Update am 22. Januar 2026: Die auf der NASA-Website genannte Frist ist abgelaufen, aber derzeit ist der Link dennoch weiterhin aktiv. Es muss aber als fraglich gelten, wie lange das noch der Fall ist oder ob jetzt nicht mehr garantiert wird, alle Interessenten mit auf die Disk in die Orion-Raumkapsel zu nehmen.
Nur 12 Menschen betraten bisher den Mond – zuletzt Eugene Cernan und Harrison Schmitt im Jahr 1972 mit Apollo 17. Seine Umlaufbahn erreichten immerhin 27 Astronauten (Testflüge plus Piloten, die im Orbit warteten).
Vielleicht schon im Februar schließen sich dieser illustren Gruppe drei weitere an. Euer Countdown für das Boarding von Artemis 2 endet hingegen jedoch bereits am 21. Januar.
Bis dahin dürft ihr euch zumindest aus einem bestimmten Blickwinkel anschließen – als euer Name.
Euer Weg zum Artemis-2-Boarding-Pass
Unter dem sinngemäß übersetzten Titel »Schickt euren Namen mit auf die Reise an Bord von Artemis 2« bietet die NASA euch eine einmalige Chance. Zum anstehenden Testflug des Space Launch Systems (SLS) für den ersten bemannten Flug zum Mond nach mehr als 50 Jahren könnt ihr euren Namen beisteuern.
Alles, was ihr dazu braucht, ist die Möglichkeit, die Website der NASA aufzurufen und euren Namen in ein Formular einzugeben.
Euer Name reiht sich vor dem Start mit wahrscheinlichen Millionen weiteren auf einer SD-Karte ein. Sie fliegt an einem nicht näher spezifizierten Ort an Bord von Artemis 2 mit zum Mond.
Als Belohnung dürft ihr euch einen Pass wie den oben im Anschluss als Grafik herunterladen – allerdings nur mit englischer oder spanischer Beschriftung.
Darum geht es bei Artemis 2
Derzeit ist geplant, dass die Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch (alle NASA) und CSA (Canadian Space Agency) Astronautin Jeremy Hansen das Orion-Raumschiff an der Spitze des SLS auf der Startrampe in Florida im April betreten.
Der Flug kann indes auch noch an einem anderen Datum stattfinden. Es gibt für Februar, März und April alternative Startdaten, sollten Wetter, Technik oder anderweitige Gründe einem Versuch im Weg stehen. Denn auch nach dem zu größten Teilen gelungen unbemannten Erstflug des SLS während Artemis 1, gilt der erneute Start keinesfalls als Selbstverständlichkeit.
Es handelt sich vielmehr um das größte Wagnis der Raumfahrt seit mehr als fünf Jahrzehnten.
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Sobald die Crew im Weltall angekommen ist, wird die Erde zuerst umkreist. Hierbei erproben sie alle Systeme, um danach schließlich an Bord von Orion zum Mond aufzubrechen.
Diese Pre-Mondflug-Phase dient zusätzlich dazu, um die Lebenserhaltungssysteme des Raumschiffs zu belasten. Nur wenn sie sowohl während einer Schlaf- sowie einer Wachphase der Crew durchgehend einwandfrei arbeiten, wagt die Artemis-2-Crew die weitere Fahrt.
Kurze Erinnerung: Aufbau der Artemis-Mondraketen
Das SLS besteht wie jede moderne Rakete aus mehreren Stufen. Der Großteil der Masse geht innerhalb weniger Minuten verloren – vor allem der Treibstoff. Zum Mond fliegt nur das Crew- und Servicemodul plus eventuell nicht abkoppelbare Resthardware.
Übrigens: Das Servicemodul entsteht in Deutschland, genauer gesagt in der Hansestadt Bremen an der Weser.
Der »translunar injection (TLI) burn« ändert den Kurs nun so ab, dass die Kapsel zum Mond fliegt, ihn einmal umrundet und direkt wieder zurückkehrt. Die Route wurde zuvor im Vorfeld so ausgelegt, damit die Anziehungskraft von Mond und Erde einen gehörigen Teil der Arbeit erledigt.
Zwischen dem Verlassen des Erdorbits und der Wasserung im Pazifischen Ozean vergehen rund acht Tage. Hinzu kommen die zwei Tage zu Beginn für die Probeläufe nahe der Heimat (via NASA).
Die eigentliche Landung soll erst in einigen Jahren während Artemis 3 geschehen – wobei hierfür auch SpaceX noch seinen Part zu erfüllen hat (dazu gleich noch mehr).
Auf dieser ersten bemannten Artemis-Mission wird die Crew derweil quasi am Rande einen lang währenden Rekord knacken: sie erringen wahrscheinlich den Titel der schnellsten Menschen aller Zeiten – und überbieten am Mond auch noch die tragischen Helden von Apollo 13.
Extra für Artemis 2 wurde auch eines der zwei gigantischen Crawler-Fahrzeuge der NASA aufgemotzt. Es ist einzig dafür geschaffen, um das SLS vom Vehicle Assembly Building (VAB) zum Startplatz im Kennedy Space Center zu bringen. Über letzteres Gebäude haben wir hier auch einen kompletten Artikel, der die einstige Heimat von Saturn V und Space Shuttles eingehend vorstellt.
Ungewisse Zukunft des Artemis-Programmes
Obschon SLS und Atemis mal als Hoffnungsträger erster Güte galten, kratzen seit einigen Jahren und spätestens seit Präsident Trumps zweiter Amtszeit hartnäckige Zweifel am einstigen Vorzeigeprojekt, die Hauptgründe: zu hohe Kosten und fehlende Wiederverwendbarkeit.
Im Gegensatz zu kommerziellen Raketen wie das derzeit als Prototyp vorangehende Starship von SpaceX unterscheidet SLS verhältnismäßig wenig Konzeptionelles von der Saturn V. Die legendäre Mondrakete sowie das Vehikel für das Artemis-Programm gehören beide zu den klassischen Wegwerf-Raketen. Alle Stufen gehen bei der ersten Benutzung verloren, sie können nicht wiederverwendet werden.
Beim Starship soll in den kommenden Jahren das komplette Raumschiff, inklusive aller Triebwerke, mehrfach starten, fliegen und zur Erde zurückkehren – vom Kostenpunkt her nur ein Bruchteil so teuer wie das für ähnliche Zwecke und den gleichen Zeitraum ausgelegte SLS.
Derzeit stellen SLS und Orion aber die einzig realistische Option dar, um China im Wettrennen zum Mond zu übertrumpfen. Um Alternativen zu schaffen, müsste die NASA alsbald grundlegend umsteuern, um andere Kombinationen von Raketen und Komponenten für den gemeinsamen Einsatz zu erproben.
Wobei die Chancen hierfür nicht unterschätzt gehören, denn auch der Luna-Lander von SpaceX (eine Variante des Starship) ist noch relativ weit von der notwendigen Reife, um Menschen zu beherbergen und sicher zum Ziel zu bringen, entfernt.
Bis auf Weiteres bleiben SLS und Orion unsere besten Chancen, um Menschen zumindest in den Orbit des Mondes zu bringen. Also lasten auf Crew und Technik im kommenden Frühjahr einiges an Erwartungen. Vielleicht können wir gemeinsam mit Millionen weiteren ja ein wenig helfen, indem wir der Vierer-Crew –darunter die erste Frau am Mond – unsere Namen mit auf die Reise gen Mond geben.
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