Panzer bauen statt fahren: Arms Trade Tycoon ist ein Kriegsspiel mit frischen Ideen

In Arms Trade Tycoon: Tanks entscheidet ihr Kriege diesmal nicht an der Front, sondern als Fabrikbesitzer, der neue Panzer entwickelt und verkauft.

von Dennis Zirkler,
17.01.2022 19:55 Uhr

Arms Trade Tycoon: Neue Wi-Sim macht euch zum Panzerfabrikanten 2:40 Arms Trade Tycoon: Neue Wi-Sim macht euch zum Panzerfabrikanten

Spiele im Szenario des Ersten und Zweiten Weltkrieges gibt es haufenweise: Von Shootern wie Call of Duty und Battlefield über Strategiespiele wie Company of Heroes bis hin zu Kuriositäten wie dem WW2 Rebuilder:

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Selbst Panzer konnten Simulationsfans im Tank Mechanic Simulator schon zusammenschrauben. Doch jetzt ist es an der Zeit, sie auch zu verkaufen - denn in Arms Trade Tycoon: Tanks übernehmt ihr die Rolle eines Panzerfabrikbesitzers.

Worum geht es in Arms Trade Tycoon?

In der Wirtschaftssimulation gründet ihr euer eigenes Waffenhandelsunternehmen, kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914. Da sich eure Fabrik auf die Herstellung von Panzern spezialisiert, erlebt und begründet ihr den Anfang der Panzerkriegsführung mit.

Damit eure junge Firma aus diesen harten Zeiten den großmöglichsten Profit schlagen kann, müsst ihr drei Bereiche meistern.

Management: Als Chef des Unternehmens habt ihr quasi alle Fäden des wirtschaftlichen Bereichs in der Hand. Ihr kauft Ressourcen wie Eisen und Stahl ein, heuert Fabrikarbeiter, Ingenieure und Führungskräfte mit besonderen Talenten an und kümmert euch um die Produktion und den Verkauf der vom Band gelaufenen Kriegsmaschinerie.

Forschung: Da ihr nicht der einzige Waffenproduzent seid, müsst ihr eurer Konkurrenz immer einen Schritt voraus sein. Am besten geht das natürlich, indem ihr die besten Panzer des Landes herstellt. Eure angeheuerten Ingenieure könnt ihr damit beauftragen, neue Technologien zu erforschen. Bessere Panzerungen, stärkere Motoren oder neue Bewaffnungen – ihr entscheidet zu jeder Zeit, woran gearbeitet werden soll.

Alle zu erforschenden Komponenten basieren auf echten Panzern. Alle zu erforschenden Komponenten basieren auf echten Panzern.

Entwurf: Der spannendste Teil des Spiels war für uns das Designen von neuen Panzern. Hier könnt ihr auf all eure frisch erforschten Module zurückgreifen und daraus ein komplett eigenes Kampffahrzeug zusammenstellen.

In der virtuellen Fabrikhalle wählt ihr Hüllen, Türme, primäre und sekundäre Bewaffnung, Motor und Fahrwerk. Jedes dieser Einzelteile lässt sich mit bis zu zehn weiteren Zusatzkomponenten upgraden und erweitern. An die Hülle lassen sich etwa Benzintanks, Ausstiegsluken und Montagepunkte für Waffen montieren, während Geschütze mit Schulterstützen, Zielfernrohren und Entfernungsmessern aufgewertet werden.

Im Editor bestücken wir unsere Hülle mit allen möglichen Upgrades. Im Editor bestücken wir unsere Hülle mit allen möglichen Upgrades.

Jede Modifikation gewährt dabei Punkte in verschiedenen Kategorien wie Schutz, Mobilität oder Feuerkraft gegen Infanterie oder andere Panzer. Dies ist wichtig, da die Regierung regelmäßig lukrative Produktionsaufträge vergibt. Um sich für diese zu qualifizieren, müssen eure Blaupausen die passenden Anforderungen erfüllen: Will die Regierung etwa einige Schützenpanzer kaufen, sollten diese möglichst schnell, gut gepanzert und stark gegen Infanterie sein. Dementsprechend ist es wichtig, immer viele verschiedene Designs auf Lager zu haben.

Für wen ist Arms Trade Tycoon interessant?

Aktuell ist es schwer zu beurteilen, wie gut das finale Spiel wirklich werden wird. Laut den Entwicklern steckt das Projekt noch in den Kinderschuhen, vieles soll sich noch ändern. Die auf Steam verfügbare Demo liefert nur einen groben Eindruck der noch ziemlich rudimentären Gameplay-Mechaniken.

