Als der Asus ROG Xbox Ally X vor vier Monaten auf meinem Schreibtisch landete, war ich skeptisch. Ein sperriger Name, ein verwirrendes Xbox-Branding auf einem Windows-Handheld und ein Preis, der viele von euch (und auch mich) erst einmal schlucken ließ. War das nur ein teurer Versuch, zwei Welten zu verheiraten, die nicht zusammengehören?
120 Tage und unzählige Stunden in Monster Hunter Wilds und Nioh 3 später, gehört er zu meinen Top-Empfehlungen. Aber nicht, weil die Hardware magisch besser geworden ist, sondern weil sich die Welt um den Handheld herum radikal verändert hat.
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2026: Das Schicksalsjahr für Gaming-Handhelds
Der Xbox-Handheld ist gut gealtert
Obwohl der Handheld »Xbox« im Namen trägt, handelt es sich nicht um eine native Xbox-Series-Konsole für Xbox-Spiele – es ist ein Handheld für PC-Spiele. Das hat zum Release und bis heute für Verwirrung und Kritik gesorgt. Fans haben moniert, dass der Preis für eine »Xbox« einfach viel zu hoch ist.
Für einen PC-Handheld mit dieser Ausstattung war der Preis nicht übertrieben und genauso hoch wie beim Vorgänger Asus ROG Ally X.
Heute ist der Asus ROG Xbox Ally X einer von drei PC-Handhelds, der mit dem AMD Ryzen Z2 Extreme-Chip ausgestattet ist – und mit dem attraktivsten Preis.
| Handhelds mit Z2E-Chip | Preis (Stand: 20.02.2026) |
|---|---|
| Asus ROG Xbox Ally X | 900 Euro |
| MSI Claw A8 | 1.000 Euro |
| Lenovo Legion Go 2 | 1.700 Euro |
Die Speicherkrise hat die Preise der meisten Handhelds nach oben getrieben, das Steam Deck ist derzeit vollständig ausverkauft und der Lenovo Legion Go 2 (mit Z2E) ist nahezu unbezahlbar geworden.
Asus ist bisher verschont geblieben. Für 900 Euro erhaltet ihr einen Handheld, der selbst mit den neuesten Spielen zurechtkommt und genauso viel Leistung bietet wie ein Gerät, das aktuell fast das Doppelte kostet. Unter allen Handhelds hat der Asus ROG Xbox Ally X aktuell das beste FPS-pro-Euro-Verhältnis.
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Wunder solltet ihr trotzdem nicht erwarten. Der AMD Ryzen Z2 Extreme ist zwar für einen Handheld-Chip ziemlich schnell, aber niedrige Einstellungen und Upscaling-Technologien sind bei vielen Spielen ein Muss.
Aktuell spiele ich Nioh 3 auf dem Xbox-Handheld und mit niedrigen Einstellungen, 1080p-Auflösung und dynamischer Auflösungsskalierung (30 bis 50 Prozent) bewegt sich die Framerate zwischen 30 und 40 FPS in vielen Gebieten. Es ist spielbar, aber die Spielerfahrung ist nicht die beste (das ist sie aber auf keinem Handheld).
Windows mit Xbox-Vollbilderfahrung
Die Xbox-Vollbilderfahrung des Asus ROG Xbox Ally X ist eine sinnvolle Weiterentwicklung von Windows 11. Der Handheld lässt sich zum größten Teil per Controller steuern, allerdings gibt es wenige Momente, in denen ich den Touchscreen bemühen muss (zum Beispiel, wenn eine Windows-Pop-Up-Benachrichtigung nicht von alleine verschwindet).
Insgesamt merkt man immer noch, dass einige Menüs, wie etwa die Spielebibliothek, zuerst für Desktop-Steuerung entwickelt und dann für Controller optimiert wurden. Umständlich ist die Bedienung trotzdem nicht, allerdings nerven die häufigen Software-Updates etwas. Es ist nämlich viel Microsoft-Bloat vorinstalliert, die auf einem Handheld nicht nötig sind, wie etwa OneDrive, Microsoft 365 und Copilot.
BazziteOS
Dieses Betriebssystem ist schon länger mein Favorit unter den Handheld-Betriebssystemen. Bazzite ähnelt SteamOS sehr stark und läuft auf dem Asus ROG Xbox Ally X wunderbar. Ich habe die interne SSD in zwei Partitionen aufgeteilt, damit ich bei Bedarf zu Windows wechseln kann.
Insgesamt gefällt mir die konsolenähnliche Bedienung von Bazzite mehr, aber nicht jedes Spiel ist kompatibel, weshalb das Behalten von Windows Sinn ergibt. Außerdem lassen sich so einfach wichtige Updates, wie etwa ein BIOS-Update, über Armoury Crate auf Windows installieren.
Die Ergonomie sollte nicht unterschätzt werden
Offen gestanden bin ich nicht wirklich ein Fan des Designs des Xbox-Handhelds. Die Griffe sehen irgendwie hässlich aus, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich unterschiedlich.
