Am 23. August 2025 kündigte Ubisoft an, für das 2023 erschienene Assassin's Creed Mirage ein kostenloses Update veröffentlichen zu wollen. Enthalten sind ein neues Story-Kapitel und -Missionen, sowie Gameplay-Verbesserungen und ein neues Gebiet in Al Ula.
Zwar soll es sich hierbei um keinen vollwertigen DLC wie etwa Assassin's Creed Shadows: Die Klauen von Awaji handeln. Gemessen daran, dass schon im Januar französische Wirtschafts- und Finanzmagazine wie Les Echoes über eine mutmaßliche Partnerschaft zwischen Ubisoft und Saudi-Arabien berichten, vermuten viele Fans und Journalisten aber, dass das kostenlose Update finanziell vom Public Investment Fond (PIF), dem Staatsfonds von Saudi-Arabien, unterstützt wird.
Der Staatsfond ist dafür da, Saudi-Arabiens Einkommen über Partnerschaften mit ausländischen Unternehmen zu diversifizieren. Unter anderem investiert Saudi-Arabien auch stark in die Unterhaltungsindustrie wie Filme, Sportereignisse oder Gaming:
Bestätigt ist diese Annahme bisher nicht offiziell. Weder damals noch heute äußert sich Ubisoft öffentlich über eine finanzielle Beteiligung Saudi-Arabiens an Assassin's Creed. Die Hinweise auf eine Beteiligung verdichten sich aber weiter.
Warum ist Saudi-Arabien so problematisch?
Saudi-Arabien ist verfassungsrechtlich eine absolute Monarchie, deren Gesetze auf der Scharia (dem islamischen Recht) basieren. Grundlegende Menschenrechte werden in Saudi-Arabien immer wieder mit Verweis auf die Scharia missachtet. Medien stehen unter staatlicher Kontrolle, ein freier gesellschaftlicher und politischer Diskurs findet nicht statt. Menschen, die sich kritisch über den Staat oder das Königshaus äußern, müssen mit Sanktionen bis hin zum Tod rechnen.
Disclaimer: Webedia, die Muttergesellschaft von GameStar, ist ebenfalls geschäftlich in Saudi-Arabien aktiv und unterhält dort unter anderem das Portal saudigamer.com.
Dank der Unterstützung lokaler und internationaler Organisationen
Unter anderem soll das kostenlose Mirage-Update denn Helden Basim nach Al Ula führen, eine von Saudi-Arabiens kulturellen Highlights. Bei der Ankündigung des DLCs sagte Ubisoft CEO Yves Guillemonte, der sich laut Game File zu diesem Zeitpunkt in Saudi-Arabien auf der New Global Sport Conference befand:
Wir arbeiten mit Al Ula zusammen, einem UNESCO-Weltkulturerbe, das noch nicht sehr bekannt ist. [...]wir erstellen Inhalte, die den Spielern von Mirage kostenlos zur Verfügung gestellt werden, damit sie diesen Ort besuchen können.
Assassin's Creed ist bekannt dafür, historische Orte möglichst originalgetreu in seine Spiele zu bringen und arbeitet hier oft mit Historikern und Angehörigen dieser Kulturen zusammen. Guillemots mutmaßlichem Auftritt in Saudi-Arabien in Kombination mit dem Schweigen über eine finanzielle Beteiligung des Landes an dem Update lassen die Gerüchteküche dennoch weiter brodeln.
IGN fragte direkt bei Ubisoft nach und erhielt die Versicherung, dass Ubsoft die kreative Kontrolle über vorgeschlagene Inhalte hatte und das Update dank der Unterstützung lokaler und internationaler Organisationen ermöglicht
wurde. Durch den Zugang zu Experten, Historikern und Ressourcen
soll die Schaffung einer authentischen und genauen Kulisse
gewährleistet werden.
Klassisches diplomatisches Instrument
Fragen und Unmut scheint es allerdings auch innerhalb der Firma zu geben. Wie aus einem internen Q&A hervorgehen soll, welches der Newsseite Game File vorliegt, wurde auch innerhalb der Firma die Frage gestellt, ob eine Partnerschaft in Anbetracht des Mordes und der Zerstückelung des Washington Post Journalisten Jamal Khashoggi wirklich zielführend sei oder nur den Ruf der Firma schädige.
Die Frage wird damit beantwortet, dass Guillemots Besuch in Saudi-Arabien teil einer französischen Delegation sei, bei der auf der französische Präsident Emmanuel Macron anwesend war. Solche Reisen seien ein klassisches diplomatisches Instrument zur Ausweitung des Einflusses und der Reichweite Frankreichs in der Welt
.
Weiterhin sei das Geld, welches gegebenenfalls vom PIF komme, nicht direkt das Geld vom Kronprinz Mohammed Bin Salman, der als Vorstand dem Fond vorsitzt. Ubsioft erklärte weiter, dass Gespräche mit Partnern, die unsere demokratischen Werte nicht teilen
, nicht bedeute, dass wir diese Werte aufgeben
.
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