Der grundsätzliche Gameplay Loop aus Forschung, Design und Vertrieb funktioniert aber jetzt schon – auch wenn er noch nicht ausbalanciert ist. Upgrades lassen sich in der Demo etwa viel zu schnell erforschen und Geld spielt gefühlt kaum eine Rolle. Da die finale Veröffentlichung erst für das zweite Quartal 2023 geplant ist, hat Indie-Entwickler Fungi aber noch ausreichend Zeit, um alle möglichen Baustellen zu beheben.

Unser Panzermodell Rüdiger erfüllt alle Anforderungen der Regierung an einen schweren Angriffspanzer. Unser Panzermodell Rüdiger erfüllt alle Anforderungen der Regierung an einen schweren Angriffspanzer.

Panzer-Fans sollten das Spiel jedenfalls im Auge behalten: Das Erschaffen neuer Panzer macht jetzt schon Spaß und besonders cool ist, dass ihr euch vollautomatisch ablaufende Schlachten ansehen könnt, wenn sie von eurer Regierung eingesetzt werden.

Besonders spannend könnte auch der Spielmodus Alternative Geschichte werden: Hier sind Ereignisse in der Kampagne nicht an die realen Ereignisse der echten Weltkriege gebunden, sondern sollen durch eure Spielweise beeinflusst werden können. Entwickelt ihr für Deutschland während des Ersten Weltkriegs statt dem fragwürdigen A7V effektivere Panzer, könnte die Geschichte im Spiel neu geschrieben werden.

Was gefällt uns bisher? Was nicht?

Stärken von Arms Trade Tycoon

  • Der coole Panzer-Editor lädt zum Basteln ein.
  • Jetzt schon viele Optionen zum Forschen und Designen.
  • Wir können unsere Panzer im Gefecht sehen.

Schwächen von Arms Trade Tycoon

  • Sehr klick-intensives Benutzerinterface.
  • Der Gameplay-Loop wirkt anfangs komplex, entpuppt sich aber als sehr rudimentär.
  • Keine deutschen Bildschirmtexte.

Und auch Kollege Alexander Beck, alias »Der Hobbygeneral« hat auf seinem YouTube-Kanal ein ausführliches Preview erstellt, welches wir euch nicht vorenthalten wollen:

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Auch Ex-Bundeswehrpanzerfahrer und GameStar-Panzerexperte Florian Franck hat einen Blick in die Demo geworfen – seine Eindrücke lest ihr hier:

Florian Franck

@SirMetalizer

Von 2007 bis 2009 habe ich einen 23-monatigen freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr absolviert. Unter anderem wurde ich als Panzerfahrer für den Flakpanzer Gepard eingesetzt, der auf dem Leopard 1 Fahrgestell basiert. Bis heute erinnere ich mich noch an das »Drehstabgefederte Stützrollenlaufwerk mit hydraulischen Schwingungsdämpfern und einer lebenden Endverbinder Gleiskette« im Sinn.

Und so dachte ich mir: Wie schwer kann es schon sein einen Panzer zu entwickeln und zu designen? Bereits nach dem knapp 30 Minuten langen Tutorial rauchte mir der Kopf. Und dabei handelt es sich bei Arms Trade Tycoon Tanks aktuell noch um eine Demo, in der bisher nur das grundlegende Core-Gameplay enthalten ist. Viele Funktionen sind in der Demo noch gar nicht implementiert.

Nach dem uns das Spiel die Grundlagen erklärt hart, macht es zügig Spaß. Die Erforschung von neuen Teilen, wie etwa verbesserte Motoren oder Waffen geht schnell in Fleisch und Blut über. Bereits in der Demo wirkt der Tycoon wohl durchdacht und es scheint, als hätten die Entwickler hier genau die passende Marktlücke gefunden - sofern man Panzer mag und bei jeder Gelegenheit eine Geschichte über seine Zeit als Panzerfahrer erzählt. Wer klassische Tycoon Spiele liebt und sich gerne tief in Menüs und Optimierungsschritten vertieft, sollte sich die Demo von Arms Trade Tycoon Tanks einmal näher anschauen. Lasst euch vom Anfang nicht überfordern und geht das Tutorial Schritt-für-Schritt durch.

Und falls ihr euch fragt, ob man mit einem Panzer im Gelände wirklich springen kann: Ja, es geht. Ich habe es in der Fahrschule geschafft und mein Fahrlehrer stieg mit den Worten: »Oh Gott, der ist so gestört« aus dem Panzer aus. Und genau der Gedanke schoss mir in den ersten Minuten durch den Kopf, als ich das Komplexitätsmonster gespielt habe.

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