Ich kann Asus und Microsoft jedoch nicht vorwerfen, die falsche Entscheidung getroffen zu haben, als sie sich dazu entschieden, Komfort an erster Stelle zu setzen.
Der Asus ROG Xbox Ally X ist einer der bequemsten Handhelds auf dem Markt. Dank der ausgeprägten Haltehörner, ist das Gerät selbst nach mehreren Stunden komfortabel, ohne unangenehme Druckstellen.
Dieser Vorteil sollte nicht unterschätzt werden. Ich liebe den großen OLED-Bildschirm des Lenovo Legion Go 2, aber trotzdem habe ich immer öfter lieber zum Xbox-Handheld gegriffen.
Das Lenovo-Gerät ist sehr schwer und die Controller werden nach unten hin schmaler, weshalb man die Handgelenke unnatürlich nach innen rotieren muss.
Handhelds haltet ihr eben in euren Händen; der Komfort sollte deswegen nicht außer Acht gelassen werden.
Wenn ihr wissen wollt, welche Handhelds ich am bequemsten finde, dann schaut dafür gerne in meine persönliche Tierlist hinein: Handheld-Tierliste: Beim Komfort teilen sich zwei die Spitze, doch das Steam Deck ist nah dran
Die Schattenseiten nach 120 Tagen
Verarbeitung: Einige Besitzer und Besitzerinnen des Xbox Ally X beschweren sich über knarzende Gehäuse – und mein Testgerät gehört definitiv dazu. Der verwendete Kunststoff ist relativ dünn und fühlt sich einfach nicht so hochwertig an, wie beim Lenovo Legion Go 2 oder der MSI Claw 8 AI+. Sowohl der linke als auch der rechte Griff knarzen bei mir, wenn ich sie zusammendrücke.
Das ist natürlich kein Dealbreaker, aber irgendwie fühlt sich das Gerät billig an, wenn man es mit anderen Handhelds vergleicht. Auch das deutlich günstigere Steam Deck fühlt sich hochwertiger an.
Bildschirm: Der Bildschirm des Asus ROG Xbox Ally X ist keineswegs schlecht. Die 1080p-Auflösung reicht für ein 7-Zoll-Panel vollkommen aus, und die Bildwiederholrate von 120 Hz ist nicht nur schnell, sondern sogar variabel.
Wirklich besonders ist er allerdings nicht. Die Bildschirmränder sind ziemlich dick und sieben Zoll sind das untere Minimum für PC-Spiele. Andere Handhelds bieten inzwischen größere Diagonalen oder OLED-Panels (Zotac Zone, Steam Deck OLED, Legion Go 2 etc.).
Laute Tasten: Solltet ihr gerne im Bett neben eurem Partner oder Partnerin spielen, könnte dieser leicht übersehbare Kritikpunkt wichtig sein. Die ABXY-Tasten machen bei jeder Betätigung ein lautes »KLACK«. Der Lüfter ist bei hohen Drehzahlen zwar hörbar, aber nicht besonders störend, da sein Geräusch eher konstant ist und als Hintergrundrauschen wahrgenommen wird.
Welche Vor- und Nachteile ich beim ersten Test entdeckt habe, erfahrt ihr hier:
Ich habe auf dem Asus ROG Xbox Ally X Bazzite und Windows im Dual-Boot. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)
Es ziehen dunkle Wolken auf – Preissteigerungen und Verfügbarkeit in der Schwebe
Zum heutigen Stand ist der Asus ROG Xbox Ally X von den Preissteigerungen der Speicherkrise verschont geblieben – zumindest in der EU.
In Japan wurde der Preis inzwischen um 30.000 Yen erhöht, was etwa 170 Euro entspricht. In Australien klettert der Preis von 1.600 AUD auf stolze 1.800 AUD.
Aktuell gibt es noch keine Hinweise dafür, ob Asus auch hierzulande die Preise anheben wird, aber abwegig wäre es nicht. Die gestiegenen Herstellungskosten erzwingen gerade bei nahezu jedem Hersteller ein Umdenken.
Das ist allerdings nicht der einzige Stein, der Asus in den Weg gelegt wird.
Ein aktueller Patentstreit mit Nokia sorgt dafür, dass Asus- und Acer-Laptops nur noch im Abverkauf in Deutschland verfügbar sind; das betrifft auch die Handhelds. Aktuell wird beim Aufrufen der Handheld-Seite des deutschen Asus-Webshops nur »Keine Produkte gefunden« angezeigt.
Ich wiederhole mich leider immer wieder, aber wer aktuell einen Handheld sucht, sollte lieber früher als später kaufen. Die Verfügbarkeit der Geräte wird zunehmend schlechter und die Preise steigen. Es überrascht mich ja sehr, dass der vom Asus ROG Xbox Ally X bisher so stabil geblieben ist.
Wir können nur hoffen, dass das noch eine Weile so bleibt.

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