Wut über Artikel 13 - PietSmiet, Gronkh und Co. rufen zum Protest gegen Upload-Filter auf

YouTuber zeigen sich deutschlandweit solidarisch gegen den umstrittenen EU-Entwurf zur Urheberrechtsreform.

von Dimitry Halley,
17.02.2019 10:30 Uhr

Unterhändler des EU-Parlaments einigten sich am Abend des 13. Februar auf die aktuelle Version der Urheberrechtsreform.Unterhändler des EU-Parlaments einigten sich am Abend des 13. Februar auf die aktuelle Version der Urheberrechtsreform.

Der Protest gegen die EU-Urheberrechtsreform und den umstrittenen Artikel 13 befindet sich in vollem Gange. In Köln gingen am 16. Februar über 1.000 Kritiker auf die Straßen, die Change.org-Petition zählt fast 5.000.000 virtuelle Unterschriften - und auch deutsche YouTuber sprechen sich öffentlich gegen die potenziellen Upload-Filter aus.

Warum erzeugt die Urheberrechtsreform so viel Protest? Die EU plant eine Überarbeitung der geltenden Urheberrechtsgesetze, um die Statuten an das Internetzeitalter anzupassen. Die am 13. Februar verfasste Reform würde - sollte das EU-Parlament sie Mitte April annehmen - als Grundlage für Gesetzesänderungen dienen, die alle EU-Länder bis 2021 durchsetzen müssten.

Besonders Artikel 13 des Entwurfs sorgt für Kritik: Plattformen wie YouTube sollen künftig für etwaige Urheberrechtsverstöße der YouTuber haften - was deutlich stärkere Upload- und Kontrollfilter zur Folge hätte. Außerdem befürchten viele eine Oligopolisierung, denn nur die ganz großen Player können sich überhaupt Lizenzen und Kontroll-Algorithmen leisten. Kleine Anbieter und YouTuber würden untergehen. Die Freiheit des Internets sei gefährdet.

YouTuber solidarisieren sich gegen die Reform

Zahlreiche große deutsche YouTuber sprechen sich gegen Artikel 13 und den aktuellen Reform-Entwurf aus. Dazu gehören auch Personen wie Gronkh, die ihre politischen Überzeugungen eigentlich eher zurückhalten, um die eigene gigantische Zuschauerschaft nicht unnötig zu beeinflussen. Doch der Konflikt um Artikel 13 wird zur Ausnahme. Das gilt auch für YouTuber wie Tanzverbot, die auf ihren Kanälen eigentlich ein komplett nicht-politisches Programm (in dem Fall Food-Reviews und Reaction-Clips) fahren.

YouTuber HerrNewstime diskutierte sogar im Rahmen einer umfangreichen Livestream-Aktion öffentlich mit Axel Voss von der CDU über die geplanten Änderungen und den Protest innerhalb der Community. Kritiker werfen den YouTubern wiederum vor, dass sie sich von Konzernriesen wie YouTube instrumentalisieren ließen - und wiederum ihre Zuschauer instrumentalisieren:

Unabhängig davon, wie man zu der ganzen Sache steht: Die Urheberrechtsreform samt Artikel 13 sorgt für ordentlich Furore in der Gaming- und Internet-Community. Theoretisch kann der Entwurf noch gestoppt werden, falls die EU-Parlamentarier Mitte April dagegen stimmen.

Quelle: u.a. Spiegel & Netzwelt


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