualität Ihren Preis, denn die Verkaufsversion von Arcania läuft selbst auf pfeilschnellen Rechnern nicht komplett ruckelfrei. Diese Schwäche behebt erst der Performance-Hotfix, den Jowood zum Verkaufsstart nachgereicht hat, und dank dem Arcania deutlich flüssiger läuft.

Amerikanisch Im amerikanischen Bildmodus leuchten die Farben deutlich kräftiger.

Europäisch Der europäische Farbversion wirkt gedeckt und nicht so überbunt.

Die 5.1-Surround-Kulisse passt, vor allem in den Kämpfen. Allerdings fehlen einige Umgebungsgeräusche. Bei Stürmen etwa wackeln die Bäume wie verrückt, Sie hören aber – nichts. Dafür ist die Vertonung von Arcania gelungen, die Profisprecher passen meist zu ihren Charakteren.

Interessantes Detail: Nach vielen Aufträgen können Sie nochmals mit den Beteiligten sprechen. Handfeste Infos bringen diese optionalen Dialoge kaum, dafür stärken sie die Atmosphäre. Es hat schon etwas, erst die bösen Kultisten-Nachbarn eines Reliquienhändlers zu erledigen und danach mit dem dankbaren Kaufmann eine philosophische Diskussion über Götter zu führen.

Zugleich sind diese Nebengespräche ein Symptom dessen, was in Arcania schief läuft. Denn während sie in den Gothics noch Erfahrungspunkte brachten, werden sie nun überhaupt nicht mehr belohnt. Es gibt also keine Motivation, nach einem Auftrag nochmals mit irgendwem zu plaudern, weshalb viele Spieler die Gespräche nie zu Gesicht bekommen werden.

Die Dialoge sind teils witzig. Hier versuchen wir, das Motto des Gottes Beliar zu erraten. Die Dialoge sind teils witzig. Hier versuchen wir, das Motto des Gottes Beliar zu erraten.

Das ist doppelt schaden, denn die derben Dialoge werden der Serie durchaus gerecht und gehören zu den besseren Seiten von Arcania. Okay, Tiefgang, Charakterentwicklung, Dramaturgie und oft auch Logik können Sie vergessen, aber zumindest macht bei den flotten Wortwechseln mit ihrem rotzigen Witz das Zuhören Spaß. Wohlgemerkt das Zuhören, denn zu sehen gibt es außer steif animierten Gestalten nichts. Nennenswerte Inszenierung finden in Arcania nicht statt. Noch nicht mal bei großen Ereignissen: Dass der Namenlose gerade einen Machtwechsel in Stewark verschuldet hat, löst nicht etwa eine imposante Revolte nebst zünftiger Siegesfeier aus, sondern allenfalls eine Handvoll dröger Dialoge.

Kurz: Arcania fehlt die Konzentration aufs Wesentliche. In dieser Hinsicht ist Gothic 4 tatsächlich ein würdiger Nachfolger von Gothic 3. Und just darauf hätten wir gerne verzichtet.

Wenige Bugs

Eine erfreuliche Nachricht ist, dassleidet Arcania unter weit weniger Bugs als der Vorgänger leidet. Abgesehen von den KI-Aussetzern und Welt-Stolpersteinen stießen wir nur auf wenige Grafikfehler, darunter unsichtbare Felsen, fehlende Gesichtstexturen und Clipping-Probleme. Ein Kuriosum gab’s allerdings auch: Nach einem Kampf folgte uns plötzlich ein unverwundbares Häschen – bis zum nächsten Gebietswechsel. Eine Auswahl an Bugs finden Sie in unserer Galerie:

Die Geisterrüstung Weil Arcania die Texturen nicht nachlädt, plaudern wir mit einer leeren »Geisterrüstung«.

Unsichtbarer Felsen Hier fehlen die Texturen des Felsens, auf dem wir gerade herumklettern.

Hängende Gegner Diese Orks hängen aneinander fest und lassen sich ohne Gegenwehr beschießen.

Das schwarze Haus Die Wände dieses Hauses bleiben schwarz, weil Arcania die Texturen nicht lädt.

Der Hase Nach einem Kampf folgt uns ein unverwundbares Häschen.

Online-Aktivierung

Vor dem ersten Spielstart müssen Sie Arcania im Internet freischalten, danach läuft das Spiel auch offline. Allerdings funktioniert das Abenteuer pro Version nur auf bis zu drei Rechnern gleichzeitig. Wer Gothic 4 auf einem vierten Computer installieren möchte, muss es auf einem der drei anderen deaktivieren. Ein entsprechendes Tool liegt bei.

4 von 5

nächste Seite


zu den Kommentaren (471)

Kommentare(471)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.