Artikel 13 vs. Twitch - Twitch-CEO spricht sich per Livestream gegen umstrittene Reform aus

Am 8. März 2019 wird Emmett Shear, CEO von Twitch, in einem Livestream über die Gefahren der umstrittenen Urheberrechtsreform sprechen. Hier alle Infos.

von Dimitry Halley,
08.03.2019 16:41 Uhr

Das Europa-Parlament wird über die umstrittene Urheberrechtsreform abstimmen (Foto von iStock - für die redaktionelle Nutzung freigegeben).Das Europa-Parlament wird über die umstrittene Urheberrechtsreform abstimmen (Foto von iStock - für die redaktionelle Nutzung freigegeben).

Nachdem bereits Julia Reda (Piraten) und Tiemo Wölken (SPD) via Twitch über die umstrittene Urheberrechtsreform diskutiert haben, wird sich nun auch Twitch-CEO Emmett Shear vor die Kamera begeben, um vor den Gefahren zu warnen, die er in der Umsetzung von Artikel 11 und Artikel 13 sieht. Der Stream findet am 8. März um 20 Uhr auf dem Twitch-Hauptkanal statt. In der Pressemitteilung heißt es:

"Im Stream spricht Emmett Shear zur Community über die Auswirkungen der umstrittenen Urheberrechtsänderung (Artikel 13) und thematisiert insbesondere die Fragen, was Artikel 13 ist, welche mögliche Veränderungen auf Streamer und Community zukommen und was man dagegen tun kann. Mit dabei sind außerdem die Twitch Weekly-Gastgeber Marcus "djWHEAT" Graham und Anna Prosser. Zusammen werden sie auch auf Fragen der Community live im Stream eingehen. Bereits im im Dezember wandte sich Emmett Shear mit einem offenen Brief zum Thema Artikel 13 an die Creator und Community."

Warum die Aufregung? Die Reform will die Urheberrechtsregelungen der EU-Staaten für das moderne Internetzeitalter aktualisieren. Besonders umstritten sind Artikel 11 und 13, in denen geregelt wird, dass Plattformbetreiber wie YouTube und Twitch künftig für die Inhalte der YouTuber und Streamer haften müssen. Daraus entsteht eine Kontroll- und Lizenzpflicht, die - so die Kritiker - viele nachteilige Veränderungen des Internets mit sich bringen könnte.

Man fürchtet etwa, dass viele kleine Anbieter ihren Betrieb einstellen müssen, weil sie schlicht die teure Kontroll-Software nicht finanzieren können. Eine Oligopolisierung auf wenige globale Konzerne wie YouTube wäre die Folge. Aber auch YouTube müsste viele Dinge ändern, im schlimmsten Fall sehr viele Inhalte entfernen.

Mehr zu Artikel 13: Hier die Details, warum die Reform so umstritten ist

Im April 2019 wird im Europa-Parlament über die aktuelle Fassung der Urheberrechtsreform abgestimmt. Sollte der Antrag Anklang finden, müssten EU-Mitgliedsländer wie Deutschland entsprechende Gesetzesentwürfe verfassen, die den neuen Regelungen gerecht werden.


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